Weikersheim

CDU Weikersheim in Queckbronn Auftakt der „Kandidatentour“ durchs Stadtgebiet / Ampelregelung am Karlsberg kritisiert / Vertreter wollen Landratsamt ansprechen

Eine „Erfolgsbilanz“ in der Pflicht und der Kür

Archivartikel

queckbronn.Angesicht des vollbesetzten Queckbronner Bürgersaals zeigte sich CDU-Stadtverbandsvorsitzender Martin Heuwinkel erfreut über das rege Interesse der Bürger. Einleitend sprach er über das Selbst- und Politikverständnis der Kandidaten auf der CDU-Liste, die sich – unabhängig von einer Parteimitgliedschaft – als Mitglieder einer Wertegemeinschaft sähen, die gemeinsame gesellschaftliche Werte nicht nur postulieren, sondern auch lebten.

Heuwinkel unterstrich, dass man mit der bewussten Entscheidung, auch jungen Kandidaten eine Chance zu geben, eine Brücke in die Zukunft schlagen wolle.

Nach der sich anschließenden Vorstellung aller Kreistags- und Gemeinderatskandidaten trug Vorsitzende der CDU Gemeinderatsfraktion Peter Rösch zusammen mit weiteren Gemeinderäten und Kandidaten zur „erfolgreichen Kommunalpolitik“ der zu Ende gehenden Amtsperiode vor. Es sei viel erreicht worden; viele Pflichtaufgaben der Kommune seien erfolgreich begonnen bzw. abgeschlossen worden. Im Bildungsbereich waren dies u.a. der Ausbau der Gemeinschaftsschule, die Fassadenrenovierung der Grundschule und der Förderschule sowie die maßgebliche Unterstützung der CDU-Fraktion bei der Einrichtung der Methodenwerkstatt am Gymnasium, um die Absolventen zielgerichtet auf Lehre, Ausbildung und Studium vorzubereiten.

Waldemar Hein trug zur Situation der Kinderbetreuung in Weikersheim und den Teilorten vor. Die dezentrale Struktur und die Vielfalt der Trägerschaft haben sich als „Erfolgsmodell“ erwiesen. Durch die Erschließung mehrerer Neubaugebiete und den Wegfall der Ü3-Betreuung eines privaten Anbieters sei ein Engpass entstanden, der durch den Anbau an den städtischen Kindergarten „Schatzinsel“ und die Einrichtung eines Modellkindergartens „Alt & Jung“ abgemildert werden soll. Die CDU-Fraktion stehe für den Erhalt der Kindergartenbeiträge, um die Qualität in der Kinderbetreuung sicherzustellen bzw. noch zu verbessern. Gleichzeitig sollen besondere soziale Härten durch Beitragsregelungen berücksichtigt werden.

Die Breitbandversorgung im Weikersheim hat sich durch die interkommunale Zusammenarbeit im Landkreis deutlich verbessert. Hier fordert die CDU vom Landkreis die schnelle Schließung der wenigen noch vorhandenen Lücken.

Abmangel „vertretbar“

Als ausgewiesener Haushaltsexperte trug der Fraktionsvorsitzende zur Haushaltssituation der Stadt Weikersheim vor. Er stellte fest, dass die beiden letzten Haushaltsjahre positiv verlaufen seien und auch der Haushalt 2019 voraussichtlich ohne Neuverschuldung auskommen wird. Dabei konnte der Schuldenstand der Stadt Weikersheim im kameralen Haushalt weiter gesenkt werden. Zur aktuellen Diskussion über die Verteilung der Ausgaben der Stadt Weikersheim erklärte Rösch, dass angesichts des Gesamtvolumens des Verwaltungshaushalts 2019 von insgesamt 18,4 Millionen Euro der viel diskutierte Abmangel des neuen Kultur- und Veranstaltungshauses „Tauberphilharmonie“ lediglich zirka 1.4 Prozent der Gesamtausgaben bzw. 4,5 Prozent des gesamten durch die Gemeinde zu schulternden Abmangels, in dem sich auch alle anderen Hallen, Dorfgemeinschaftshäuser, die Kindergärten, die Musikschule, die Bücherei, die Bäder u.a. wiederfinden, betrage. Ein Betrag, der angesichts der Bedeutung des neuen Hauses für Weikersheim und die Region durchaus vertretbar erscheine.

Zum Neubau der Konzert- und Veranstaltungshalle erläuterte Peter Rösch, dass der CDU-Fraktion die Haushaltsverträglichkeit und die Risikominimierung durch frühzeitige Ausschreibungen besonders wichtig waren. Er machte deutlich, dass die Überführung der Tauberphilharmonie in eine Anstalt des öffentlichen Rechts die rechtlichen Rahmenbedingungen für einen soliden Betrieb gewährleiste und die Besetzung des Verwaltungsrats mit Vertretern aller Gemeinderatsfraktionen, eine umfassende Beteiligung und die Kontrolle des Gemeinderats und damit auch der Bürgerschaft sicherstelle.

