Weikersheim

Tauberfränkische Volkskultur Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen / Fest im und um den Kornbau löst Maisingen ab

200 Stunden ehrenamtliche Arbeit fürs Museum

Weikersheim.Im Weikersheimer Kornbau birgt das „Tauberländer Dorfmuseum“ seit gut viereinhalb Jahrzehnten die größte Sammlung ländlichen Kulturguts in Tauberfranken. Was Kurt Meider und seine Mitstreiter zusammengetragen haben, hütet der knapp 100 Mitglieder zählende Verein „Tauberfränkische Volkskultur“. Bei dessen Jahreshauptversammlung berichteten Christian Bulenda und Helmut Fehler den knapp 25 Teilnehmern über dringend anstehende Arbeiten. Etliche Präsentationswände im Museum haben Schaden genommen; gleiches gilt für die teilweise darin verborgene Elektrik.

Erneuert werden muss auch die noch aus den Anfangsjahren stammende Beleuchtung. Außerdem will der Verein im Depot im Spitzboden des Kornbaus aufräumen und das Haagener Scheunendepot gegebenenfalls reduzieren. Günter Breitenbacher wieß darauf hin, dass in Haagen noch immer Bestände des ehemaligen Forstmuseums eingelagert seien, die zumindest ins Dorfmuseum kommen sollten.

Vorbereitungen laufen

Voll im Gange sind die Vorbereitungen für die Sonderausstellung „Alles Handarbeit!“, die am Donnerstag, 17. Mai, eröffnet wird und regionale Handarbeitszeugnisse aus der Zeit von 1860 bis 1960 präsentieren wird. Ebenfalls in die heiße Phase gehen die Vorbereitungen für das erste „Museumsfest“ im und um den Kornbau. Mit einem Gottesdienst auf dem Marktplatz beginnt das Fest am Sonntag, 17. Juni. Es löst das „Maisingen“ ab, das der Verein vier Jahrzehnte lang am Muttertag zur Finanzierung des Museums ausgerichtet hatte. Im und um das dank Unterstützung der Musikschule Hohenlohe „Klingende Dorfmuseum“ herum werden sich Handwerker, Land- und Handarbeiter tummeln.

Im Rahmen ihres Jahresrückblicks berichtete die Vorsitzende Birgit Bulenda unter anderem über die Kooperation mit der Jugendmusikschule Hohenlohe, die Mitte Juli 2016 unter dem Motto „Hausmusik im Dorfmuseum“ ihren Vorspieltag im Kornbau hatte. Die Sonderausstellung „Kinderwelt“ sprach offensichtlich zumindest die Weikersheimer Schulen an: Für fast 200 Schüler stand ein Besuch in der Ausstellung auf dem Stundenplan. Die Stadtbücherei stellte einen Büchertisch. Die Vernetzung funktioniert vielfältig: Mit kleinem Sonderprogramm hängte sich das Dorfmuseum an die vom Schloss organisierte Messe „Nadelkunst“ an, umgekehrt bereicherten Helmut Fehler und seine Frau das Programm der Kinderferienfahrten.

Auch bei Pressereisen der Tourismusverbände „Liebliches Taubertal“ und „Romantische Straße“ konnte das Dorfmuseum punkten. Recht gut besucht war die Winter-Vortragsreihe. Finanziell recht erfolgreich gestaltete sich das 40. und zugleich letzte Maisingen, wie auch Inge Braune bestätigte, die stellvertretend für Finanzreferentin Barbara Deeg den Kassenbericht vorstellte. Der 2017 erwirtschaftete Jahresgewinn dürfte, so die Prognose des Teams, in der laufenden Saison auch aufgrund der anstehenden erforderlichen Sicherungs- und Modernisierungsaufgaben bis zur nächsten Hauptversammlung wohl kräftig zusammenschmelzen. Allein fürs Dorfmuseum haben in den vergangenen zwölf Monaten freiwillige Helfer weit über 200 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet, wie Birgit Bulenda mitteilte. Bürgermeister Klaus Kornberger lobte die Vielfalt der Tätigkeiten. Bezüglich der künftigen Nutzung des Kornbaus fürs Tauberländer Dorfmuseum gelte nach zahlreichen Gesprächen mit dem Eigentümer einstweilen die Basis „Jetzt machen wir erst mal so weiter!“ Nachdem Klaus Frey, der gemeinsam mit Maria Frick-Hemer die Kassenprüfung vorgenommen hatte, saubere Kassenführung bestätigt hatte, beantragte Kornberger formell die dann auch einstimmig erteilte Entlastung des Vorstandes und leitete die turnusgemäß anstehende Vorstands-Neuwahl. Einstimmig wurde die Vorsitzende Birgit Bulenda bestätigt, ebenfalls einstimmig gewählt wurde Inge Braune. Sie hatte sich bereit erklärt, zunächst für ein Jahr als Stellvertreterin zu fungieren, da Wolfgang Willig nach fünf Vorstandsjahren nicht mehr zur Verfügung stand.

Einstimmig bestätigt wurden auch Barbara Deeg als Kassiererin und Helmut Fehler als Pressewart, Michaela Bauer löst auf einstimmige Wahl die bisherige Schriftführerin Karin Philipp ab, die – ebenfalls mit einstimmigem Votum – in den Beirat wechselt.

Neben ihr und der bisherigen Beisitzerin Gudrun Schamman kommen mit 100 Prozent der Stimmen Barbara Hofmann und Albert Herrmann als neue Beisitzer hinzu.

Nach Abschluss der eigentlichen Hauptversammlung berichtete Ralf Schälling über das Projekt „Kulturwanderweg Fränkischer Süden“. Einzig im Bereich Weikersheim-Schäftersheim überspringt das Projekt der 14 bayerisch-fränkischen Gemeinden die Landesgrenze nach Baden-Württemberg – eine gute Gelegenheit zur Präsentation der kulturellen Reichtümer. ibra