Walldürn

Dritter Wallfahrtssonntag Apostolischer Nuntius Erzbischof Dr. Eterovic hielt die Predigt beim Pontifikalamt

„Überzeugte Jünger Jesu werden“

Archivartikel

Höhepunkt des dritten Wallfahrtssonntags bei der Wallfahrt „Zum Heiligen Blut“ war die Predigt des Apostolischen Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterovic aus Berlin.

Walldürn. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte S.E. Apostolischer Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterovic das Leitwort der Wallfahrt, „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14, Vers 6). Kirchenmusikalisch umrahmt wurde das Pontifikalamt vom Kirchenchor St. Cäcilia, von einem Orchester sowie von Vocalisten, die unter der Leitung von Organist Christopher Henk und Michel Wüst gemeinsam die „Messe brève no. 7 in C“ sowie das „Ave verum corps“ von Charles Gounod zur Aufführung brachten

Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter P. Josef Bregula OFM conv., ging bei der Begrüßung auf das Leitwort ein, einen Vers aus der Bergpredigt. Verlaufen, verwirrt, frustriert, verunsichert – genau diese Eigenschaften hätten die Jünger Jesu empfunden, als der ihnen offenbart hätte, nicht mehr lange unten ihnen zu sein. Verlaufen, verwirrt, frustriert, verunsichert, so würden auch wir heute oft durch unser Leben laufen, Jugendliche und jungen Menschen in der Not um ihre Zukunft oder die ältere Generation in der Sorge um Einsamkeit und der Sorge vor dem Alleinsein und eventueller Armut.

Doch in der Bergpredigt gebe Jesus die Richtung vor und zeige uns unser eigent-liches Ziel auf. So wolle man sich als gute Christen gemeinsam auf diesem Weg ma-chen, so den weiteren Lebensweg bestreiten und nach seiner Wahrheit leben, um so zum ewigen Leben bei Gott zu gelangen.

Nach den beiden von Gemeindereferentin Anne Trabold als Lektorin vorgetragenen Lesungen aus dem Buch Jesaja und aus dem Hebräer-Brief sowie nach der Verkündigung des Heiligen Evangeliums aus der Offenbarung des Johannes durch Diakon Friedhelm Bundschuh, hob der Nuntius zu Beginn seiner Predigt hervor, das Wort Gottes, das verkündet worden sei, helfe besser, das Geheimnis zu verstehen, das man an diesem Sonntag feiere.

Jeden Sonntag würden sich die Christen versammeln, um die Heilige Messe zu feiern, die zugleich das Gedächtnis des Opfers Jesu Christi und Ausdruck der Gemeinschaft der Jünger mit dem auferstandenen Herrn und untereinander sei, wie auch das Unterpfand des ewigen Lebens.

An diesem Sonntagvormittag habe dieser Gottesdienst einen besonderen Sinn, der von der Wallfahrt und der Verehrung des Heiligen Blutes gekennzeichnet sei, das seit 700 Jahren in dieser Basilika aufbewahrt werde. Im Licht des Wortes Gottes, das man zuvor gehört habe, wolle er an dieser Stelle das eucharistische Wunder in Erinnerung rufen und dabei zwei Themen verweilen, die wichtig für das Leben der Kirche und jedes einzelnen Gläubigen seien: die Pflicht zur Evangelisierung in der Einheit im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.

In der zweiten dieser Predigt vorausgegangenen Lesung hätten alle die Mahnung des Heiligen Paulus an die Christen gehört, dem Herrn zu vertrauen und Mut auch in den Schwierigkeiten im Verlauf des Lebens zu haben. Dabei habe er unter anderem auch das Blut und das Wasser erwähnt, zwei wichtige Symbole des christlichen Lebens. Dieser Abschnitt rufe den Moment des erlösenden Todes Jesu Christi in Erinnerung. Das Wasser erinnere an die Taufe und die Gabe des Heiligen Geistes, das Blut an das Opfer Christi und die Eucharistie.

Eucharistisches Wunder

Das Blut Christi versammle alle Anwesenden an diesem Morgen zum eucharistischen Wunder von Walldürn, das 1330 geschehen sei. Ähnliche eucharistische Wunder habe es auch noch verschiedenen anderen Orten Europas gegeben. Angesichts der Zweifel an der Realpräsenz Christi unter den Gestalten von Brot und Wein hätten diese Wunder zur Festigung der konstanten Lehre der katholischen Kirche beigetragen. Bei der Feststellung der Wahrheit der Tatsachen hätten die Römischen Päpste eine entscheidende Rolle eingenommen. Sie hätten untersuchen lassen, was geschehen sei, und hätten die Authentizität der Geschehnisse beglaubigen lassen. Solches sei auch beim Wunder von Walldürn durch Papst Eugen Iv. geschehen.

Näher auf das Leitwort eingehend sagte der Erzbischof, dass der auferstandene Jesus Christus durch sein Wort und in besonderer Weise in den Gestalten von Brot und Wein unter uns Christen gegenwärtig sei. Die eucharistische Gegenwart sei von ganz besonderer Art und werde mit den lateinischen Adjektiven „vere“, „realiter“ und „substantialiter“ aufgezeigt. In der Eucharistie sei also Jesus wahrhaftig, wirklich und wesentlich gegenwärtig – wenn auch in verhüllter Weise.

Die Eucharistiefeier erinnere daran, dass Jesus seine Verheißung erfüllt habe, als er den Jüngern gesagt habe: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“. Im eucharistischen Brot und Wein sei Jesus Christus wahrhaft für immer mit allen Katholiken geblieben.

Der Wille Jesu Christi enthalte auch die wesentliche missionari-sche Methodologie, die sich in drei Worten ausdrücke: „lehrt“, „tauft“, „befolgt“. Man müsse die Außenstehenden auf den Glauben vorbereiten, in ihn einführen. Die Taufe sei das erste und grundlegende Sakrament der christlichen Initiation. Sie werde gespendet im Namen des Vater, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Schließlich sei der Christ gehalten, als das zu lehren und zu befolgen, was Jesus Christus offenbart habe.

Diese Lehre werde in verschie-denen Sätzen und Worten Jesu Christi überliefert. Eine davon sei jene, die man zuvor bei der Verkündigung des Heiligen Evangeliums nach Johannes gehört habe: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“.

Unter diesem Leitwort stehe die Wallfahrt nach Walldürn. Das Wort Gottes mahne alle Katholiken, überzeugte Jünger Jesu und eifrige Missionare seines Evangeliums zu werden. Ein jeder einzelne und alle zusammen seien dazu aufgerufen, Evangelisatoren dort zu werden, wo wir leben würden. ds