Walldürn

Förderverein Museum „Zeit(T)räume“ Marienstatue eingeweiht / Initiative des Heimat- und Museumsvereins unterstützt

Schutzpatronin für Haus und Museum

Walldürn.Obwohl im Herzen des Madonnenländchens gelegen, sind Marienstatuen an den Fassaden der Häuser in Walldürn selten geworden. Einst zeugten die „Hausmadonnen“ von einer tiefen Frömmigkeit, aber auch von den Sorgen und Nöten der Bewohner. Mit dem Abriss oder der Sanierung vieler alter Gebäude verschwanden die Kleindenkmale zusehends aus dem Stadtbild.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken hat der Förderverein Museum „Zeit(T)räume“ die Initiative „Hausmadonna“ des Heimat- und Museumsvereins aufgegriffen und eine Marienstatue an der Fassade des Wohnhauses von Beate und Bruno Kaiser in der Unteren Vorstadtstraße installiert.

Zur Einweihung begrüßte Bruno Kaiser, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Museum „Zeit(T)räume“, am Freitag rund 40 Gäste in der Museumsscheune. Er erinnerte an seine Jugendzeit, als noch an jedem zweiten Haus in Walldürn eine Marienstatue zu sehen gewesen sei. „Leider ist diese Tradition immer mehr verloren gegangen“, so Kaiser. Die Initiative des Heimat- und Museumsvereins habe der Förderverein Museum „Zeit(T)räume“ deshalb dankbar aufgegriffen. Ein passender Kasten sei schon länger vorhanden gewesen. „Jetzt war es an der Zeit etwas zu tun.“ Abschließend dankte Kaiser den Firmen Universalprojekt und Metallwaren Wohlfahrt sowie den aktiven Mitgliedern des Fördervereins, ohne deren Hilfe das Projekt nicht realisierbar gewesen wäre.

„Religiöse Kleindenkmäler sind Ausdrucksformen des Glauben und Gedenkens im öffentlichen Raum“, konstatierte Bürgermeister Markus Günther. Bedauerlicherweise sei diese alte Tradition zunehmend in Vergessenheit geraten. Immer mehr Zeugnisse, die die Bezeichnung „Madonnenländchen“ rechtfertigen, seien aus dem Stadtbild verschwunden. Deshalb dankte Günther der Familie Kaiser und dem Förderverein Museum „Zeit(T)räume“ für die tatkräftige Unterstützung zur Belebung dieser Tradition.

Stadtpfarrer Pater Josef Bregula erinnerte daran, dass Maria als Mutter Gottes, als Mutter im Glauben, fest mit Jesus verbunden sei – in guten wie in schlechten Zeiten. Eine Marienstatue dürfe deshalb nicht nur als Schmuck angesehen werden, sondern müsse die Menschen aus Überzeugung begleiten.

„Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt“, zitierte Pater Josef aus dem Matthäus-Evangelium. Dies gelte für Jesus und „unsere Mutter Maria“ gleichermaßen. Nach dem gemeinsam gebeteten Vaterunser segnete Pater Josef die „Hausmadonna“, die zukünftig als Schutzpatronin über das Wohnhaus, das Museum und dessen Förderverein wachen soll. rs