Stadtverbandsvorsitzender Martin Heuwinkel verwies auf die Programmvielfalt und die moderate Preisgestaltung, so dass dieses Haus ein Angebot für alle Bürger, unabhängig vom Geldbeutel, darstelle.

Als weitere erfolgreich abgeschlossene Pflichtaufgaben der Kommune sprach Peter Rösch die Sanierung der Städtischen Wohnungen „Klosterhof Schäftersheim“, die Kanalsanierung Silcher- und Uhlandstrasse, Zuschüsse Sanierung der Kirchen in Schäftersheim und Weikersheim 2018, die energetische Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Neubronn 2018, die Instandsetzung der Straße zur Laudenbacher Bergkirche und der Ortsverbindungstraße von Laudenbach nach Queckbronn sowie einiger Feldwege in Nassau an. Hier zeige sich, dass Weikersheim nicht nur in der „Kür“ erfolgreich sei, sondern auch vorausschauend und mit Augenmaß die Pflicht beherrsche.

Abschließend informierte Peter Rösch noch über einige geplante Investitionsvorhaben, wie die Hallenbadrenovierung, die Sanierung der Taubertalhalle Elpersheim und der Bauernhalle Schäftersheim, die Planung eines Modellkindergartens „Alt & Jung“, die Ansiedlung eines Beherbergungsbetriebes, die Sanierung der Kanalisation in Queckbronn, die Erschließung des Baugebietes in Neubronn.

Arzt-Ansiedlung fördern

Als weitere Zukunftsthemen sprach der Fraktionsvorsitzende die Fortentwicklung sowohl in der Kernstadt als auch in den Teilorten u.a. durch die Prüfung möglicher Baugebiete in Nassau und Elpersheim, die Prüfung der Renovierung der Halle in Nassau und der Zehntscheune in Laudenbach, die Überdachung des Vorplatzes der Leichenhalle und der Ersatz der „Tauberbrücke“ in Schäftersheim und den Bau einer Parkgarage in der Friedrichstraße in Weikersheim und der Ansiedlung eines Drogeriemarktes an.

Im Bereich der medizinischen Versorgung sieht die CDU Weikersheim noch Bedarf an einem HNO-Arzt, einem Kinderarzt und einem Allgemeinmediziner bzw. eines Internisten. Die CDU möchte die Schaffung der erforderlichen Rahmenbedingungen für eine Ansiedlung aktiv fördern.

Die Kandidaten der Jungen Union ergänzten den Vortrag noch mit ihren Zukunftsideen für Weikersheim. So streben sie u.a. eine Verbesserung des Veranstaltungsangebotes am Wochenende durch aktive Unterstützung z.B. für Vereine, Gastronomen und sonstige Veranstalter an. Weiterhin fordern sie generationengerechtes Wirtschaften, ein ganzheitliches Öko-Konzept für das Stadtgebiet Weikersheim, den Ausbau des E-Tankstellennetzes und mehr Austausch und Vernetzung mit anderen europäischen Kulturstädten und Gemeinden.

In der Diskussion und Fragerunde wurden durch betroffene Bürger einige Ärgernisse angesprochen. Mehrfach wurde v.a. die Ampelregelung auf der Verbindungsstraße nach Queckbronn kritisiert und gefordert, die Situation zeitnah zu beenden. Da dieses grundsätzlich eine Angelegenheit des Landkreises ist, will die CDU das Problem noch einmal im Landratsamt ansprechen, mit der Bitte um beschleunigten Abschluss.

Auch die immer noch unbefriedigende Situation der Schülerbeförderung im Oberen Bezirk soll noch einmal angesprochen werden. Weiterhin wurde gefragt, warum der diesjährige Abi-Ball des Gymnasium Weikersheim nicht in der Tauberphilharmonie stattfinden kann. Der Grund dafür liege im Wesentlichen in der Terminüberschneidung mit der offiziellen Eröffnung am 13. Juli. Als Entgegenkommen der Stadt Weikersheim kann jedoch die Übergabe der Abschlusszeugnisse bereits in der Woche vor der offiziellen Eröffnung des Hauses stattfinden.

Ein Bürger wies auf den teils schlechten Zustand der Gemeindeverbindungswege mit großen Schlaglöchern hin und regte an, durch regelmäßige Überprüfungen wenigstens diese Verkehrsgefährdungen zu beseitigen. cdu