Walldürn

Evangelische Pfarrgemeinde Pfarrer Karl Kreß feiert heute seinen 60. Geburtstag / Seit 2008 schafft der Jubilar erfolgreich neue Strukturen in seiner Gemeinde

Unermüdlicher Theologe und Seelsorger

Archivartikel

Walldürn.„Jesus Christus ist Ursache, Mitte und Ziel meines Lebens“, sagt Karl Kreß. In diesem Vertrauen und im Aufblick auf den Heiland feiert der evangelische Pfarrer in Walldürn heute seinen 60. Geburtstag.

Geboren wurde der Jubilar am 31. Juli 1958 in Öhringen als Sohn des Ehepaars Karl Kreß senior und Rosa Kreß (geborene Spindler). Seine Jugend verbrachte er in einem Stadtteil von Forchtenberg am Kocher. Von 1968 bis 1985 half er immer wieder in der elterlichen Landwirtschaft mit. Nach dem Besuch der Volksschule Wohlmuthausen, der Hauptschule Neuenstein, der Wirtschaftsschule Öhringen und der Kaufmännischen Berufsschule in Öhringen sowie der Ableistung seines Wehrdienstes war Kreß lange Zeit bei der Energieversorgung Schwaben AG tätig.

Dort sammelte er vielfältige Erfahrungen im Abrechnungswesen mit Strom- und Gaskunden, war in die Einführung der elektronischen Zählerstands-Auslesung im Bereich Öhringen involviert und wurde zunächst im Juni 1996 zum Beauftragten der Energieversorgung Gaildorf oHG und im Juli 1997 zum Beauftragten der Energieversorgung Schwaben AG im Geschäftsbereich Öhringen bestellt. Von 1997 bis 1998 arbeitete Kreß ferner bei der Entwicklung von Vertriebssystemen mit.

Es folgten Aufgaben als Hauptsachbearbeiter bei der Hauptabteilung Personalentwicklung und Sozialwesen der EVS beziehungsweise der EnBW AG, als Spezialist für Wettbewerbskunden bei der EnBW Stuttgart, als Koordinator der Schnittstelle Gesellschaft für Messen und Abrechnen der Vertriebsgesellschaft sowie der Servicegesellschaft Informationsverarbeitung und als Datenverarbeitungssystem- und Vertragsmanager auf der Ebene eines Abteilungsleiters. Im gleichen Zeitraum leitete der Jubilar zahlreiche Projekte der EnBW, beispielsweise in den Bereichen Ablesung/Abrechnung, SAP, systemtechnische Umorganisation und Entwicklung eines Prognosetools. Außerdem arbeitete er in verschiedenen Kompetenzteams, Arbeitskreisen und als Referent für Sonderaufgaben.

Verheiratet ist der Jubilar seit Juli 1985 mit seiner Ehefrau Waltraud (geborene Fellmann). Zwei seiner fünf Kinder sind inzwischen selbst verheiratet. Karl und Waltraud Kreß sind seit der Geburt der Enkelin Johanna im Mai Großeltern.

Radikaler Schnitt

Im Jahr 2004 vollzog Kreß einen radikalen Schnitt in seinem Leben. Mit der Unterstützung seiner Familie absolvierte der Industriefachwirt, Industriekaufmann und Referent für Informationstechnologie ein Theologiestudium an der evangelischen theologischen Fakultät in Heidelberg. Zuvor hatte er das fachgebundene Abitur für Theologie abgelegt, eine Eignungsprüfung für den Zugang besonders qualifizierter Berufstätiger zu den Hochschulen bestanden und ein Stipendium der Landeskirche in Baden erhalten.

Die Ordination zum Pfarrvikar der Landeskirche erfolgte im März 2007 in Wieblingen (Heidelberg). Im September 2008 wurde Kreß als Pfarrer in Walldürn berufen. Sei Auftrag war es von Anfang an, die Strukturen der evangelischen Kirchengemeinde neu zu regeln, die Seelsorge aufzubauen und die Integration der Russlanddeutschen in der Pfarrgemeinde voranzubringen.

Schwerpunkte sind neben der Intensivierung des Predigtdienstes der Aufbau der Seelsorge, die Sanierung des Gemeindehaushaltes sowie ein erfolgreiches Gebäudemanagement. Seit dem Amtsantritt des Jubilars wurden das „Haus der offenen Tür“ und das Militärpfarrhaus verkauft, der Kindergarten saniert, eine neues Gemeindehaus erbaut, das Pfarrhausdach erneuert und die Außenanlage neu gestaltet.

Weiterhin ist Pfarrer Kreß von Anbeginn erfolgreich um die Öffnung der evangelischen Kirchengemeinde Walldürn gegenüber der Stadt Walldürn und der katholischen Kirchengemeinde bemüht.

Als Pfarrer und kirchlich geprüfter Theologe ist Kreß vom Schuldekanat Mosbach/Adelsheim-Mosbach als Religionslehrer an der Grundschule Walldürn eingesetzt. Des Weiteren ist er Mitglied im erweiterten Vorstand der kirchlichen Sozialstation Hardheim-Höpfingen-Walldürn, Beisitzer im Heimat- und Museumsverein Walldürn sowie Botschafter des Odenwald Hospiz.

In der Leitung des evangelischen Kirchenbezirks Adelsheim-Boxberg fungiert Kreß als Vorsitzender der Bezirkssynode, ist Mitglied im Bezirkskirchenrat und im Dekanatsbeirat sowie im Struktur- und Finanzausschuss, und schließlich gewähltes stellvertretendes Mitglied im Verwaltungsrat des Verwaltungs- und Serviceamtes.

Weiterhin ist Pfarrer Kreß Diakoniepfarrer im evangelischen Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg, Vorsitzender des Diakonieverbands im Neckar-Odenwald-Kreis, Mitglied im Aufsichtsrat des diakonischen Werks im Neckar-Odenwald-Kreis sowie Mitglied in der Gesellschafterversammlung der Industrie Service Odenwald gGmbH, in der diakonischen Konferenz der Evangelischen Landeskirche in Baden, im Aufsichtsrat des Helmut-Galda-Hauses in Buchen, in der Verbandsversammlung des Diakonieverbands im Neckar-Odenwald-Kreis und im Konvent der Diakoniepfarrer des Diakonischen Werks Baden und schließlich Aufsichtsratsvorsitzender der Kirchen-Käserei Sindolsheim.

Zu guter Letzt ist der Jubilar gewählter Landessynodaler in der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden, Mitglied im Landeskirchenrat, im Ältestenrat der Landessynode, im Rechtsausschuss, in der Bischofswahlkommission, im Stiftungsrat der Dachstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden, der EKD-Landkirchenkonferenz als Delegierter der Evangelischen Landeskirche in Baden, in der Kommission für Konfirmation, der FAG-Arbeitsgruppe sowie Beirat im Projekt „Inklusion“ der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Trotz dieser vielfältigen Aufgaben bleibt dem Jubilar hin und wieder Zeit zum „frönen“ verschiedener Hobbys wie der Theologie, der deutschen Geschichte, der Heimatgeschichte im Bereich Hohenlohe, der Genealogie der Mennoniten seiner Ehefrau und seiner religiös vielfältig geprägten Vorfahren sowie dem Lesen.

Zum heutigen Ehrentag gratulieren neben der Familie sowie zahlreichen Verwandten, Freunden und Bekannten auch die Fränkischen Nachrichten und wünschen für die Zukunft alles Gute. ds