Weikersheim

Röttinger Frankenfestspiele Länderübergreifende Kooperationsvereinbarungen mit Schulen in Kommunen des „Oberen Bezirks“

Spielerisch die Kultur-Bildung fördern

„Es ist eine tolle Sache“, sagte voll Stolz der neue Intendant der Frankenfestspiele Röttingen, Lars Wernecke, bei der Begrüßung zur Unterzeichnung von Kooperationsverträgen mit vier Schulen.

Röttingen. Mit seiner Einschätzung hat Lars Wernecke nicht übertrieben, denn seit seiner Gründung im Herbst 2016 konnte das „Junge Theater“ der Frankenfestspiele (FS) stetig ausgebaut werden. Dessen vielseitiges theaterpädagogisches Angebot wird sehr gerne und von Jahr zu Jahr häufiger von Schulen und Kindergärten genutzt.

Eine „lebendige Bühne“

Dabei stellte Wernecke die Wichtigkeit dieser sehr intensiven Arbeit für die Zukunft hervor. Heute scheuten es viele Menschen, ob alt oder jung, ins Theater zu gehen. Im Gegensatz zum Kino habe man beim Theater eine lebendige Bühne vor sich.

Für Frederike Faust, Leiterin des Jungen Theaters (JT) der Festspiele, galt es zunächst einmal, den bisher teilnehmenden Schulen Dank zu sagen, komme die Röttinger Idee doch gut an und habe sich etabliert, auch wenn sie mit viel Arbeit verbunden ist und über den Schulalltag hinausgeht.

Auch sie habe schöne Erfahrungen sammeln dürfen, vor allem wenn es bei dem einen oder anderen Teilnehmer „Klick“ gemacht habe, gehe das Herz auf.

Ihr Wunsch ist, dass sich möglichst viele Kinder und Jugendliche mit Theater beschäftigen. Daher plant Faust, dass immer mehr Schulen das vielfältige Angebot nutzen und die Theaterpädagogik mehr und mehr Teil des Schulalltags wird. Zur Theaterpädagogik bietet das JT verschiedene Workshops, Lesungen, Beratungen u.v.m. an. Zu den Inszenierungen gibt es nach Absprache auch ein Rundum-Paket. Das aus dem Spielplan gewählte Stück wird theaterpädagogisch für die Schüler aufbereitet und ihnen auf lebendige Art und Weise vermittelt.

Rundum-Paket für Schüler

Zur Vertiefung der Workshopinhalte bekommen sie die Möglichkeit zum Probenbesuch inklusive Backstageführung. Begleitpersonen erhalten ermäßigte Preise. In der Nachbereitung werden Inhalte aus dem Vorbereitungsworkshop aufgegriffen und fortgeführt. Zur Unterstützung steht Faust künftig Anna Harandt zur Verfügung. Der mit dem Jungen Theater Röttingen erfahrene Hermann Lück vom Bildungszentrum Niederstetten war ebenfalls voller Lob und meinte „vorbildlich und große Klasse“, was seine Schüler der 9. und 10. Klassen bisher erfahren durften.

Für Bürgermeister Martin Umscheid ist es schon sehr bemerkenswert, wie die Schulen die Idee annehmen und er freue sich über die länderübergreifende Bereitschaft der Schulen. Theater habe nach seiner Einschätzung einen Bildungsauftrag. Ein Teil des Angebots findet während des Schulunterrichts und einer vor allem mit Workshops in der Freizeit statt. Röttingen sei diesbezüglich einmalig in der Region.

Für die Leiterin des Gymnasiums Weikersheim, Christiane Ballas-Mahler, ist es für alle eine „tolle Bühne“. Bei dem in der Zehntscheune der Burg Brattenstein unterzeichneten mehrjährigen Kooperationsvertrag mit dem Gymnasium Weikersheim, der Gemeinschaftsschule Weikersheim, dem BIZ Niederstette – Realschule und Realschule Creglingen, handelt es sich um einen ideellen Vertrag zwischen der kulturellen Einrichtung der FS Röttingen und den Schulen aus der Region, welcher den Schülerinnen und Schülern den Zugang zum Theater ermöglichen soll.

In einer verpflichtenden Zusammenarbeit wird damit die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen gefördert. Das JT begleitet in den nächsten Jahren die entsprechenden Schulen theaterpädagogisch, unter anderem mit einer Vor- und Nachbereitung der Stücke, die die Teilnehmer besuchen, spezielle Theaterworkshops in der Schule, Prüfungsvorbereitungen und vielem mehr.

Mit den drei Stücken des neuen Programms 2019 werden nach Meinung von Wernecke die Kids wieder viel Spannung und vor allem Spaß erleben dürfen, so der Intendant abschließend.