Weikersheim

„MITtelstandsgespräche“ In der Stadtbücherei Weikersheim diskutierten Fachleute zum Thema „Europa und die Welt im Umbruch“

Fachkräftemangel in den Griff kriegen

Wie gefährdet ist der deutsche Mittelstand? Dieser Frage widmeten sich die „MITtelstandsgespräche“ in der Stadtbücherei Weikersheim zum Thema „Europa und die Welt im Umbruch“.

Weikersheim. Mit Impulsvorträgen zur regionalen Lage und zu den weltweiten Herausforderungen des deutschen Mittelstands eröffneten Dr. Volker Treier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des deutschen Industrie- und Handelskammertags und Christof Geiger, IHK-Geschäftsführer Bad Mergentheim/ Wertheim, die Diskussion. Knapp 90 interessierte Gäste waren gekommen, um die Impulsvorträge und die Diskussion der Podiumsgäste der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Main-Tauber zu verfolgen.

Als Diskutanten waren Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, MdL und Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag von Baden-Württemberg, Dr. Volker Treier, Andreas Kreissl, geschäftsführender Gesellschafter der Ceracon GmbH und Weikersheims Bürgermeister Klaus Kornberger geladen. Die Diskussion leitete Marcel Bauer.

Die Fragerunde startete mit Andreas Kreissl. Er gab als Unternehmer, der auch in Großbritannien tätig ist, eine Einschätzung ab, ob der Brexit als Gefahr für den deutschen Mittelstand zu werten ist. Kreissl appellierte an alle Beteiligten, das Kirchturmdenken der Regionen zu beenden und auf europäischer Ebene wieder mehr zusammenzuarbeiten. Nur gemeinsam könne man die Herausforderungen der heutigen Zeit bewältigen. Dies gelte vor allem für den Brexit und den Fachkräftemangel in Deutschland, so Kreissl.

Dem schloss sich auch Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, MdL an: „Europa und vor allem Deutschland darf bei den Herausforderungen des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels nicht abgehängt werden. Die Landesregierung setzt hier vor allem auf die Bildung unserer Kinder und unterstützt die Anstrengungen des Handwerks, wieder attraktiver zu werden“, lautete die zentrale Aussage des Landtagsabgeordneten.

Moderator Marcel Bauer wollte von Dr. Volker Treier wissen, wie lange der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland noch anhält. Dieser zeigte sich weiter optimistisch und belegte seine Sicht der Dinge anschaulich mit einigen unterhaltsamen Anekdoten aus seinem Arbeitsalltag, aber auch mit belastbaren Zahlen. „Deutschland wird auf der ganzen Welt für seinen Mittelstand beneidet. Er ist der Motor und das Rückgrat unserer Wirtschaft. Aber wir müssen Sorge dafür tragen, dass das auch weiterhin so bleibt“, betonte Treier.

Der Frage, ob es in naher Zukunft trotz guter Steuereinnahmen Steuererhöhungen geben werde, begegnete Klaus Kornberger optimistisch im Blick auf die Situation der Kommunen. Derzeit gebe es keinen Grund sich zu beklagen. Kommunalen Steuererhöhungen – wie sie von manchen Bundesministern gefordert würden – erteilte er für die Weikersheimer Bürger und Gewerbetreibenden derzeit eine klare Absage. Die Gesprächsrunde streifte noch viele weitere Themen und so entwickelte sich eine Diskussion über knapp eineinhalb Stunden, bei der am Ende auch das Publikum seine Fragen an das Podium stellen konnte.

Marcel Bauer kam am Ende des Abends zu dem Schluss, dass eine solche Veranstaltung künftig regelmäßig in Weikersheim, aber auch in anderen Städten des Main-Tauber-Kreises stattfinden solle. „Der heutige Abend hat einmal mehr gezeigt, dass das Thema Mittelstand auf großes Interesse stößt und das wir auf dem richtigen Kurs sind.“ Ist der Mittelstand in Deutschland oder dem Main-Tauber-Kreis nun gefährdet? Das Gegenteil ist der Fall, fanden jedenfalls die Diskussionsteilnehmer. Allerdings nur, wenn dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werde und das Kirchturmdenken der Nationen und Regionen aufhöre. MIT