Weikersheim

Naturschutzgruppe Taubergrund Besuch bei Gärtnerei und Schweinemastbetrieb

Den Boden optimal versorgen

Archivartikel

Weikersheim/Nassau.Bei der zweiten Erlebnisfahrt der Naturschutzgruppe Taubergrund Bad Mergentheim stellte an der vierten Station Lutz Neuendorf bei einem Rundgang den bei Weikersheim gelegenen Hof Louisgarde mit Gärtnerei vor.

Neben dem landwirtschaftlichen Betrieb wird eine rund 25 000 Quadratmeter große gärtnerische Fläche komplett nach biodynamischen Grundsätzen bewirtschaftet. Rund 300 Haushalte in und um Würzburg, Lauda und Bad Mergentheim bekommen von dem Hof eine Gemüsekiste. Lutz Neuendorf ist verantwortlich für den Anbau in den Gewächshäusern und die Vermarktung.

Demeter-Richtlinien

Er sprach unter anderem über Demeter-Richtlinien. Eine entsprechende Wirtschaftsweise strebt nach Vielfalt und nicht nach Höchstleistungen auf dem Feld und im Stall. Es soll ein möglich geschlossener und ausgewogener Hofkreislauf geschaffen werden. Dazu gehören Tiere, vor allem Wiederkäuer wie Zebus, die auf Demeter-Höfen nicht enthornt werden dürfen.

Aber auch Pflanzen spielen eine entscheidende Rolle. Leguminosen (Schmetterlingsblütler) reichern durch eine mehrjährige Fruchtfolge den Boden mit Nährstoffen an und lockern ihn durch intensive Durchwurzelung auf. Verschiedene Blühmischungen dienen als Nahrungsquelle für Bienen und locken Insekten an, die zusammen mit dem Wind, den die Gärtner manchmal durchs Gewächshaus ziehen lassen, Pflanzen bestäuben. „Unkraut“, das der Biogärtner Beikraut nennt, gehört ebenso zu einem funktionierenden Ökosystem wie ein gewisses Maß an „Schädlingen“.

Unkraut wird kompostiert

Das Unkraut wird zusammen mit Rindermist und anderen Pflanzenresten kompostiert.

„Wir düngen nicht die Pflanzen, sondern versorgen den Boden“ unterstrich der erfahrene Biogärtner Neuendorf. „Mit der Humusbildung wird auch CO² gespeichert und dem Klimawandel begegnet“ schilderte er. Wegen der Trockenheit ist der Ertrag in diesem Jahr um 30 Prozent zurückgegangen.

Die fünfte Station der Exkursion führte zum Aussiedlerbetrieb Albrecht in Weikersheim-Nassau. Beim Rundgang zeigte Claudia Albrecht, dass sich Mastschweine und Jungsauen bei reichlich Stroh, verschiedenen Klimazonen und ausreichend Platz sehr wohl fühlen. Vor ihrem Aufenthalt im Abferkelstall, dem „Kreißsaal“, werden die Muttersauen mit lauwarmen Wasser geduscht.

Dreimal täglich werden die Sauen gefüttert und nach ihrem Wohlbefinden geschaut. Die Mastschweine, die zu Fleisch- und Wurstwaren werden, erreichen ein höheres Endgewicht als sonst üblich. TZe