Weikersheim

An Fronleichnam In zahlreichen Orten wie Weikersheim oder Bad Mergentheim zogen Gläubige durch die Straßen

Messen unter freiem Himmel zelebriert

Archivartikel

In zahlreichen katholischen Gemeinden zogen an Fronleichnam Gläubige durch die Straßen und zelebrierten Messen unter freiem Himmel.

Weikersheim. Von der Kirche „Zum kostbaren Blut“ startete die Fronleichnamsprozession der katholischen Gemeinde Weikersheim. Gut 150 Gläubige folgten bei strahlendem Sonnenschein der traditionellen Prozession, bei der die katholischen Gemeinden feierlich die Hostie in der Monstranz in die Gemeinden hinaustragen.

Den Open-Air-Gottesdienst vor der Orangerie im Schlosspark zelebrierte der aus Weikersheim stammende Comboni-Missionar Günther Hofmann.

Schöpfung bewahren

Auch wenn es zur Zeit oft ,,nicht cool“ sei, sich öffentlich als Katholikin oder Katholik zu bekennen, sei es wichtig, zu zeigen, dass „wir Freude an Gott haben“. Jeder sei gefordert, umzusetzen, das Jesus vorlebte – etwa bei der im Evangeliumstext vorgetragenen Speisung der 5000. Leicht laufe man Gefahr, wie die Jünger zu glauben, es reiche nicht für alle; aber jede und jeder könne durch Teilen und Mitteilen helfen und an der Bewahrung der Schöpfung teilhaben.

Bereits ab sechs Uhr früh hatte das Messdienerteam im Schlosspark Blütenaltäre gestaltet. Kinder des katholischen Kindergartens und die Stadtkapelle begleiteten Gottesdienst und die Prozession. Anschließend feierte die Gemeinde bei Speis, Trank und Musik gemeinsam mit zahlreichen Gästen das Patroziniumsfest ihrer Kirche. Auch in anderen Gemeinden des Main-Tauber-Kreises fanden traditionell Fronleichnams-Prozessionen statt, etwa in Bad Mergentheim.

Christus im Mittelpunkt

Als Brot des Lebens, als gewandelte Hostie, steht Christus selbst im Mittelpunkt der prunkvollen Fronleichnamsprozessionen.

Dafür steht auch der Name Fronleichnams, denn im Mittelhochdeutschen steht „fron“ für „Herr“ und „lichnam“ für „Leib“. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Hostie: auf den ersten Blick nur eine kleine unscheinbare Oblate – doch für gläubige Katholiken wird sie durch die Wandlung im Gottesdienst zum „Leib Christi“.

Das Fest der leiblichen Gegenwart Christi in der Eucharistie wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich in der Basilika St. Martin gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben.

Dieser Entscheidung zugrunde lag das so genannte „Blutwunder von Bolsena“, das von ihm im Jahre 1263 als echtes Wunder anerkannt worden war.