Weikersheim

Frauenordination Erika Schaudt war eine der ersten

Allein auf weiter Flur

Archivartikel

Weikersheim.Etliche Wildentierbacher erinnern sich noch bestens an Erika Schaudt: 1971 gehörte die gebürtige Besigheimerin zu den ersten Frauen, die ins Gemeindepfarramt gingen. Ehe sie – als Frau in diesem Amt allein auf weiter Flur – den Dienst als Pfarrerin in Wildentierbach antrat, war sie als Vikarin in Creglingen-Freudenbach tätig.

„Sie war toll!“, so eine Besucherin des Vortrags in der Stadtkirche. Das Lob gilt ihren Gottesdiensten und Predigten, den von ihr angebotenen Jungscharfreizeiten für Mädchen und auch der Gestaltung von Konfirmationen für Jugendliche mit Behinderung. Auch, dass sie bei einem schlimmen Hochwasser vorm Pfarrhaus die Helfer mit Getränken und Schnaps versorgte, ist nicht in Vergessenheit geraten.

Nicht nur Erika Schaudt, die später aus Wildentierbach ins Personaldezernat des Oberkirchenrats Stuttgart wechselte, schrieb in Weikersheim Kirchengeschichte: Mit Marianne Koch führte ab 1984 erstmals eine Frau ein Dekanat in Süddeutschland. Nur die Kirchenbezirke Frankfurt und Göttingen hatten zuvor schon eine Dekanin. Die gebürtige Uracherin hatte zuvor die Haushaltungsschule Lindau-Schachen geleitet und nach einem Kontaktstudium in Birmingham 1969/1970 die kirchliche Anstellungsprüfung abgelegt. Tätigkeiten im Oberkirchenrats-Referat für Mission und Ökumene, als Geschäftsführerin der Württembergischen Bibelgesellschaft und ein Kontaktstudium in Basel gingen der Amtsübernahme in Weikersheim voraus. Das „Pilotprojekt“ Dekanin in Weikersheim bewältigte sie elf Jahre lang mit Bravour. Sie warb für die Ökumene – sichtbar unter anderem durch gemeinsame Tandemfahrten mit dem katholischen Pfarrer. ibra