Walldürn

Strohbären in Walldürn Gruppe der Kolpingsfamilie war wieder in der Innenstadt unterwegs

Singend und tanzend durch die Stadt

Die Stunde der Strohbären schlug gestern wieder in Walldürn. Singend und tanzend zog die närrische Schar durch die Innenstadt. Und sammelte auf ihrem Weg „schwarzen Hawwer“.

Walldürn. Zwei Mal im Jahr haben die Strohbären Ausgang. Einmal beim Dürmer Faschenachtsumzug. Da hatte die Gruppe der Kolpingsfamilie in diesem Jahr beim Narrenringumzug einen richtig großen Auftritt. Und dann natürlich am Rosenmontag. Da sind sie mit Musikanten, Treibern und Klohns unterwegs, um „schwarzen Hawwer“ zu sammeln. Der Erlös kommt einem sozialen Zweck zugute. Ein Strohbär muss dabei früh aufstehen. Um 7 Uhr beginnt das Einbinden im alten Lager der Firma Getränke Löhr in der Klosterstraße, dort herrscht dann emsige Betriebsamkeit. Mitglieder der Kolpingsfamilie sind dort aktiv, um die Strohbären auf ihren Auftritt vorzubereiten. Später machen sie sich auf ihren Zug durch die Stadt. Rund zwei Stunden dauert das Einbinden. Und die Arbeit ist nicht ganz einfach.

Stroh und Draht verarbeitet

Verarbeitet wird pro Strohbär – vier waren es am Montag wieder – einiges an Stroh und Draht, denn das Stroh wird mit Bindedraht an den Körpern befestigt. Gearbeitet wird von unten nach oben. Zuerst werden die Beine eingebunden, über Unter- und Oberkörper geht es weiter. Ehe der Kopf folgt.

Und bei allem muss man darauf achten, dass die Bären beweglich bleiben und nicht krumm gebunden werden. Denn einige Stunden stecken die Vier an diesem Tag schon unter dem Stroh. Mit dabei war auch wieder die Strohbärengruppe aus dem englischen Whettlesey.

Und dann machen sie sich auf den Weg. Sorgen um die Verpflegung muss sich unterwegs keiner machen. Überall auf dem Weg durch die Stadt gibt es eine kleine oder auch größere Stärkung. Für die Strohbären, aber auch die Treiber, Musikkanten und Klohns kommen nicht zu kurz. Der Weg führt immer in das Geriatriezentrum St. Josef. Das ist ein Ritual – die Bewohner freuen sich immer, wenn die Strohbärengruppe am Rosenmontag vorbeikommt. Da wird mitgesungen und mitgeschunkelt. Dann geht es weiter durch die Innenstadt. Stationen sind dort unter anderem die Sparkasse und die Volksbank. Und unterwegs werden in den Geschäften und von Passanten Spenden – der „schwarze Hawwer“ – für einen sozialen Zweck gesammelt.

Vorbereitungen begannen 2018

Die Vorbereitungen für den Rosenmontagsumzug 2019 haben schon im Sommer 2018 begonnen. Unter dem Motto „Heute schon an morgen denken“ wurde im Juli auf einem Feld von Michael Ackermann das eigens dafür angebaute Haferstroh geerntet. Und Ende September wurde das Stroh dann auf dem Hof von Markus Mackert gedroschen: Damit die Strohbären an Faschenaacht auch gut aussehen.

Sehenswerte Gesellen

Was gestern wieder der Fall war. Zwar sind die Strohbären bei näherem Kennenlernen etwas kratzig im Umgang, aber immer wieder sehenswert und unterhaltsam. Und mit dem Treiben der Strohbären hält die Walldürner Kolpingsfamilie zudem einen alten Fastnachtsbrauch am Leben.