Weikersheim

Tauberländer Dorfmuseum Verein veranstaltet am 17. Juni sein erstes großes Museumsfest

Im vierten Jahrzehnt will man neue Wege gehen

Archivartikel

Weikersheim.Vier Jahrzehnte hatte das „Maisingen“ des Vereins Tauberfränkische Volkskultur einen festen Platz im lokalen Veranstaltungskalender. Jetzt geht der Verein neue Wege und veranstaltet am nächsten Wochenende sein 1. großen Museumsfest.

Am Sonntag, 17. Juni wird ab 10 Uhr im Dorfmuseum und drumherum unter dem Motto „Klingendes Dorfmuseum“ kräftig – und natürlich zugunsten des Museums – gefeiert. Dauer- und Sonderausstellung sind an diesem Tag, wenn auch so manches Exponat zum Leben erweckt wird, kostenlos zu besichtigen. Liebhaber „alter Schätzchen“ können beim Flohmarkt die eine oder andere Rarität ergattern.

Um 10 Uhr früh beginnt das Fest mit einem Open Air-Gottesdienst auf dem Marktplatz. Die Stadtkapelle und die von Johannes Alberg geleitete Bläsergruppe der Musikschule Hohenlohe werden diesen geistlichen Festauftakt musikalisch begleiten. Zur Mittagszeit ab 12 Uhr serviert das bewährte Team herzhafte regionale Spezialitäten. Passend dazu ist die erst jüngst in ihr Amt als weltweit erste „Grünkernkönigin“ eingeführte Annika Müller zu Gast: Hellauf begeistert hat die von Kindesbeinen an mit dem „Powerkorn“ vertraute angehende Abiturientin – ihre Eltern betreiben in Schweigern eine Grünkernmühle – festgestellt, wie engagiert sich bereits Dorfmuseums-Initiator Kurt Meider der Grünkern-Tradition angenommen hat. Rund um die im Museum zu besichtigende Grünkernkarre präsentiert das Museum Geschichte und Herstellungsprozess der inzwischen hoch geschätzten nussig-rauchigen Spezialität, für die sich Grünkernkönigin Annika I. mit viel Elan als perfekte Botschafterin erweist. Sie wird ihr Grußwort im Anschluss an die Grußadresse der Stadt Weikersheim sprechen und freut sich bereits auf den anschließend zu hörenden Landfrauenchor. Draußen locken am Nachmittag neben Kaffee, Blootz und Schneeballen der bunte Museumsflohmarkt und blank gewienerte Oldtimer-Traktoren aus der Bschaden-Sammlung. Drinnen im Museum verwandeln Gruppen und Solisten der Musikschule Hohenlohe, die heuer ihr 40-Jahr-Jubiläum feiert, den aus dem 16. Jahrhundert stammenden Kornbau mit ihren Instrumenten in ein „Klingendes Museum“. Akkordeon und Blockflöten, Gitarren, Violinen und Klavier werden zu hören sein, sich zu Klöpplerinnen und Handarbeiterinnen gesellen, musikalische Kommentare zu Stuben, Küchen, Trachten, zum Webstuhl und zur Grünkerndarre geben. Für die jungen Musiker ist es immer wieder etwas Besonderes, zwischen den Exponaten dieser größten Sammlung ländlichen Kulturguts in Tauberfranken aufzutreten: „Heute ist es leichter“, kommentierte dieser Tage bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Alles Handarbeit“ eine junge Musikerin.

Stimmt: Das Leben in der „Guten alten Zeit“ war oft recht strapaziös. Um so erstaunlicher ist, wie viele bleibende Werte, kulturelle Errungenschaften und bis heute das Jahr prägende Traditionen die Altvorderen und Heutigen hinterließen. Es gilt, dieses Erbe zu erhalten – eine Aufgabe, der sich der Verein Tauberfränkische Volkskultur auch mit der Ausrichtung des Museumsfestes engagiert stellt. ibra