Weikersheim

Maschinenring Östlicher Tauberkreis In der Zehntscheune Laudenbach 45. Geburtstag gefeiert / „Wichtiger Partner in der Landschaftspflege“

24 Landwirte pflegen ganzes Taubertal

Archivartikel

Voller fröhlicher Geburtstagsgäste war die Zehntscheune in Laudenbach. Gemeinsam feierten sie den 45. Geburtstag des Maschinenrings Östlicher Tauberkreis.

Laudenbach. Passend zum Internationalen Weltfrauentag sorgten die vier Markelsheimer Schwestern von Jakobs Stubenmusik mit Frauenpower und einer musikalischen Weinprobe für Stimmung.

Über 800 Mitglieder und 83 festangestellte Mitarbeiter können auf gemeinsam erarbeitete Erfolge zurückblicken.

Bei der Gründung im Jahr 1974 hatte es keine festangestellten Mitarbeiter gegeben. Geschäftsschwerpunkte waren die Maschinenvermittlung, die Abrechnung überbetrieblicher Einsätze und Infoveranstaltungen.

Heute deckt man mit 83 Mitarbeitern ein breites Feld ab mit Betriebshilfe, Mietmaschinen, Arbeitnehmerüberlassung, Landschaftspflege, Familien- und Haushaltshilfe, Garten- und Landschaftsbau, Kommunalservice, Winterdienst, Infofahrten, Einkaufsvorteilen und den Seniorenstammtischen. Der Landkreis und der Maschinenring hätten eine gemeinsame Erfolgsgeschichte, unterstrich Landrat Reinhard Frank in seinem Grußwort. Aus den beiden landwirtschaftlich geprägten Landkreisen Mergentheim und Tauberbischofsheim mit einst 3000 Landwirten sei ein „liebens- und lebenswerter familienfreundlicher Kreis mit 23 Weltmarktführern geworden“, sagte Frank. Der Maschinenring sei für den Landkreis bei der Landschaftspflege ein wichtiger Partner“, betonte Frank. „Angesichts des psychischen Drucks auf die bäuerlichen Familien durch Rentabilitätsprobleme und Vorurteile der Öffentlichkeit ist diese bäuerliche Selbsthilfeeinrichtung noch wichtiger als früher“, betonte Norbert Beck als Stellvertreter der Stadt Weikersheim. Er hob die Arbeit der Betriebshelfer hervor, die Familien in ihrer durch Krankheit und Unfall verursachten Not tatkräftig und umsichtig helfen würden.

In seinem Geschäftsbericht zeigte Reiner Müller die Entwicklung der Mitgliederzahlen auf. Waren es einst 54 Gründungsmitglieder, so gehören trotz rasanten Strukturwandels in der Landwirtschaft heute 828 Personen der Selbsthilfeeinrichtung an. Dem Kassenbericht konnte man entnehmen, dass die Mitgliedsbeiträge der wichtigste Einnahmeposten sind. Diese wurden nach der späteren Abstimmung erhöht. Der Maschinenring mit seinen Tochterunternehmen ermöglicht weiteren 96 Beschäftigten einen Zuerwerb, wobei der innerbetriebliche Maschineneinsatz hier nicht berücksichtigt sei, sagte Müller. Unerfreulich und besorgniserregend sei die Entwicklung bei der landwirtschaftlichen Betriebshilfe.

Der Nachwuchs fehlt

Durch das Ausscheiden von zwei bewährten und beliebten Mitarbeitern seien die geleisteten Arbeitsstunden um ein Fünftel zurückgegangen. Trotz intensiver Suche habe man keine neuen junge Mitarbeiter gefunden: hier fehle einfach der Nachwuchs, was eine „dramatische Entwicklung“ darstelle. Den größten Anteil am Gesamtumsatz hatte die „MRS Service GmbH“ mit 60 Prozent, gefolgt von der Familien- und Haushaltshilfe und der „MR Landschaftspflege“. Beim MRS stünden Dienstleistungen, Landschaftspflege und die Maschinenvermietung an erster Stelle. Nachgefragt würden vor allem Bodenbearbeitungsgeräte und Güllefässer. „Wir sind nicht nur ein Maschinenring, sondern auch ein Menschen- und Mitmachring!“, sagte Müller zum Ende seiner Ausführungen und wagte auch noch einen Blick in die Zukunft. So würden wohl selbstfahrende Traktoren und Roboter einige Aufgaben übernehmen und die Betriebsgröße weiter steigen. Joachim Klein freute sich in seinem Geschäftsbericht, dass seine Mannschaft letztes Jahr keinen Schottergarten erstellen musste, sondern sie naturnahe Gärten schaffen durften. In Sachen Wegesanierung sei der MR in ganz Süddeutschland unterwegs. Aufträge kämen sogar vom Kaiserstuhl und garantierten eine gute Auslastung der Spezialmaschinen. Die Trockenheit des letzten Jahres habe die Bankettpflege erleichtert. Insgesamt würden lediglich 24 Landwirte praktisch das gesamte Taubertal und viele Seitentäler pflegen. Wenig gefordert worden sei der Winterdienst. 14 Mitarbeiter kümmerten sich bei Schneefall um 75 Objekte. Neu angeschafft worden seien Großmulchgeräte, ein Fünfscharpflug und eine umweltgerechte Gülletechnik.

An der Mietstation Tauberhöhe stehen aktuell ein Schlepper mit 180 PS und 13 verschiedene Anbaugeräte zur Verfügung. Von der Kaffeemaschine bis zum Traubenvollernter reiche die Palette der rund 100 Mietmaschinen.

Rasch konnten die Regularien über die Bühne gehen. Patrick Gehringer als Kassenprüfer fand anerkennende Worte und der Leiter des Landwirtschaftsamtes Bad Mergentheim Meinhard Stärkel nahm die Entlastung vor. Stärkel forderte in seinem Grußwort die Landwirte auf, alle hygienischen Maßnahmen zu ergreifen, damit die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht ausbrechen könne. Benedikt Dertinger informierte zum Datenschutz, stellte die biologische Maiszünslerbekämpfung und die Nährstoffplattform mit der Düngebedarfsermittlung vor. Neu sei auch das „Sapos“-Modellprojekt mit der GPS-Spurführung über das Internet. Der Maschinenring testet zunächst ein Jahr lang das Signal der globalen Satelliten GPS, Glonass und Galileo auf dem Mietschlepper. Neu im Angebot des Rings ist auch die Betreuung durch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Reiner Müller und Reinhard Friedrich ehrten schließlich fünf verdiente Mitarbeiter. Georg Ulsamer und Katharina Franz seien schon seit zehn Jahren beim Ring aktiv. Birgit Blumenstock ist seit 15 Jahren, Alexander Gorth seit 20 Jahren und Jürgen Falk seit 30 Jahren zuverlässiger Kollege. TZe