Weikersheim

Schloss Weikersheim Essen und Trinken am Weikersheimer Grafenhof bei neuer Sonderführung / Eintauchen in das Leben der Renaissancezeit / Auch Verarbeitung von Speisen im Blick

Allerlei Wissenswertes von Pasteten und Kapaunen

Archivartikel

Weikersheim.Stilvoll zu speisen und zu trinken – am Weikersheimer Grafenhof verstand man das schon vor 400 Jahren. Pia Herrmann erzählt davon im Kostüm der Gräfin Magdalena erstmals am Sonntag, 15. April, um 11 Uhr.

Stolz zeigt sich die Gemahlin Wolfgangs II. von Hohenlohe auf ihre hochadlige Herkunft aus dem Hause Nassau-Dietz-Katzenelnbogen-Dillenburg. Doch auch als Weikersheimer Gräfin spiele sie ihre bedeutsame Rolle in dem neu erbauten Schloss am Taubergrund. Zu ihrem Aufgabenbereich als Schlossherrin gehörten neben der Hofapotheke auch die Schlossküche und die Aufsicht über deren Personal. Darum erzählt die erfahrene Schlossführerin Pia Herrmann aus Schäftersheim jetzt im edlen goldglänzenden Kostüm „von Suppen und Kapaunen, Pasteten und Mandelküchlein“.

Die neue Weikersheimer Kostümführung ist Teil des Themenjahres „Von Tisch und Tafel“, das die Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg 2018 begehen. Auch im „Schatzkästchen im Nordosten“, wie man Schloss und Schlossgarten Weikersheim zu nennen pflegt, weiß man vieles über kulinarische Genüsse bei Hof. Schließlich gehörten Festlichkeiten zum höfischen Leben und das Hohenloher Zentralarchiv in Neuenstein ist gut bestückt. Da finden sich zahlreiche Dokumenten über Speisefolgen und Silbergeschirr, Küchenpersonal und Rangordnungen an der gräflichen Tafel und beim „Nachtisch“, der Verköstigung der Dienerschaft. Dass im Weikersheimer Residenzschloss die Einrichtung der Schlossküche nicht mehr erhalten ist und die großen Weinfässer die gewölbten Kellerräume verlassen haben, fällt da gar nicht groß ins Gewicht. Pia Herrmann lässt das Leben der Renaissancezeit in ihrer neuen Kostümführung an den Schauplätzen der Geschichte lebendig werden. Was vor Ort nicht mehr zu sehen ist, veranschaulicht sie durch Bilder aus anderen Objekten. Ins Jahr 1606 werden die Besucher bei der neuen Sonderführung versetzt. Bildhaft berichtet die Renaissance-Gräfin vom Einkauf von Früchten und Specereien, der Konservierung von Fleisch und Fisch und der Zubereitung der Suppen und Pasteten, deren Anblick die Gäste zu erfreuen hatte. Beim Rundgang durch Tafelstube und Festsaal erfährt man von Geschirr und Tischsitten, von Kapaunen und der beachtlichen Auswahl an guten Weinen, von Hofmusik und Theaterspiel. Magdalena vergisst auch nicht, die Frömmigkeit ihres Gemahls Wolfgang zu erwähnen, dem sie stets in großer Liebe verbunden gewesen sei. peka