Weikersheim

Schäftersheimer Straßenfest Buttenlauf, historische Bierprobe und Doredräwer-Theaterstück sorgen für ein abwechslungsreiches Wochenende

Missglückte Zeitreise findet gutes Ende

Archivartikel

Das 40. Schäftersheimer Straßenfest stellte mit seinem vielfältigen Programm wieder einmal die intakte Dorfgemeinschaft unter Beweis.

Schäftersheim. Für das 40. Straßenfest im Rahmen des Jubiläums „50 Jahre Spielvereinigung Schäftersheim“, hatten sich die Organisatoren etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Alles war bestens vorbereitet und auf dem Roten Platz herrschte herrlichstes Sommerwetter. Am Freitag war eine historische Bierprobe mit Tonkrügen unter der Leitung von Brauereichef Klaus Wunderlich angesagt, welche die Besucher trinktechnisch in die Zeit um das 12. Jahrhunderts zurückversetzte. So erfuhren die Anwesenden auch, dass die vom 12. bis zum 16. Jahrhundert im ehemaligen Kloster beheimateten Prämonstratenserinnen die Kunst des Bierbrauens beherrschten.

Am Samstagabend sorgte die Party- Band „Fun-Musik“ für ausgelassene Stimmung auf den Roten Platz. Das breitgefächerte Repertoire reichte über mehrere Jahrzehnte; von Rock und Disco bis hin zu volkstümlichen Gassenhauern. Der Fest-Sonntag versprach einige Höhepunkte, denn zum einen stand das traditionelle Wasser- Spektakel „Buttenlauf“ auf dem Programm, zum andern war der „Wilde Bauernhaufen“ angesagt. Die Theatergruppe „Doredräwer“ hatte in einer vereinsübergreifenden örtlichen Gemeinschaftsaktion seit vielen Wochen ein Theaterstück einstudiert, das man auch unter dem Thema „Zurück in die Zukunft“ einordnen könnte.

Stehvermögen verlangt

Entertainer „Heinz Heitzmann“ sorgte beim Frühschoppen am Sonntag für die musikalische Unterhaltung. Um 15 Uhr versammelten sich die Schaulustigen am Buttenlauf-Parcours, der von den Akteuren einiges an Kondition und Stehvermögen verlangte. Insgesamt 14 Mannschaften wurden auf die nasse Reise geschickt, davon zwei Kindermannschaften und ein Damenteam. Unter den Anfeuerungsrufen der Zuschauer legten sich die Akteure mächtig ins Zeug, um möglichst viel Wasser in die Wasserbecken am Ziel zu transportieren. Bei nicht wenigen der wackeren Buttenläufer war indes der Wunsch der Vater des Gedankens. Denn die große Hitze und die Wasserübergabe in der Mitte der Laufstrecke erwiesen sich als wahre Wasserschlucker. Da blieb im wahrsten Sinne des Wortes bei Akteuren wie Zuschauern kein Auge trocken. Jedenfalls entwickelte sich das feuchtfröhliche Spektakel zu einer äußerst spannenden Angelegenheit. Nachdem mehrere Tausend Liter Wasser bewegt worden waren, hatte Vorjahressieger „SGM II“ mit 36,5 Litern die Nase vorn vor dem Team „SpVgg Vorstandschaft“, das 34,5 Liter Wasser schaffte. Die „Wilden Hühner“ schlugen sich quasi außer Konkurrenz nicht schlecht, bei den Kindern teilten sich die Teams „Namenlos“ und „die fünf Gangster“ mit je elf Zentimetern Wasserhöhe den Sieg. Die drei Treppchenplätze wurden komplettiert vom Team „Bokmeier“ (31 Zentimeter).

Höhepunkt des Straßenfestes war zweifellos das Doredräwer-Theaterstück, das eine missglückte Zeitreise eines Adligen aus dem 12. Jahrhundert beinhaltet. Nikoweazle von Rothenburg (Philipp Schmitt), der Neffe von Friedrich von Rothenburg, dem Gründer des Schäftersheimer Klosters für adlige Nonnen, landet auf einer seiner Zeitreisen versehentlich in der Jetztzeit auf dem Straßenfest am Roten Platz in Schäftersheim. Dort wird er mit neuzeitlicher Technik wie Handy und Internet konfrontiert, dazu wird er auch noch vom „Wilden Bauernhaufen“ verfolgt. Mit den Nerven völlig am Ende, gelingt es dem gestressten Nikoweazle schließlich, sich fliegend in sein Jahrhundert zurück aus dem Staub zu machen. Alles in allem war es ein gelungenes Straßenfest, das einmal mehr die intakte Schäftersheimer Dorfgemeinschaft unter Beweis stellte.