Weikersheim

Vortrag Beim VdK Laudenbach wurde über „Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ referiert

Rechtzeitig und sinnvoll für den Notfall vorsorgen

Laudenbach.Um das Thema „Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ ging es bei einem Vortrag beim VdK Laudenbach. Referent des Abends war Rechtsanwalt Werner Nied aus Würzburg. Er brachte den Zuhörern verständlich und unterhaltsam konkrete Fallbeispiele nahe.

Es bestehe oft viel Unsicherheit beim Thema Vorsorgevollmacht, stellte Nied fest. So glaubten viele, dass der jeweilige Ehepartner in einem Notfall automatisch zum Handeln berechtigt sei. Dem sei aber nicht so. Vielmehr werde hierzu eine Vorsorgevollmacht benötigt. Durch die Unterschrift könne festgelegt werden, wer als Betreuer eintreten solle, wenn man selbst nicht mehr in der Lage sei, etwa den Geldverkehr zu regeln. Liege eine solche Vollmacht nicht vor, würde das Betreuungsgericht einen Betreuer, der idealerweise aus dem Familienkreis komme, einsetzen. Besser sei es jedoch, gleich eine General- und Vorsorgevollmacht zu erstellen. Durch sie könnten von dem Betreuer nämlich auch Immobiliengeschäfte abgewickelt werden.

Wichtig sei hier allerdings, dass die Vollmacht von einem Notar beurkundet sei oder zumindest die Unterschrift von einem Notar beglaubigt werde, was die günstigere Variante sei. Läge nämlich auch hier keine entsprechende Vollmacht vor, müsse wieder das Betreuungsgericht hinzugezogen werden und das koste natürlich Geld.

Ersatzbetreuer benennen

Nied betonte, dass es sehr wichtig sei, schon in jungen Jahren eine allumfassende General- und Vorsorgevollmacht zu erstellen, nicht zuletzt, um unnötige Kosten im Betreuungsfall – der ja auch schon in jungen Jahren durch Unfall oder Krankheit eintreffen könne – zu sparen und vor allem auch den gewünschten Betreuer zu bekommen. Wichtig sei, auch einen oder mehrere Ersatzbetreuer zu benennen. Die Vollmacht verbleibe üblicherweise im Haus des Vollmachtgebers. Allerdings müssten die Bevollmächtigten darüber informiert sein, so der Anwalt, dass es eine solche Vollmacht gibt. Vollmachten könnten aber auch im „Zentralen Vollmachtenregister“ in Berlin gegen Gebühr hinterlegt werden. Nicht nötig sei es, die Vollmacht handschriftlich zu verfassen. Anders sei das beim Testament: dieses müsse handschriftlich verfasst werden. Datum und Unterschrift dürften nicht fehlen, allerdings müsse das Testament nicht notariell beglaubigt sein.

Ein Vertreter der Sparkasse in Weikersheim hatte bezüglich Bank- und Versicherungsgeschäften noch eine einfachere Lösung parat. So könne man Personen seines Vertrauens Bankvollmachten erteilen, dann brauche man die kompliziertere Vollmacht nicht.

Die Patientenverfügung war ein weiteres Thema im Bereich der Vorsorge, das an diesem Abend behandelt wurde. So lange man gesund sei, müsse man im einzelnen genau festlegen was geschehen solle, wenn man durch Krankheit, Unfall oder andere Umstände seinen eigenen Willen nicht mehr äußern könne. Die Patientenverfügung ist auch für die Angehörigen gegenüber Ärzten wichtig und richtungsweisend, denn schließlich stehe der Patientenwille über allem, sagte Nied. Wichtig sei, dass die Patientenverfügung vom Patienten eigenhändig zu unterschreiben sei. Gegebenenfalls könne man den Hausarzt einbeziehen. vdk