Walldürn

Bei der Firma Procter & Gamble Neue Halle im Werk Walldürn wurde eingeweiht / Produktionsablauf erläutert

„Umwelttechnisch auf neuestem Stand“

Archivartikel

Nach neun Monaten Bauzeit wurde am Samstag das neue Ätztechnik-Gebäude der Firma Procter & Gamble eingeweiht. Auf dem Programm stand auch ein Mitarbeiterfest.

Walldürn. Mit Sandalen, Lederslippern oder Turnschuhen kam man am Samstag auf dem Firmengelände nicht allzu weit: Zur Einweihung der neuen Werkshalle von Procter&Gamble wurden allen Gästen Sicherheitsschuhe gereicht. Grund dafür waren in der Halle gelagerte Chemikalien – schließlich soll die Produktion im neuen Ätztechnik-Gebäude am 16. Juli anlaufen.

„Absolute Rekordzeit“

„Das 4040 Quadratmeter große Gebäude wurde in absoluter Rekordzeit von nur neun Monaten errichtet“, freute sich Werksleiter Christoph Reif und verwies nicht ohne Stolz auf die im vergangenen Spätsommer durchaus komplizierte Ausgangslage: „Weder uns noch den beteiligten Baufirmen erschien dieses Zeitfenster als möglich“, fuhr er fort und lud nach einem die Entstehung der Halle beleuchtenden Kurzfilm zu einem Rundgang durch den dreigeschossigen Bau ein.

„Gerade die aktuell sehr große Beliebtheit unserer Braun-Premium-Rasierer und -Epilierer der Serien 7 bis 9 führte zur Notwendigkeit dieser Halle“, informierte er. Die neue Halle jedenfalls werde die Voraussetzungen dafür schaffen, ausreichende Stückzahlen zu produzieren und, speziell im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft, der hohen Nachfrage Herr zu werden, wie der Werksleiter betonte.

In der Halle selbst werden Scherblätter im zu weiten Teilen automatisierten Ätztechnik-Produktionsverfahren hergestellt – so werden zum Beispiel die Chemikalienzufuhr, die Prozesskontrolle sowie die Reinigung der Ätzgeräte vollkommen automatisch gesteuert. Fernerhin lag der Fokus bei dem neuen Gebäude im Besonderen auf Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit: „Unsere Wärmepumpen können mit regenerativer Energie betrieben werden“, merkte Gabriele Hässig (Geschäftsführerin Kommunikation und Nachhaltigkeit) an.

Voll klimatisiert

Das Erdgeschoss der voll klimatisierten Halle beherbergt neben dem Eingangsbereich und dem Lager das Labor, in dem etwa erste Analysen der Rohmaterialien durchgeführt werden. Im ersten Stock findet die Nutzenvorbereitung statt. Als „Nutzen“ bezeichnet man bei Procter & Gamble das Vorprodukt der späteren Klinge, wie die dort tätigen Mitarbeiter Johannes Pulko und Emre Gezes erklärten. Das Rohprodukt wird als Blechknäuel angeliefert und durch moderne Gerätschaften in die Richtanlage geführt, wo die Teile entfettet, geätzt, gespült und anschließend getrocknet werden; der sogenannte „Störstoffpuffer“ erkennt drohende Probleme rechtzeitig.

„Der Neubau ermöglicht neben einer Produktion auf umwelttechnisch neuestem Standard auch weitere Investitionen und spätere Upgrades, damit wir gemäß unserem Werbemotto Zukunft gestalten können“, betonte Christoph Reif bei der Begehung.

Der eigentliche Ätzprozess findet im zweiten Stock statt: „Hier ätzt die Lauge die vorgesehenen Löcher in den Stahl und stellt dadurch letztlich die Klinge her“, schilderte Johannes Pulko.

Nach der Messung und dem Be- und Entkleben halte man das fertige Schneidteil in der Hand, das an anderer Stelle im Scherkopf der Rasierer und Epilierer verbaut wird.

Beim abendlichen Mitarbeiterfest hatten auch die Mitarbeiter die Gelegenheit, die neue Werkshalle kennenzulernen. ad