Walldürn

Volles Haus in den Löwen-Lichtspielen Film von Johannes Heilmann über Wohnmobil-Tour zum Nordkap nahm Besucher mit / Zusatztermin am 13. Dezember

Tür zu einer faszinierenden Reise geöffnet

Volle Ränge in den Löwen-Lichtspielen: Der Film „North [Es]cape“ des Walldürners Johannes Heilmann lockte viele Zuschauer an. Deswegen gibt es noch einen Zusatztermin.

Walldürn. Was der Walldürner Johannes Heilmann bei seinem eigenproduzierten Film über die Tour zum Nordkap per Wohnmobil präsentierte, war nicht nur nett anzuschauen. Vielmehr schaffte es das gelungene Gesamtwerk aus bewegten Bildern, passgenauer Musikuntermalung und Originaltönen im Reiseverlauf, die Besucher in den voll besetzten Löwen-Lichtspielen regelrecht mitzunehmen. Das Motto des vergangenen Mittwochabends kann mit „Alle einsteigen, bitte!“ wohl ziemlich genau beschrieben werden.

Und da nicht alle einsteigen konnten, sondern zahlreiche Interessenten mangels Platz vor verschlossenen Türen standen, wurde umgehend ein Zusatztermin am 13. Dezember um 19.30 Uhr nachgeschoben.

Es war also nicht nur ein bloßer Filmvortrag mit Erläuterungen des Protagonisten. Vielmehr öffnete der 22-Jährige bei seinem Heimspiel mit einer Multimediashow die Tür zu einer faszinierenden Reise, die seinem vermittelten Lebensgefühl „Nicht Dinge, sondern Momente sammeln – und zwar die richtigen“ sehr nahe kam.

Der Veranstaltungstitel „North [Es]cape – Mit dem Wohnmobil zum Nordkap“ stand für persönliche Einblicke in Erlebnisse, Schwierigkeiten und Erfahrungen auf dieser Tour, und erlaubte den Besuchern ein unmittelbares Nachvollziehen der Eindrücke. Neben eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen über Berge und Schluchten, Flüsse und Seen, Fjorde, Meer und Felslandschaften, unterstrich die atmosphärische Musik den nachhaltig prägenden Eindruck.

Von Fehmarn ging es in einem Tagesabschnitt quer durch Dänemark, über die mächtige Öresundbrücke nach Malmö/Schweden, und dann bis zum Etappenziel Oslo. Dabei blieb Heilmann, der in den ersten zwei von drei Wochen der Tour von Kameramann-Kumpel Steffen Priwitzer begleitet wurde, nicht nur in der Rolle des passiven Vorbeiziehen-Lassers. Angesagt waren vielmehr Orts- und Stadtbegehungen, Hügel- und Bergbesteigungen, und immer wieder auch die Suche nach sportlicher Aktivität. Ob (das nicht zustande gekommene) Snowboarden, Wellenreiten oder besonders gerne Kitesurfen – also angetrieben durch ein Windsegel auf den Wellen dahingleiten – Aktivität war angesagt.

Da konnte auch eine defekte Wasserpumpe, die schließlich ersetzt werden konnte, den Erlebnishunger nicht wesentlich trüben. Der „Wunsch nach Freiheit“, und der persönliche Umgang mit diesem Begriff, schimmerte immer wieder als Grundmotiv durch. Raus aus der Komfortzone, ran an die Natur und den mitunter nicht leichten Umgang damit. Kitesurfen bei sieben Grad Außentemperatur und 80-prozentiger Luftfeuchtigkeit etwa. Spaß hat es nach eigener Aussage trotzdem gemacht.

Eindrucksvolle Aufnahmen

Dafür wurde der Reisende aber auch ordentlich entschädigt: Mit himmelfüllenden Nordlichtern etwa, die Heilmann in eindrucksvollen Aufnahmen festgehalten hat. Oder der Begegnung mit unerwarteten Fuß- beziehungsweise Hufgängern, denn Kühe und Schafe tummelten sich auf entlegenen Flach- und Bergstrecken. Da musste das Wohnmobil schon mal zum Almabtrieb herhalten. Touren zu Naturschätzen wie einem Zwillingswasserfall oder eine Bergbesteigung mit einem direkt daneben klaffenden 1000-Meter-Abgrund und bizarren Felsformationen. Die „Atlantic Ocean Road“ am äußersten Rand der norwegischen Fjorde war am Tag der Durchfahrt zum Glück windstill und ohne aufziehendes Sturmwetter. Ansonsten hätte Gefahr bestanden, dass die Wellen bis auf und über die Brücke(n) gespült worden wären.

Nach dem Absetzen von Begleiter Priwitzer in Tromsö nahm Heilmann die letzten Abschnitte allein auf sich. Über die Lofoten ging es schließlich bis zum Nordkap, wo die erste Nacht direkt neben einem „Geisterhaus“ zugebracht wurde. Als der Walldürner schließlich am Ziel seiner Reise angekommen ist, und von der Drohne am Nordkap stehend – oder besser jubelnd? - aus der Vogelperspektive eingefange wird, waren auch die Anwesenden im Bann der Bilder endgültig gefangen.

„Die Idee zur Tour kam mir über Facebook und nach Fotos von der Atlantic Ocean Road“, erläuterte Heilman im Anschluss. „Und der Gedanke an einen Film entstand, weil diese atemberaubende Landschaft es schlicht und einfach verdient hat!“. Die Vorführung endete mit Applaus der rund 130 Besucher und einer Fragerunde, die zweite Runde steht am 13. des Monats an.