Walldürn

Eiderbach Maiwanderer stören geschützten Nager

Unnötiger Stresstest für den Biber

Archivartikel

Walldürn.Was muss sich der Biber im Eiderbach an der Hainstädter Brücke am 1. Maifeiertag gedacht haben, als im Verlauf des Tages – trotz Hinweisschild, die Wege nicht zu verlassen – etwa 50 Personen direkt über seinen Erdbau gelaufen sind, um den Biberdamm zu bestaunen. Auch ein Mountainbiker ließ es sich nicht nehmen, über den Wohnbau bis an den Damm zu radeln.

Erst recht muss er sich – müde von seinen nächtlichen Aktivitäten – die Augen gerieben haben, als sich eine Person noch entkleidete, im angestauten Bereich schwimmend Abkühlung suchte und anschließend dem Biber seine Unterhose auf dem Wasser treibend zurückließ.

Und dies trotz des Hinweisschildes, dass der Bereich im Rahmen des Bibermanagements zeitweise mit einer Wildtierkamera beobachtet wird. Martin Kuhnt, zuständiger Biberberater des Landkreises, oblag nach dem Treiben die Aufgabe, den Müll zu beseitigen, über die menschlichen Hinterlassenschaften hinwegzusehen und den Biber damit zu trösten, dass mit dem Vatertag am 30. Mai zwar noch einmal „Gefahr“ drohe, danach der Spuk für dieses Jahr aber wahrscheinlich vorbei sei.

Aus gegebenem Anlass bietet Biberberater Kuhnt am Samstag, 4. Mai, um 16 Uhr eine circa 90-minütige Führung im Biberrevier am Eiderbach an. Thematisiert wird der Biber als Landschaftsgestalter, sein ökologischer Nutzen, der Schutzstatus und Konfliktbereiche. Treffpunkt ist aus Walldürn kommend die Waldwegekreuzung vor der Hainstadter Brücke.