Walldürn

Karl-Ernst-Gymnasium Der Amorbacher Stadt- und Schulgeschichte auf den Grund gegangen / Königliches Siegel betrachtet

Schüler besuchten das Privatarchiv der Familie zu Leiningen

Amorbach.Die Schüler der 8. Klassen des Karl-Ernst-Gymnasiums Amorbach besuchten das Fürstlich Leiningensche Archiv. Wie fühlt sich 600 Jahre altes Pergament an? Wie sah das Siegel eines Königs aus und wozu brauchte er es? Wie wurden nicht mehr verwendete Bücher im Mittelalter recycelt? Und was hat ein Archiv mit einem Smartphone gemeinsam?

Diesen und weiteren interessanten Fragen konnten die Achtklässler des KEG bei ihrem Besuch im Refektorium der ehemaligen Benediktinerabtei Amorbach nachgehen. Dabei wurden sie vom Betreuer des Archivs, H. Fischer, mit ausgesuchten Archivalien durch die Geschichte Amorbachs und seiner Umgebung geführt und erhielten Einblicke in die Funktion eines Archivs.

Das Fürstlich Leiningensche Archiv ist das Privatarchiv der Familie zu Leiningen. Es enthält neben den Archivalien der Fürstenfamilie etwa 5000 Urkunden aus der Zeit vor 1800 und mehrere spätmittelalterliche Kopialbücher und ist damit eines der größten Adelsarchive Bayerns.

Gerade die Geschichte des Übergangs der ehemaligen Abtei an die Fürsten zu Leiningen im Zuge der Säkularisation im Jahr 1803 bietet einen idealen Anknüpfungspunkt zum Geschichtsunterricht in der achten Klasse.

So wird beispielsweise der für Schüler oft schwierige Geschichtsbegriff „Reichsdeputationshauptschluss“ greifbar, wenn man die entsprechende Urkunde der Fürsten zu Leiningen selbst anschauen kann und seine Auswirkungen für die Geschichte der Umgebung, in der man lebt, erfährt. Aber auch in die Geschichte ihrer Schule, die seit der Gründung durch Fürst Karl zu Leiningen im Jahr 1807 eng mit dem Fürstenhaus verbunden ist, erhielten die Schüler interessante Einblicke. So durften sie im Anschluss an Fischers Einführung in das Archiv selbst ausgewählte Archivalien zur Geschichte des KEG untersuchen.

Beispielsweise hat es 1811 einen „Unfug der Schüler“ gegeben der aktenkundig wurde. Und auch scheinbar nebensächliche Dokumente wie das Programm der Jahresschlussfeier der Schule aus dem Jahr 1915 mit deutlichen Hinweisen zum Ersten Weltkrieg oder alte Lehrpläne brachten den Schülern die Geschichte ihrer Schule nahe.