Walldürn

Treffen der Z1-Freunde 17 Besitzer trafen sich über das Wochenende in Walldürn

„So ein Auto gibt man nicht mehr her“

Walldürn.Urgrün, Purblau, Toprot und Traumschwarz glänzten am Wochenende in Walldürn um die Wette. Hinter diesen Namen verbergen sich einige Serienlackierungen des zwischen 1989 und 1991 gebauten BMW Z1, von denen sich auf Einladung des Walldürner Z1-Fahrers Marco Schad 17 bestens erhaltene Exemplare und ihre Fahrer aus dem ganzen Bundesgebiet rund um das „Riesen-Areal“ trafen. Der Z1 verfügt nicht nur über ein nicht zuletzt dank der im Automobilbau bis heute einzigartigen versenkbaren Türen besonderes Äußeres, sondern auch über eine ganz besondere Geschichte: 1987 auf der IAA in Frankfurt vorgestellt, verstand sich der kompakte Roadster zunächst als reines Konzeptfahrzeug des weiß-blauen Autobauers – eine Serienfertigung war ursprünglich nicht angedacht.

Vertrauter Innenraum

Nachdem aber bereits hier Bestellungen aufgegeben wurden, lief die Produktion 1989 an und griff auf zahlreiche Komponenten aus der Großserie zurück: Die Bodengruppe stammt von der 3er-Reihe E30, während der 2,5-Liter-Sechszylinder-Reihenmotor mit 170 PS in den Modellen 325i und 525i zum Einsatz kam. Auch der Innenraum ist jedem vertraut, der einmal in einem BMW der 80er-Jahre gesessen hat, verfügt er doch über zahlreiche Hebel, Griffe und Anzeigen der BMW-Großserie. Dazu gesellt sich ein Fahrgefühl, von dem Fans bis heute schwärmen.

Marco Schad, auf dessen Initiative auch die Walldürner Z1-Treffen in den Jahren 2007, 2009, 2011, 2014 und 2016 gehen, erstand seinen urgrünen Z1 bereits 2000 und freut sich über „ein Auto, das man normalerweise nicht mehr hergibt, wenn man es einmal besitzt“. Zehn Jahre später fand Heiko seinen in kräftigem „Toprot“ lackierten BMW Z1.

Während einer Urlaubsreise nach Italien verliebte er sich spontan in die Form und ging zuhause in Deutschland spontan auf die Suche, bis er 2010 Besitzer seines bestens gepflegten Z1 wurde. Er hat sogar einen Tipp auf Lager: „Ältere Autos müssen nicht mit teurem, von Werkstätten gern empfohlenem Synthetiköl betrieben werden, ein gutes Öl der Viskosität 10W40 reicht vollkommen aus“, empfiehlt der BMW-Fan.

Einer der wenigen Erstbesitzer ist Frank, dessen in kräftigem Purblau-Metallic lackierter Z1 über den kompletten Werdegang verfügt: „Ich habe sogar die Neuwagenrechnung noch“, erklärt er nicht ohne Stolz und verweist auf die im Vergleich zu anderen Marken und Modellen durchaus problemlose Ersatzteilversorgung: „Fast alle Teile sind bei BMW noch lieferbar, und was es nicht mehr gibt, kann man auch organisieren“, erläutert er und lädt zum „Probesitzen“ auf den sportlich-komfortablen Schalensitzen seines mit Kassetten-Radio und Digitaluhr ausgerüsteten Schmuckstücks ein.

Jörg, der mit seinem frühen Z1 von 1989 („niedrige Fahrgestellnummer“) aus dem Aschaffenburger Raum nach Walldürn reiste, definiert sein Auto als „Gesamtkunstwerk“ – allein die Technik sei faszinierend, aber auch das Fahrwerk könne man als Klasse für sich bezeichnen: „Es gibt schon seinen Grund, dass diverse Komponenten teilweise über drei Generationen des 3er-BMWs verbaut wurden“, sagt er und freut sich über sein „noch heute modernes Auto mit dem Flair eines echten Klassikers“. Neben ihm hat ein Z1-Fahrer „die beste Möglichkeit gefunden, mit Motorrad-Elementen ein vollwertiges Auto zu bewegen“, wie er erklärt und bezeichnet den Zweisitzer begeistert als „Probierstück für die damals neu gegründete BMW-Motorsport GmbH, bei dem nicht der Rotstift, sondern die Ingenieure den Ton angaben“.

Spaß bei Ausfahrten

Auch manche Ausfahrt gehörte zum Programm der dreitägigen Zusammenkunft. So ging es am Samstagmorgen bei idealem „Cabriowetter“ in Etappen auf ins Neckartal. Auch dort hatten die Z1-Fahrer ihren Spaß. „Diese Treffen leben von dem speziellen Ambiente unter Gleichgesinnten, die sich austauschen und miteinander ihr Hobby genießen“, resümiert Marco Schad. ad