Walldürn

OWK-Bezirkswandertag in Walldürn 200 Teilnehmer waren rund um die Wallfahrtsstadt unterwegs

Viel geboten bei den Wandertouren

Archivartikel

Walldürn.Anlässlich der 1225-Jahr-Feier der Stadt Walldürn richtete die Odenwaldklub-Ortsgruppe Walldürn am vergangenen Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen den diesjährigen Bezirkswandertag des OWK-Bezirks 7 in Walldürn aus.

In der dekorierten Nibelungenhalle fanden sich am Vormittag nahezu 200 Wanderfreunde aus den Ortsverbänden Amorbach, Buchen, Großheubach, Hardheim, Kleinheubach, Lautenberg, Waldbrunn und Walldürn sowie aus dem benachbarten OWK-Bezirk aus dem Kraichgau – aus Neckarbischofsheim – ein. Auch eine Radgruppe aus Osterburken und eine Wandergruppe der Sportkarateabteilung der Eintracht 93 Walldürn waren zu Gast.

Aufschwung in den 50ern

Sie alle und die Ehrengäste wurden von der Vorsitzenden der Walldürn Ortsgruppe, Agnes Sans, mit dem OWK-Wandergruß „Frisch Auf“ begrüßt. Die Ortsgruppe Walldürn bestehe schon mehr als 120 Jahren, erklärte sie in ihrer Rede. Sie wurde im Jahr 1898 ursprünglich als Verschönerungsverein gegründet, doch wurden die Aktivitäten dann in den Kriegszeiten zwischenzeitlich stillgelegt. Doch schon in den 50er-Jahren gab es dann wieder viele Höhepunkte im Vereinsleben.

Momentan würden mit ihr die Vorstandsmitglieder Susanne Dearnley, Karl-Friedrich Berberich, Albert Ehrler, Ralf Englert und Werner Weigand die Ortsgruppe leiten, tatkräftig unterstützt von Brunhilde Marquardt und Wolfgang Eisenhauer.

21 Wanderführer in der Ortsgruppe

Derzeit verfüge die Ortsgruppe über 21 Wanderführer, und man sei an nahezu 40 Sonntagen im Jahr zu Halbtages- und Ganztageswanderungen sowie auch zu Mehrtages-Wanderfahrten unterwegs. Den älteren Mitgliedern würden zudem gesellige Veranstaltungen von Heinz und Brigitte Laukenmann sowie von Ursula Mechler angeboten.

Mit den Worten des französischen Schriftstellers Georges Duhamel, „Die Landschaft erobert man mit den Schuhsohlen, nicht mit den Autoreifen“, eröffnete Bürgermeister Markus Günther seine Ansprache. Das Erlebnis Odenwald sei mehr als nur wandern, es sei sehen, spüren, fühlen, es sei die Begegnung mit der Natur, mit sich selbst und mit anderen. Allein das Ziel zu erreichen sei zu wenig, „denn der Weg ist das Ziel“. Mit Freude und auch ein klein wenig Stolz ging der Bürgermeister auch auf die Feier zum 1225-jährigen Bestehen der Stadt ein.

Nach ausführlichen Informationen über wichtige historische Daten sowie die Wallfahrt erzählte Günther, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg gelang, die Infrastruktur Walldürns deutlich zu verbessern und im Jahr 1958 mit der Nibelungenkaserne die erste Garnison der Bundeswehr im nördlichen Teil von Baden-Württemberg zu errichten.

Heute zähle die Kernstadt Walldürn rund 8000 Einwohner, mit den Walldürner Ortsteilen sogar rund 12 000. Der Tourismus spiele in Walldürn eine bedeutende Rolle. Als Wallfahrtsort mit der Basilika „Zum Heiligen Blut“ und rund 50 000 Wallfahrern und Pilgern pro Jahr, sei Walldürn die drittgrößte Wallfahrtsstätte und gleichzeitig größter eucharistischer Wallfahrtsort Deutschlands.

Nach einem weiteren kurzen Grußwort seitens des Bezirksvorsitzenden, Josef Eck, stellte die Vorsitzende der Ortsgruppe Agnes Sans sodann allen die vier Wanderrouten und die Wanderführer vor.

Vielfältige Routen

Die von Brunhilde Marquardt durchgeführte ersten Wandertour mit einer Streckenlänge von vier Kilometern führte von der Nibelungenhalle aus als Stadt- und Kirchenführung in die Walldürner Innenstadt. Dort besichtigten die Teilnehmer unter anderem das althistorische Rathaus mit Schalkbrunnen, den Miltenberger Torplatz, das Heimat- und Wallfahrtsmuseum sowie die Walldürner Wallfahrtsbasilika und erhielten Informationen über deren Bedeutung und jeweilige Historie.

Die von Wanderführer Alfred Günther durchgeführte zweite Tour mit einer Streckenlänge von sieben Kilometern führte von der Nibelungenhalle zum Märzenbrünnlein und von dort über den sogenannten Fichtenpfad und vorbei an der Forsthütte und am „Zuckerhut“ zurück zur Nibelungenhalle.

Ralf Englert nahm die Teilnehmer auf seiner zehn Kilometer langen Tour zur „Mutterfichte“ und von dort weiter zum Walldürner Wildgehege und zurück über das „Odinia-Denkmal“ zur Nibelungenhalle.

Die vierte Gruppe mit Wanderführer Karl-Friedrich Berberich lief 15 Kilometer: zunächst ins Eiderbachtal bis zur dortigen „Frankenmüllerkapelle“ und zurück über den Fledermausturm an der Hornbacher Straße zur Nibelungenhalle.

Nach der Wanderung versorgte ein Team der Walldürner Ortsgruppe die Teilnehmer mit Speisen und Getränken. ds