Weikersheim

Ein Fehler

Archivartikel

Autsch – das tut weh! Der bittere Millionen-Zuschlag für die Tauberphilharmonie wird zwar kein Loch in den Stadtsäckel reißen, wenn man auf die End-Bilanz schaut. Doch Weikersheim war bislang verwöhnt – sämtliche Kosten deckten sich fast punktgenau mit der Kalkulation. Dass öffentliche Gebäude am Ende immer teurer kommen als angenommen, das hatte man über dem positiven Bau-Verlauf fast vergessen. Wäre die Entwicklung so weiter gelaufen, dann hätte das Konzerthaus mit einem gefühlten Plus abgeschlossen. Der Kritik am „Renommierbau“ wäre ein gewisser Wind aus den Segeln genommen worden – der sich an den Folgekosten möglicherweise ohnehin wieder entfachen wird.

Der Rat hat sich peinlich genau über die Lage am Bau informiert und Kosten mit Argusaugen betrachtet. In jeder Sitzung gab es Nachfragen, ob der Finanzrahmen noch stimmt – und er hat.

Jetzt kommt aus den Eingabe-Tüten der Bieter kein Wunder, sondern ein herber Dämpfer. Man muss draufpacken. Und was schlimmer ist: Man hat vom drohenden Ungemach gar nichts gewusst. Die Räte sind keine Baufachleute. Es ist die Aufgabe des Architekten, zeitnah Informationen zu liefern. Dabei muss dieser nicht in Wahrsagekugeln lesen. Es gibt Referenzdaten – sonst wäre ja auch die Ur-Kalkulation nicht möglich gewesen. Dass Weikersheim einen Sonder-Bau umsetzt, tröstet da nicht. Es ist sogar noch schlimmer. Solch ein Projekt hätte am Sonderstatus gemessen werden müssen. Das ist nicht passiert. Ein Fehler.