Weikersheim

Aus dem Weikersheimer Gemeinderat Zahlreiche Fälle von Waldfrevel beschäftigen Bürgergremium / Sperr- und Verbotsschilder diskutiert

Motocross-Fahrer und wildernde Hunde

Archivartikel

Frevelhafter Umgang mit Wald in Elpersheimer Forsten: Ortsvorsteher Hans-Joachim Haas klagte im Gemeinderat über eine „nicht mehr tragbare Situation“.

Weikersheim. Elpersheims Ortsvorsteher Hans-Joachim Haas nimmt sichtlich mit, was sich in letzter Zeit in den Elpersheimer Forstbereichen Winterberg und Tauberberg abspielt: Inzwischen scheinen querfeldeinfahrende Motocross-Fahrer in diesen Bereichen ebenso regelmäßig ihr Unwesen zu treiben wie Waldbesucher, die benutzte Babywindeln in Futterkrippen hinterlassen oder die ihre Hunde so wenig im Griff haben, dass die unangefochten jungen Wildtieren nachsetzen können. Schon mehrfach fanden er selbst, Spaziergänger oder Jäger getötetes Wild auf, dem ganze Gliedmaßen fehlten. Es sei eine „nicht mehr tragbare Situation“, so Haas, nachdem Marcel Bauer (CDU) das Thema in der Gemeinderatssitzung unterm Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ angesprochen hatte. Haas berichtete von Beschwerden aus der Jägerschaft: Da überlege schon mancher, das Revier aufzugeben.

Ob Sperr- und Verbotsschilder an den Hauptzugangswegen etwas bewirken können? Der Ortsvorsteher hofft darauf, denn wenn er bislang aus Neustadt/Aisch, Kitzingen oder Donauwörth stammende Crossfahrer darauf ansprach, warum sie sich ausgerechnet in den Elpersheimer Wäldern tummeln, sollen die schlicht geantwortet haben, bei ihnen zuhause sei es eben verboten.

„Leine“ ist kein Landesgesetz

Eine Leinenpflicht für Hunde gibt es in den baden-württembergischen Wäldern nicht. Hier kann jede Gemeinde für ihren Verwaltungsbereich eigene Regeln aufstellen und gegebenenfalls Leinen- und Maulkorbpflichten festlegen. Auch da, wo die Kommunen nicht eigens Regeln aufstellen, gilt allerdings, dass frei laufende Hunde nicht wildern dürfen und abrufbar sein müssen.

Appelle verhallen

Regelmäßig und insbesondere zu Beginn der Schonzeit, so Bürgermeister Klaus Kornberger, appelliere die Stadt Weikersheim an Hundehalter, verantwortlich mit der Tierwelt in Wäldern und Forsten umzugehen. Er ist kein Freund zu vieler Verbote. Elpersheims Ortsvorsteher Haas auch nicht – und dennoch fürchtet er, dass es ohne Verbote und Schilder nicht geht. Informationstafeln könnten vielleicht zu vernünftigerem und pfleglicherem Umgang mit dem Wald beitragen; die Jägerschaft habe bereits signalisiert, dass sie bereit seien, solche Informationstafeln aufzustellen.

Generell wäre den Wäldern mit etwas mehr Aufmerksamkeit und Respekt für und vor dem Erholungs- und Lebensraum Wald sicher gedient. Dann wäre wohl auch ohne eigens erlassene Verbote klar, dass nicht einmal Mountainbikes jenseits ausgewiesener Wege im Wald etwas zu suchen haben.