Weikersheim

Leserbrief Zu „Ohne strapazierbaren Boden...“ (FN 26. Januar)

Das „raffinierte Objekt“

Ein provokanter Vorstoß eines Weikersheimer CDU-Stadtrats. Wie ihn der FN-Redakteur am 26. Januar zusammenfasst: „...in der neuen Philharmonie wird es vor allem Kultur der gehobeneren Sorte geben.“ Bitte schön, wer sind bloß die Personen, welche die dazu passende soziale Stellung der „gehobeneren Sorte“ einnehmen?

Der Architekt Herr Prof. Dr. Gunter Henn, der im Jahr 2013 vom „raffinierten Objekt“ einer Konzert- und Stadthalle sprach, hob in dieser Zeit hervor: „Wir wollen den besten Saal der Welt bauen. ...der aber auch für Feste nutzbar sein soll...und eine Tanzfläche von 250 Quadratmetern biete.“ Damals hat man dem „raffinierten Objekt“ noch die Bezeichnung „Stadthalle“ zugestanden, also ein erkennbares Bekenntnis zur Stadt Weikersheim und zu dessen Nutzung durch die Bevölkerung.

Von dem „raffinierten Objekt“ war im Frühjahr 2017 auf dem Baugelände noch nichts zu sehen und schon hatte man es mit einer der „gehobenen“ deutschen Philharmonien zu tun!

In der FN heißt es dazu: „In Bezug auf die Akustik geriet Henn fast ins Schwärmen: Die Halle werde – verglichen mit der Hamburger Elbphilharmonie – ’besser werden, sie wird wärmer werden.’“

Würde jemand ein derartiges Werturteil samt dem dazugehörigen Gebäude nicht erhalten und schützen wollen?

Wohl kaum.

Somit hätte es das „raffinierte Objekt“ geschafft, sich zum großen Teil an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei zu entwickeln, es sei denn, die Bürgerinnen und Bürger wollten und könnten (zu einem angemessenen Eintrittspreis!) einer sogenannten „Kultur der gehobenen Sorte“ (was man auch immer darunter verstehen will) mehr und mehr etwas abgewinnen.