Weikersheim

Sanierung der Stadtkirche

700 000 Euro sind zu erwirtschaften

Archivartikel

Weikersheim.Die Stadtkirche St. Georg feiert dieses Jahr ihren 600. Geburtstag. Der stadtbildprägende Sakralbau ist leider stark in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedürftig. Die dafür von der Evangelischen Kirchengemeinde aufzubringenden Eigenmittel haben sich durch die gestiegenen Baupreise auf mittlerweile über 700 000 Euro erhöht. Zur Finanzierung dieser Zukunftsinvestition gab es bereits eine ganze Reihe von Benefizveranstaltungen.

Eine weitere Spendenaktion stellte nun Dekanin Renate Meixner nach dem letzten Sonntags-Gottesdienst vor: Das „Weikersheimer Prinzle“ – ein Palmischbirnenbrand für die Sanierung der Stadtkirche. Die Weikersheimer Obstbrennerei Steudle hat dafür fünfzig Flaschen zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt. Eine kleine Abordnung des Kirchengemeinderates besuchte im Herbst 2018 die Brennerei Steudle und konnte dort mehrere Brände verkosten. Man entschied sich dann schließlich für den Palmischbirnenbrand. Familie Steudle verwendet das Obst für ihre Brände von heimischen Streuobstwiesen. Es ist also ein regionales Produkt. Palmischbirnen – eine Sorte, die nicht nur einen guten Birnenmost ergibt, sondern auch als Destillat sehr begehrt ist. Die relativ kleine bräunliche Frucht wächst meist an sehr alten Birnenbäumen. Das Fruchtfleisch ist mattweiß und mit relativ hohem Zuckergehalt. Das Auflesen und Ernten der kleinen Früchte ist oft recht mühsam.

Exklusiver Brand

Der exklusive Brand „Weikersheimer Prinzle“ kann sonntags nach dem Gottesdienst in der Kirche oder werktags im Gemeindebüro erworben werden. Weil auch die Kosten für das von Tanja Heinzmann nach einem Foto von Regine Burdinski unentgeltlich entworfenen Etiketts überschaubar blieben, können nun von jeder verkauften Flasche rund sechs Euro in den Spendentopf wandern. Dekanin Meixner berichtete den Gottesdienstbesuchern von der Ortsbegehung auf dem Turm der Stadtkirche. Allen die dabei waren, wurde noch einmal in aller Deutlichkeit die dringende Notwendigkeit der Sanierung vor Augen geführt: „Die Arbeiter dort oben leisten zur Zeit Schwerstarbeit, auch wenn man das von außen nicht sieht.“ Bevor die Gottesdienstbesucher auseinandergingen, wurde noch das Spendenbarometer aufgefüllt. Der derzeitige Stand: 101 187 Euro – dargestellt durch eine grüne Säule. Sie ist gegenüber der Säule mit dem roten Sand – die den gesamten Spendenbedarf symbolisiert – immer noch sehr klein und macht deutlich, dass es weiterer Anstrengungen bedarf.