Walldürn

Auftritt in der Nibelungenhalle 67 Nachwuchsmusiker der "Jungen Philharmonie Neckar-Odenwald" begeisterten ihr Publikum

Stehender Beifall für imposantes Konzert

Die "Junge Philharmonie Neckar-Odenwald" war am Samstag zum zweiten Mal in Walldürn zu Gast und bereitete dem Publikum erneut ein außergewöhnliches Klangerlebnis.

Walldürn. Ein außergewöhnliches und wahrlich imposantes eineinhalbstündiges Sinfoniekonzert mit Werken von Peter Warlock, Johann Sebastian Bach und Mikhail Tushmalov erlebten am Samstagabend rund 200 begeisterte Besucher in der Nibelungenhalle. Auf der Bühne präsentierten 67 junge Instrumentalisten der "Jungen Philharmonie Neckartal-Odenwald" unter der Leitung von Thomas Kalb, dem ehemaligen langjährigen Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters der Stadt Heidelberg, ihr inzwischen fünftes großes Projekt.

Zum zweiten Mal gastiere die "Junge Philharmonie Neckartal-Odenwald", die als Bindeglied zwischen der Ensemblearbeit im klassischen Bereich an den Musikschulen und dem Landesjugendorchester Baden-Württemberg im Jahr 2011 von den Musikschulen Buchen, Eberbach, Mosbach und Walldürn gegründet worden war, in Walldürn.

"Musik ist Trumpf", das sei das unausgesprochene Motto des Abends, begrüßte Bürgermeister Markus Günther das Publikum. Jedem, der sich aktiv der Musik verschreibe, gratuliere er zu diesem Zugewinn von Lebensqualität. "Es gibt keinen Zweifel: Mit Musik hat man mehr vom Leben, und diesen Vorsprung sollte man sich auf alle Fälle erhalten", sagte Günther und schloss mit einem Zitat des französischen Moralisten Joseph Joubert: "Ein einziger schöner Klang ist schöner als langes Gerede".

Drei anspruchsvolle Beiträge

Im Anschluss bildeten drei musikalisch höchst anspruchsvolle Beiträge das Grundgerüst des Programms: die "Capriol Suite" von Peter Warlock, das "Konzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo d Moll, BWV 1043" von Johann Sebastian Bach und "Bilder einer Ausstellung" von Modest Petrowitsch Mussorski in einem Arrangement von Mikhail Tuschmalov. Den konzertanten Auftakt bildete die von der Jungen Philharmonie Neckartal-Odenwald dargebotene "Capriol Suite" von Peter Warlock, die im Oktober 1926 entstand und aus sechs Tänzen besteht, die der 1588 entstandenen Orchésographie des französischen Priesters und Renaissancechoreografen Thoinot Arbeau entnommen sind.

Der nächste Programmpunkt, das "Konzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo d-Moll, BWV 1043", stellte für viele Besucher ganz den konzertanten Höhepunkt dar. Im dessen Mittelpunkt standen immer wieder die Geschwister Xixi und Kai Gabel aus Worms als Gast-Solisten, die dank der guten Zusammenarbeit der "Jungen Philharmonie Neckartal-Odenwald" mit der Staatlichen Hochschule für Musik in Mannheim für den Part der Solo-Violinen gewonnen wurden. Die beiden Ausnahmetalente sind mehrfache Bundespreisträger im Wettbewerb "Jugend musiziert" und regelmäßig zu Gast bei internationalen Meisterklassen. Die hohen Auszeichnungen bestätigten sie auch in Walldürn nachhaltig.

Nach einer kurzen Pause überzeugten die 67 instrumental gut aufeinander abgestimmten Nachwuchsmusiker die Zuhörer im zweiten Teil des Sinfoniekonzertes mit dem schwungvoll interpretierten Klavierzyklus "Bilder einer Ausstellung" aus dem Jahr 1874.

Das Werk vermittelte in musikalischer Form den Eindruck eines Rundgangs durch eine Ausstellung von Arbeiten Viktor Hartmanns. Nach mehreren Steigerungspassagen, die das vorherige Läuten bis zum lärmenden Getöse anschwellen ließ, endete das Stück mit einer monumentalen Apotheose des Hauptthemas und gewaltigen Schlussakkorden.

Klar, dass nach nicht enden wollendem, stehendem Beifall des begeisterten Publikums die 67 jungen Musiker und ihr hervorragender Dirigent Thomas Kalberst die lautstark geforderte Zugabe nur allzu gerne gewährten. ds