Weikersheim

Freiwillige Feuerwehr Schäftersheim heißt neues Tragkraftspritzenfahrzeug willkommen / Effektiver Löschangriff für Sechser-Gruppe jetzt möglich

Immer bereit – nicht nur im Brandfall

Archivartikel

Selten dürfte eine Feuerwehr-Beschaffung so flink über die Bühne gegangen sein wie die des neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs, das jetzt an die Abteilung Schäftersheim übergeben wurde.

Schäftersheim. 750 Liter Wasser und vierhundert Meter Schlauchmaterial hat das neue Fahrzeug an Bord, dazu den eigenen Stromerzeuger für den Betrieb der im Fahrzeug befindlichen Pumpe und der Beleuchtungseinheit. Das mit einer Gesamtmasse von unter 7,5 Tonnen eher kleine Einsatzfahrzeug ist für den Einsatz einer sechsköpfigen Gruppe konzipiert und damit pefekt an die inzwischen schwieriger gewordene Tag-Alarmierung angepasst.

Weitere Vorteile der „kleinen“Ausführung: Es müssen nur die Spiegel eingeklappt werden, wenn Fahrzeug und Schlauchhaspel in die Schäftersheimer Feuerwehrgarage eingeparkt werden sollen und – für die Einsatzfähigkeit noch wichtiger – Fahrer mit vor 1999 erworbenem Führerschein dürfen das Fahrzeug steuern. Die Zahl der Feuerwehrmitglieder mit neuem Lkw-Führerschein sei begrenzt, so Markus Reindel, Kommandant der Abteilung Schäftersheim, im Zug seiner Ansprache zur Übergabe des Fahrzeugs an seine Abteilung. Das „kleine“ Fahrzeug dürfen Feuerwehrleute, die ihren Führerschein später erwarben, nach kostengünstiger Feuerwehr-interner Schulung rechtmäßig mit dem sogenannten „Feuerwehrführerschein“ steuern.

Der Abteilungskommandant begrüßte die Fest- und Ehrengäste bei strahlendem Sonnenschein unterm Maibaum auf dem „Roten Platz“ zwischen Feuerwehrgarage und Bauernhalle. Schon seit 2002 hatte die Abteilung ihrem alten TLF nachgetrauert und sich nur schwer mit dem keinen neuen Tragkraftspritzenfahrzeug „Finchen“ getröstet. Vielfältige Einsätze 2017 in Weikersheim erinnerten an die überzeugende Vorstellung eines TSF-W in einem Probeheft der Feuerwehrzeitschrift.

Besichtigung überzeugte

Kurz vor den Haushaltsberatungen im Herbst 2017 stand ein solches Modell mit kleinerem Fahrgestell zum Verkauf. Der Besichtigungstermin kurz nach Neujahr überzeugte, knapp zwei Wochen später gab der Gemeinderat sein O.k. zum Kauf. Mit einem Komplettpreis von rund 60 000 Euro sei für das komplett überholte und mit vier Atemschutzausrüstungen komplettierte 16 Jahre alte Feuerwehrfahrzeug eine „Punktlandung“ gelungen, bestätigte Stadtkommandant Jürgen Friedel.

Schäftersheims Ortsvorsteher Markus Lang wünschte wie bereits Stadtkommandant Friedel im Interesse von Stadt und Ortschaft möglichst wenige, dann aber unfall- und verletzungsfreie erfolgreiche Einsätze. „Dieses Fahrzeug verpflichtet auch“, formulierte er mit Blick auf die vielen bereits für Lehrgänge gemeldeten Abteilungsmitglieder. Da mit dem neuen Fahrzeug sechs Mann in kurzer Zeit einen Löschangriff aufbauen können, dürfte die Abteilung künftig häufiger angefordert werden.

Pfarrer Roland Stiehle erinnerte an die zwei Gesichter des Feuers, das sowohl anheimelnd wärmend als auch hoch gefährlich sein könne. Im gemeinsamen Gebet bat er um den Segen für die Helfer im konkreten Dienst der Nächstenliebe.

Bürgermeister Klaus Kornberger gab die Dankadressen von Stadt- und Abteilungskommandant sowie des Ortsvorstehers mit Dank für die Einsätze und das entgegengebrachte Vertrauen zurück; entsprechend habe der Gemeinderat auch nicht lange mit der Zustimmung zur Beschaffung gezögert. Jeder hoffe, dass das Fahrzeug und der Einsatz der Feuerwehr nicht gebraucht werde – aber wenn es brenne, sei jeder froh um eine schlagkräftige und gut ausgerüstete Feuerwehr. Die ist – wie auch der Liederkranz, der mit passenden Stücken die Übergabe des Fahrzeugs musikalisch umrahmte – auch aus dem gesellschaftlichen Leben nicht wegzudenken, wie Ortsvorsteher Lang zuvor erläuterte. Wie gewohnt hatte die Abteilung die Aufstellung des Maibaums und das Maibaumfest organisiert.

Die „junge, sehr schlagkräftige Truppe“ sei „immer und ohne viel Tamtam da, wenn sie gebraucht wird – und das nicht nur im Brand- oder Katastrophenfall“, lobte der Ortsvorsteher. Was die Abteilung dann auch prompt bei der Bewirtung der fast zum Dorffest gewordenen Übergabe-Zeremonie unter Beweis stellte.