Weikersheim

Rund um den Kirchturm Fest mit Musik, Theaterspiel, Vortrag, Flohmarkt und Benefizverkauf für die Co-Finanzierung der Kirchturmsanierung

In Schäftersheim hilft wirklich jeder mit

In Schäftersheim hilft wirklich jeder mit, Geld zur Co-Finanzierung der Kirchturmsanierung zusammenzutragen: Sogar die Kleinen haben Blütenbomben hergestellt.

Schäftersheim. In Butterbrottütchen haben die Kinder ihre Erzeugnisse auf einem Tablett gestapelt. Zwei Euro? Die Augen der Kindergartenkinder richten sich fragend auf die Großen, die schon mal die Börse zücken. Matschen macht schließlich Spaß – und wenn aus dem Matsch Wiesenblumen-Bomben entstehen, dann darf es wohl auch grünen und blühen für St. Nikolaus. Beim Sackhüpfen haben sie sich auch schon ausgetobt, und dass sich unversehens wilde Tiger und ganz und gar nicht rabiate Piraten mit Augenklappe unter die Gäste mischen, zeigt: Das Kinderprogramm kommt bestens an.

Turm eingerüstet

Derweil genießen die Großen die Pfarrgartenidylle und suchen für den kleinen Imbiss Schattenplätze irgendwo unterm eingerüsteten Turm.

An den Getränkeständen kühlen die Liederkranz-Sänger nach ihrem ersten Auftritt die Kehlen, in der Kirche hat sich Rolf Schälling im mittelalterlichen Gewand gerüstet für den Vortrag zur Orts- und Kirchengeschichte, irgendwo im Hintergrund bereiten sich die Doredräwer vor auf die Überraschungsszenen zur Kirchengeschichte, die natürlich auch zuvor im Gottesdienst mit dem Chor „Together“ eine wichtige Rolle gespielt hatte.

Bereits einige Zeit vorher waren in und vor der der Kirche gegenüber gelegenen Werkstatt beim Bücherflohmarkt und beim Benefizverkauf von Gemälden Karl-Ernst Sauers die ersten Euros zugunsten der Turmsanierung eingegangen: Allein beim von der Witwe und dem Sohn Sauers organisierten Verkauf von Bildern des Wahl-Schäftersheimers würden im Lauf des Tages gut 2000 Euro für die Turmsanierung zusammenkommen. Dass beim Bücherflohmarkt gut zwei Meter Bücher – bezahlt wurden sie nach Buchrücken-Zentimetern – den Besitzer wechseln würden, hatten die Akteure auch nicht erwartet.

Die Doredräwer-Jugend – die Kids bewährten sich perfekt als kesse moderne, mit Handys und dergleichen ausgerüstete Kinderschar, die sich unversehens einem Zeitreisenden gegenübersieht – machte nach der „Nikoweazle“-Aufführung ebenfalls erfolgreich mit Sammelkörbchen die Runde. Philipp Schmitt hatte sich köstlich als der wiederholt als Irrläufer durch die Zeiten reisende „Nikolaus von Rothenburg“ präsentiert, dem nicht nur Handys und die Gegenwartsmode als Teufelszeug vorkommen, sondern der auch noch so manches weiß aus der Geschichte des Kloster-, Turm- und Kirchenbaus.

Natürlich kommen auch die Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken dem Sanierungsziel zugute. Gut 300 Gäste, schätzte Kirchenpfleger Fritz Stirnkorb, hätten am Fest teilgenommen.

Stirnkorb hofft auf einen ordentlichen Bewirtungsüberschuss von einem runden Tausender, so dass der Messpfeil des Spendenbarometers am Kirchhofeingang nach diesem Wochenende sicher ein Stückchen höher rutschen wird.

Ortsvorsteher Markus Lang ist gewaltig stolz auf seine Ortschaft: Geschlossen habe die Gemeinde mit angepackt, um dieses Kirchturmfest auf die Beine zu stellen.

Ein besserer Beweis dafür, dass der Zusammenhalt im Weikersheimer Teilort hervorragend funktioniert, sei kaum zu bekommen. „Darauf darf – nein, eigentlich: muss! – man stolz sein,“ so Lang, der wie auch die Kirchengemeinde allen Beteiligten seinen herzlichen Dank aussprach.