Weikersheim

30 Jahre „Caff“ Statt einer Feier gibt es besondere Gerichte am „Tag der Schulverpflegung“ / Gymnasium macht am 15. November als einzige Schule im Landkreis mit

Beliebter Treffpunkt in den Pausen

Seit 30 Jahren gibt es die Schulcaféteria „Caff“ in Weikersheim. Zum Jubiläum beteiligt sich die Einrichtung mit vielen ehrenamtlichen Helfern am Tag der Schulverpflegung.

Weikersheim. Nirgendwo weit und breit wird in Schulcaféterien mit so viel Liebe täglich frisch gekocht wie in der „Caff“: Seit drei Jahrzehnten versorgen die aktuell rund 70 Caféteriamütter die Schüler- wie die Lehrerschaft. Auch eine Handvoll Väter engagiert sich im ehrenamtlichen Küchendienst, und schlicht nicht wegzudenken sind die „Caff“-Omas. Die älteste schiebt auch mit über 80 noch einmal pro Woche ihren Dienst, wie Caféterialeiterin Elke Hoffmeister-Fricke berichtet. „Caff“-Kolleginnen und Nachbarn übernehmen in ihrem Fall den Taxi-Dienst, denn ohne ihre Cafeteria würde der „Caff“-Großmutter, die als Frau der ersten Stunde mindestens so zur Einrichtung gehört wie Topf, Herd, Teller, etwas fehlen.

„Sturzgeburt“ nach Kündigung

Nach kurzfristiger Kündigung des Kioskpächters war der Caféteria-Neustart 1988 eine „Sturzgeburt“, so Margret Schönle, seinerzeit Elternbeitratsvorsitzende, beim 20-Jahr-Jubiläum. Der von ihr regelrecht aus dem Boden gestampfte Förderverein – aktuell leitet Heike Rösch gemeinsam mit Birgit Haas den Verein der Freunde und Förderer des Gymnasiums – samt Hilfsmütter-Initiative sorgt bis heute ehrenamtlich dafür, dass aus dem anfänglich zweimal wöchentlichen „Essen wie bei Muttern“ eine Dauereinrichtung wurde.

Montags bis freitags von 6.15 bis 16 Uhr ist die „Caff“ offen, serviert vom Frühstück über frisch zubereitete saisonale Speisen zur Mittagszeit bis zum kleinen Snack am Nachmittag alles, was man braucht, um durch den Tag zu kommen.

Die „Caff“ ist Früh-Treffpunkt der Buskinder, und „auch Kollegen, vor allem die Singles, kommen schon zum Frühstück,“ wie Schulleiterin Christiane Ballas-Mahler verrät. In der Gymmi-Futterkrippe schlägt das Herz der Schule: hier laufen zwanglose Begegnungen von Lehrenden und Lernenden, hier wird geplant, gepaukt, werden Ideen ausgebrütet. Auch die, statt einer Jubiläumsfete für die drei Jahrzehnte junge Einrichtung beim „Tag der Schulverpflegung“ am 11. November mitzumachen.

Den hat die baden-württembergische Sektion der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“ gemeinsam mit der „Vernetzungsstelle Kita und Schulverpflegung BW“ und der Organisation „Mach’s Mahl – Gutes Essen für Baden-Württemberg“ vor zehn Jahren erstmals ausgerufen. Im Mittelpunkt: Gesunde Schulverpflegung, die begeistert.

Dass im Main-Tauber-Kreis das Weikersheimer Gymnasium als einzige Schule beim „Tag der Schulverpflegung“ mitmacht, überraschte Fördervereinsvorsitzende Rösch ebenso wie „Caff“-Chefin Hoffmeister-Fricke. Immerhin: zwei Caterer, die elf Schulen im Kreis beliefern, haben sich ebenfalls angemeldet.

Das Motto des Tages heißt „Schule ist coolinarisch.“ In Weikersheim trifft das gleich mehrfach zu: Der Caféteria-Koch Karl Maurer war bis zum Eintritt ins Rentenalter Küchenchef in einem Bad Mergentheimer Kurhaus und hat reichlich Erfahrungen mit Gourmets gesammelt. Ihm macht es Spaß, die überwiegend jungen Gäste mit einem breiten Angebot zu verwöhnen..

Saisonal und frisch

„Unsere Tageskarte setzt durchgehend auf saisonale frische Waren aus der Region,“ erläutert die Caféterialeiterin. Während der Apfelernte sind Apfelküchle und Apfelstrudel der Hit, vor Weihnachten gibt’s schon mal Punsch, im Sommer lechzen die Gäste dem leckeren Eis in der Caff entgegen.

Am Tag der Schulverpflegung gibt’s als Vorspeise eine bunte Grünkernsuppe, als Hauptgang stehen Linsenbolognese an Penne mit Parmesan und Seelachsfilet mit Kartoffelkruste an Karotten-Lauch-Gemüse zur Wahl. Und zum Dessert wird eine feine Schokoladencreme mit Birnen Leckermäuler verwöhnen.

Informationen werden natürlich auch serviert. Margit Balbach und Heike Zink vom Landwirtschaftsamt sind Spezialistinnen in Sachen Ernährung, Magdalena Rothengast kann als Gesundheitsberaterin der AOK Heilbronn-Franken junge Leute mit Gesundheitstipps versorgen. Beide Organisationen sind Kooperationspartner des Tags der Schulverpflegung.

Solche Informationen passen zur Schule, so Schulleiterin Ballas-Mahler: Erst im Sommer wurde das Gymnasium als weiterführende Schule mit bewegungsförderndem Profil vom Kultusministerium ausgezeichnet. Wenn fitte Kinder zuhause den Eltern von der „Caff“ etwas vorschwärmen, könne man auch manchen Erwachsenen begeistern. Das sei in der oft auf Fastfood setzenden Gesellschaft, in der gerade Kinder an Essstörungen, Magersucht und Übergewicht leiden, immens wichtig, denn nicht in allen Familien werde regelmäßig gekocht. Manches Kind erlebe erst in der „Caff“ gemeinsame Mahlzeiten. Das war bei Gymnasiastin Helen Himmert nicht der Fall. Der Liebe zu „ihrer“ Caféteria tut das keinen Abbruch. Hier treffe man die Freunde, könne reden, auch mal was lernen Kaum eine Pause vergehe ohne Stippvisite in der „Caff“. Das Projekt der „Caff“ am Gymnasium, das aufgrund des ehrenamtlichen Einsatzes 2002 im Rahmen der Kommunalen Bürgeraktion vom Innenministerium ausgezeichnet wurde, ist bis heute in dieser Form einzigartig. Das Team sucht jedoch regelmäßig Verstärkung, wirbt Elke Hoffmeister-Fricke um weitere Helfer.