Walldürn

Geistliche Exerzitien 30 Wochen mit dem heiligen Ignatius unterwegs / Abschlusstreffen in Walldürn

Reflektion des eigenen Lebens

Walldürn.Im Oktober vergangenen Jahres begannen die dreißigwöchigen geistlichen ignatianischen Exerzitien nach dem Programm Injigo. Rund 60 Teilnehmer dieser Exerzitien kamen nun aus ganz Deutschland zu ihrem Abschlusstreffen in der Wallfahrtsstadt zusammen, um in der Begegnung, mit Lobpreis und Lebenszeugnissen über ihre Zeit zu berichten. Auch Vorträge, das Gebet und die Feier der Eucharistie standen dabei im Mittelpunkt sowie der gegenseitige Erfahrungsaustausch untereinander.

Besonderer Willkommensgruß galt seitens des Organisationsteams Marica Cuncic, die eigens aus Zagreb angereist war sowie dem Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula OFM Conv., der sich über das Zustandekommen des Treffens freute und die Wallfahrt zum Heiligen Blut vorstellte.

Die Wissenschaftlerin Dr. Cuncic, mit langjähriger Erfahrung in der Leitung von Exerzitien in Kroatien und später in den Vereinigten Staaten und Kanada (1985 – 1997), begann dieses Programm nach ihrer Rückkehr aus Kanada 1997 in Zagreb. Sie leitete zuerst diese dreißigwöchigen Exerzitien im Alltag nach dem Buch „Komm, folge mir!“, welches sie dafür als Anleitung geschrieben hatte. Sie selbst ist die Gründerin dieses Exerzitienprogramms und der Gemeinschaft Injigo.

Bis heute haben in diesen 22 Jahren jährlich Exerzitien stattgefunden an denen sich bisher rund 13 000 Teilnehmer beteiligt haben. Aber man wird in diesen dreißig Wochen nicht alleine gelassen und bekommt einen Begleiter zur Seite gestellt, mit dem man in Kontakt steht.

900 000 Gesprächsstunden resultierten somit bislang daraus. Dank dieser Möglichkeit, dass die Teilnehmer auch Begleiter werden konnten, stieg die Zahl der Teilnehmer am Programm Injigo jährlich. Insgesamt gab es in dieser Zeit über 7600 Treffen, die zu den Exerzitien angeboten werden. Parallel dazu gibt es auch die Möglichkeit sich an mehrtägigen Schweigeexerzitien zu beteiligen.

Neben dem Exerzitienbuch ist die Bibel die wichtigste Grundlage für die Betrachtungen und persönlichen Reflektionen auf das eigene Leben in Familie und Beruf. In den Lebenszeugnissen der Teilnehmer wurde bei diesem Treffen in Walldürn immer wieder deutlich wie Gott geholfen und wie sich die persönliche Sichtweise und Situation verändert hat. Es hat sich oftmals ein völliger Lebenswandel vollzogen. Wie auch beim hHeiligen Ignatius von Loyola, der als schwer verletzter Ritter sein Leben änderte und zu einem Pilger, Seelenführer und Priester wurde. Im August 1534 hatte er dann den Jesuitenorden gegründet.

Das Programm Injigo, nach dem Vorbild dieses Heiligen, wird durch eben diese Lebenszeugnisse und nicht durch aktive Medien verbreitet. Es ist in Pfarreien, vielen Familien und in religiösen Gemeinschaften bekannt und breitet sich in Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Slowenien, Deutschland, Österreich, Schweiz, Kanada, USA und anderen Ländern aus.

Es nehmen Männer und Frauen der verschiedensten Alters- und Berufsgruppen, sowie Laien und Geistliche daran teil. adr