Weikersheim

Foto-Ausstellung zur Weikersheimer Kärwe Zahlreiche interessierte Besucher / Detektivische Motivsuche / Bilder können noch weiter besichtigt werden

Der Wandel – oft unmerklich, manchmal rasant

Archivartikel

Riesengroß war die Resonanz auf die Kärwe-Fotoausstellung im Club w 71 in Weikersheim.

Weikersheim. Zahlreiche Besucher waren gekommen, um zu bestaunen, was die Einen noch kannten und die Anderen nun mit neuen Augen betrachten konnten: Alte Fotos von Weikersheim aus zahlreichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Motiven.

Spannendes Detail: den Fotos von „anno dazumal“ wurden Fotos aus der Jetztzeit gegenübergestellt. Eine Wiederauflage. Das Thema wurde bereits zur Kärwe 2016 angegangen. In diesem Jahr stand es unter dem Titel „Weikersheim verändert sich – Ansichten gestern und heute im Vergleich“.

Fotos aus der Vergangenheit wird neues Leben eingehaucht. Die beiden Weikersheimer Fotografen Eugen Pichler und Robert Schuler haben 40 Fotos von früher, 40 neuen Aufnahmen gegenübergestellt. Beide versuchten mit ihren Kameras, aus der gleichen Perspektive, die alten Weikersheimer Motive mit der Linse einzufangen. Mit den Fotos werden die Veränderungen in der Stadt auf einen Blick sichtbar.

Interessante Einblicke in eine vergangene Zeit gewährt bereits das Werbeplakat für die Ausstellung. Auf dem Bild ist der Marktplatz von Weikersheim zu sehen. Ungewohnt für das Auge des Betrachters sind die vielen Autos und Busse auf dem Foto und ein belebter Parkplatz. Das ist das Foto von früher. Ein gewohnter Anblick stattdessen bietet das Foto, das sich mit auf das Plakat gesellt hat. Ein Marktplatz ohne Autoverkehr. Das Foto ist von heute.

Robert Schuler ist sich sicher: „Städte verändern sich ständig.“ Manchmal unmerklich, manchmal ist der Wandel rasant.

Als Vertreterin für die Stadt Weikersheim kam Rosemarie Spitzley. Die zu sehenden Bilder kennt sie gut. Kindheitserinnerungen würden wach, wenn sie durch die Ausstellung streife, so Spitzley: „Ich erinnere mich genau, als an der Stelle der Feuerwache in Weikersheim noch ein alter Bauernhof stand.“

Nicht immer einfach, gar eine detektivische Arbeit sei es gewesen, das Pendant der alten Bilder im Heute zu finden: „Eine logistische und technische Herausforderung“ nennt es Eugen Pichler. Er habe viele Ausflüge unternehmen müssen, um ein bestimmtes Motiv wiederzufinden.

Und das sieht in der Praxis so aus: Robert Schuler und Eugen Pichler werden alte Bilder zugespielt. Manchmal haben sich die Orte so verändert, dass selbst alteingessene Weikersheimer sie nicht zuordnen können, so Pichler. Anhaltspunkte für die Suche geben kann die original erhaltene Bausubstanz oder die fotografisch eingenommene Perspektive. Wenn nur noch Teile des Gebäudes vorzufinden waren, wird es schon schwieriger, erklärt Pichler.

Einmal war es eine Stadtansicht über die Dächer von Weikersheim hinweg, die es aufzustöbern galt. Das unermüdliche Suchen nach dem richtigen Bildausschnitt trieb Eugen Pichler auch mit einer Leiter auf ein Hausdach. „Eine waghalsige Kletterei“, so Pichler schmunzelnd.

Das Resultat lässt sich sehen: ein sichtbarer Wandel, trotz einiger noch vorhandener Fixpunkte. Beeindruckt zeigt sich Schuler von seiner Besteigung des Kirchturms der Stadtkirche. Momentan ist dieser nicht begehbar. Durch eine Sondererlaubnis wurde ihm ein besonderer Anblick über den Marktplatz gewährt. „Eine wunderbare Ausicht“, so Schuler. Er hofft, dass dieser Blick wieder jedem nach der Sanierung der Kirche möglich ist.

Laudenbach in den USA

Eine Straßenszene ist in Laudenbach zu sehen. Die Musikband „FSK“ hatte eine Häuserreihe samt eigenem Konzertplakat fotografiert und als Motiv für das Cover ihrer Platte genutzt. Damit gelangte das Laudenbacher Motiv sogar in die USA. Heute zeigen sich die Häuser an dieser Stelle in Laudenbach frisch saniert.

Geplant ist, auch zur 600. Kärwe in Weikersheim wieder eine Fotoausstellung auf die Beine zu stellen. Schuler: „Was genau wir dann thematisieren werden, wissen wir aber noch nicht.“