Weikersheim

Tauberphilharmonie Weikersheim Rund 1000 Besucher nutzten die Gelegenheit zur Baustellenbesichtigung / Richtfest für Konzert- und Veranstaltungshaus bereits am Freitag gefeiert

Begeistertes Staunen beim ersten Besuch

Archivartikel

Vor einem Jahr erfolgte der erste Spatenstich zum anfangs umstrittenen Bau der Tauberphilharmonie. Ein Jahr noch wird es dauern, bis das Veranstaltungsgebäude fertiggestellt sein wird.

Weikersheim. Zur Bauhalbzeit lud jetzt die Stadt Weikersheim zur Baustellenbesichtigung. Rund 1000 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich ein ganz persönliches Bild über das im Entstehen begriffene hoch ambitionierte Bauprojekts zu machen.

„Wow – so groß!“ – dieser Satz war am Sonntag immer wieder zu hören: Wer bislang die entstehende Tauberphilharmonie nur im Vorbeifahren von der Straße aus gesehen hatte, war überrascht: Was sich von der Romantischen Straße oder der August-Laukhuff-Straße aus recht zierlich ausnimmt und auch für Bauzaun-Gucker nicht grade riesig wirkt, überrascht das Publikum bereits im Rohbauzustand mit erstaunlich lichtdurchfluteter atemberaubender Höhe.

Die vier Baustellenführer, darunter auch Bürgermeister Klaus Kornberger, hatten kaum mit so früh einsetzendem Zuspruch gerechnet: Schon deutlich vor 11 Uhr begehrten der erste Schwung interessierter Besucher Einlass ins Baustellengelände. Gut 800 Personen nutzen die Möglichkeit, gemeinsam mit sachkundigen Begleitern einen Blick hinter die Gerüstkulissen zu werfen. Viele streiften auch auf eigene Faust durch die zur Besichtigung freigegebenen Bereiche des Gebäudes, um herauszufinden, was gemeint ist mit den zwei Konzertsälen, wo man sich die künftige Konzerthaus-Gastronomie vorzustellen hat und wie hoch hinauf die Zuschauerränge reichen werden. Pläne, Fotos, das Baumodell und immer wieder auch im Gespräch mit anderen Besichtigern aufzufangende Informationen regten die Phantasie an.

Vier Türen zum großen Saal

Als beeinruckend erlebten die Besucher schon die 600 Foyer-Quadratmeter, von denen aus sich rechterhand vier Türen zum Großen Konzertsaal öffnen, während linkerhand der künftige Cafébereich und der teilbare Kleine Saal anschließen. Nach hinten – in Richtung auf die nahe L 2251 schließen sich großzügig bemessene Funktionsräume an: Hier ist künftig die Gardrerobe zu finden, hier schließen sich die Sanitäranlagen an; auch Hausmeisterloge und Technikräume sind in diesem Bereich untergebracht, ebenso wie für die Künstler die Probe- und Stimmzimmer. Auch Intendant Johannes Mnich mit seinem Team wird hier sein Reich haben.

Beim Tag der offenen (Baustellen-)Tür konnten Besucher bereits mit Mnich ins Gespräch kommen: Er präsentierte im künftigen Kleinen Saal Informationen zum derzeit in der Gründungsphase befindlichen Tauberphilharmonie-Freundeskreis und stand Rede und Antwort zur vorgesehenen Nutzung. Nur über die natürlich schon in Entwicklung berindlichen Ideen zu den Eröffnungsfeierlichkeiten mag Mnich, der im Mai 2018 seine Stelle in Weikersheim antreten wird, noch nichts verraten.

Dennoch schwärmt er schon jetzt über seine künftige Wirkungsstätte: Mit ausreichend Bühnenfläche für bis zu 130 Musiker können auch große Orchester hier künftig ihr Publikum. Perfekt sei, dass die 630 Sitzplätze im Saal und auf der Empore als mobile Bestuhlung ausgeführt werden, also gegen auf den fünf ansteigenden Flächen aufstellbare Tischreihen ausgetauscht werden können.

So sei hier Vieles machbar vom großen Konzertevent bis zur Familienfeier etwa im teilbaren Kleinen Saal, bestätigte auch Leonhard Sackmann im Rahmen einer seiner zahlreichen Führungen durchs Gebäude. Das übrigens ruht auf 150 bis zu acht Meter langen Gründungspfählen und bietet auf einer Grundfläche von 3.100 Quadratmetern eine Nutzfläche von 2.200 Quadratmetern. Rund 2130 Kubikmeter Beton und 193 Tonnen Stahl geben dem von Bund, Land, Landkreis und privaten Spendern geförderten und unterstützten rund 13,8 Milionen Euro teuren Bauprojekt Struktur und Stabilität.

Dass Musikern das Gebäude zusagt, dokumentierten bereits am Baustellen-Besichtigungstag junge Blechbläser der Musikschule Hohenlohe, die unter der Leitung von Johannes Alberg mit großer Begeisterung die Klangwirkung erkundeten, sich mal im Foyer, mal auf Höhe der künftigen Empore positionierten und unter Beweis stellten, dass das Haus selbst im Rohbauzustand schon hochinteressante akustische Möglichkeiten bietet.

Auch einen Vorgeschmack aufs künftige Catering konnten Besucher bereits beim kleinen süßen oder herzhaften Imbiss im künftigen Cafébereich gewinnen.

Am Besichtigungstag überwog die Begeisterung für das Projekt deutlich kritische Einzelstimmen, die sich vornehmlich über hohe Unterhaltungskosten für das Objekt besorgt zeigten.