Weikersheim

Kommunalwahl Weikersheimer Gemeinderat künftig mit einem Sitz mehr / Alle Parteien legen bei Stimmen zu / FWV und CDU stärker, SPD/UB verlieren Prozente

Akzentverschiebung klein, aber spürbar

Archivartikel

Die Wähler haben entschieden: Laut vorläufigem Endergebnis der Kommunalwahl gewinnen CDU und Freie Wähler einen Sitz, SPD/UB haben – minus Pirat – effektiv einen Sitz verloren.

Weikersheim. Bislang bestimmten 20 Gemeinderäte die Geschicke der Stadt Weikersheim als Kommunalparlament mit. In der kommenden Periode werden es 21 Ratsmitglieder sein.

„Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt“ – das berühmte Zitat aus Schillers „Wallenstein“ traf am Montagabend auf Weikersheim zu. Die Stadt war weit nach 19 Uhr die letzte Kommune im Altkreis, die – nach einem echten Stresstag für die Mitarbeiter und Helfer im Rathaus – mit der offiziellen Schnellmeldung aufwartete. Bedingt durch die Dauer der Auszählung konnten keine Stellungnahmen der Parteien und des Bürgermeisters mehr eingeholt werden – diese Analysen und Einschätzungen wird die FN-Redaktion aber in der Mittwochsausgabe veröffentlichen

Über den Daumen gepeilt hat es keine Riesenüberraschung gegeben, im Detail aber doch bemerkenswerte Bewegungen. Die Gruppierung der SPD/UB erreichte wie bisher fünf Sitze bei 14 417 Stimmen (23,5 Prozent). Weil aus der bisherigen Fraktionsgemeinschaft mit Pirat Rainer Nase, der nicht mehr angetreten war, herausfällt, büßt die Gruppierung (neben Prozenten) unterm Strich einen Sitz ein. Einen Sitz zugelegt hat die FWV, die bisher mit fünf Räten vertreten war. 18 072 Stimmen gingen an die FWV, das sind rund 29,5 Prozent. Ebenfalls einen Sitz mehr hat die CDU: rund 47 Prozent holte die örtliche Union bei 28 834 Stimmen insgesamt.

Spitzenreiter bei den Stimmen ist wie bisher CDU-Stadtrat Norbert Beck. Er konnte 2014 bereits 2555 Stimmen erringen (2009: 2242), jetzt überzeugte Beck rund 1000 Wähler mehr und schloss mit 3560 Stimmen ab.

Es gingen heuer deutlich mehr Wähler an die Urne als noch im Jahr 2014: Die Wahlbeteiligung lag damals bei 57,7 Prozent, jetzt waren es 65,13 Prozent der berechtigten Einwohner. Bei insgesamt 6149 Wahlberechtigten gingen 4005 auch tatsächlich zur Wahl. 934 Einwohner votierten mit Wahlschein.

Die CDU hat im Vergleich zu 2014 über 500 Stimmen mehr bekommen, die Freien Wähler, die zuletzt auf 16 404 Stimmen kamen, vereinten am Wahlsonntag fast 1700 Stimmen mehr auf sich. 12 566 Stimmen holte 2014 die SPD/UB, 14 417 waren es jetzt, also rund 1800 mehr. Das liest sich gut, weil aber die Fraktionsgemeinschaft mit dem Piraten wegfällt, bleibt die Gemeinschaft bei ihren bisherigen fünf Sitzen.

Die Gewählten

Wer zieht nun für die nächsten Jahre in den neuen Weikersheimer Gemeinderat ein? Für die CDU (Ergebnisse nach Bezirken) werden es Norbert Beck (3560 Stimmen) sein, Rosemarie Sitzley (1819), Marcel Bauer (1736), Karl-Heinz Moschüring (1455), Martin Rüttler (2378), Regina Hever (1068), Hans-Joachim Haas (1224), Bernd Nagel (1147), Peter Rösch (1912) und Waldemar Hein (1384) sein.

Obwohl sich die Sitzverteilung geändert hat, werden die Ergebnisse amtlich laut bisheriger Mehrheiten aufgeführt. SPD/UB arbeiten künftig mit Martina Seyfer (1856), Günter Köhnlechner (1178), Hildegard Buchwitz-Schmidt (1139, Ausgleichssitz), Anja Lotz (1513) und Oliver Gutöhrlein (1004) im Gremium.

Die Freie Wähler Vereinigung (FWV) trägt mit Christiane Geier (2192), Jürgen Vossler (1932), Wolfgang Heiligers (1797), Markus Wilbur (1596, Ausgleichssitz), Josef Diemer (1018) und Volker Deeg (2300) Verantwortung.

Interessant ist – auch hier über den Daumen gepeilt – dass der Kern des bisherigen Gremiums erhalten bleibt; nur wenige Räte scheiden aus verschiedenen Gründen aus (vgl. auch Seite 27 dieser Ausgabe). Der Wähler hat also im Schwerpunkt der Gesamt-Mannschaft der Erfahrenen das Mandat erteilt und sorgt so für Kontinuität im Bürgergremium; und eine gewisse Akzentverschiebung.