Weikersheim

Tischtennis-Freunde Laudenbach Festakt in der Zehntscheune zum 50-Jahr-Jubiläum / Gründervater Johannes Scherrer blickt auf Erfolgsgeschichte zurück

Starker Impulsgeber im Altkreis Mergentheim

Archivartikel

Gut besucht war die Laudenbacher Zehntscheune bei sommerlichen Temperaturen, als die Tischtennis-Freunde Laudenbach ihr 50-Jahr-Vereinsjubiläum feierten.

Laudenbach. Gleich zu Beginn der Veranstaltung konnten sich die Anwesenden ein Bild über die Aktivitäten der TTF machen. Eine von Paul Gölz erstellte Präsentation wurde von Nikolai Metzger am Klavier musikalisch untermalt. Anschließend begrüßte der Vorsitzende Jörg Hever die Ehrengäste, darunter der Bürgermeister der Stadt Weikersheim Klaus Kornberger.

Dann übernahm die TTF-Jugend die weitere Moderation des Abends.

Mit einer musikalischen Darbietung der Musikkapelle Laudenbach/Weikersheim startete man in das umfangreiche Abendprogramm.

Bürgermeister Kornberger würdigte den Einsatz aller, die im sportlichen und auch im nicht-sportlichen Bereich bei den TTF wirken. Die TTF Laudenbach seien nicht nur Freunde sondern richtige Kameraden – und dies sei gut für Laudenbach.

Die Rope Skipping-Gruppe des TSV Laudenbach zeigte unter der Leitung von Leonie und Greta Wirth eine tolle Vorführung. Grußworte überbrachte die stellvertretende Ortsvorsteherin Regina Hever. In ihren Ausführungen erwähnte sie, dass die Tischtennisfreunde nicht eben einfach Vereinsmitglieder seien, sondern man bringe sich ein, man gestalte gemeinsam, man veranstalte und feiere zusammen.

Harald Götz, Vorsitzender des TSV Laudenbach, überbrachte die Glückwünsche der Laudenbacher Vereine. Er erinnerte u.a. an den ehemalige Laudenbacher Schulleiter Johannes Scherrer, der viele Schüler und Jugendliche zum Tischtennisspielen animierte und dadurch maßgeblich für die errungenen Erfolge verantwortlich war.

Zusammen mit dem Vorsitzenden des MGV Laudenbach Michael Oechnser übergab Harald Götz eine von Hubert Muhler liebevoll gestaltete Urkunde. Jörg Hever bedankte sich für die Glückwünsche und die Präsente.

Nun war der Männergesangverein Laudenbach unter der musikalischen Leitung von Nikolai Metzger mit einem tollen Liedervortrag an der Reihe.

Am Anfang seiner Ausführungen überbrachte der Sportkreisvorsitzende Volker Silberzahn die Grüße und Glückwünsche des Württembergischen Landessportbunds und des Sportkreises. „Freunde ist hier Programm“ so Silberzahn. Er erwähnte weltpolitische Ereignisse aber auch sportliche Höhepunkte des Gründungsjahrs 1969 wie z.B. den Titel eines Doppelweltmeisters im Tischtennis Eberhard Schöler.

Auch „Kontinuität ist bei den TTF“ angesagt – in ihrer 50-jährigen Geschichte gab es bis heute lediglich sechs Vorsitzende – davon leitete Johannes Scherrer seine TTF sagenhafte 31 Jahre.

Verdienstvolle Vereinsmitarbeiter zeichnete der Sportkreisvorsitzende mit der Ehrennadel des Württembergischen Landessportbundes in Gold aus: Gerhard Wolfert und Paul Stumpp wurden für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit geehrt.

Im Namen Tischtennis-Bezirks Hohenlohe ehrte Gerhard Rehmann die aktiven Spieler Paul Stumpp mit der Ehrennadel in Gold für 40 Jahre aktives Spielen und Johannes Scherrer mit der Ehrennadel in Gold mit Kranz für 50-jähriges aktives Spielen.

Bei den vereinsinternen Ehrungen konnten zahlreiche Mitglieder durch den TTF-Vorsitzenden Jörg Hever für ihre langjährige Treue bzw. für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit auszeichnen: Ehrennadel in Gold: Gertrud Wehr, Hans-Georg Pontow, Michael Konrad, Stefan Gölz – Ehrennadel in Silber: Andrea Büttner, Bernhard Striffler, Ralf Striffler und Joachim Scherrer.

Dann trat der Mann an das Mikrofon, dem man alles zu verdanken hatte – Johannes Scherrer. Der Ehrenvorsitzende blickte auf 50 Jahre TTF zurück. Anfangs berichtete er über die Entstehung des Tischtennis-Sports und ging dann näher auf die Geschichte der Tischennis-Freunde Laudenbach ein.

Im April des Jahres 1968 wurde ein damals noch junger Lehrer an der hiesigen Schule eingestellt. Die Sportart, die er betrieb, war Tischtennis. In Pausengesprächen stellte sich bald heraus, dass seine damaligen Kollegen Josef Maier und Rolf Göbel Hobbytischtennisspieler waren.

Eines Tages standen die beiden Kollegen vor seiner Haustür, um ihn zum Tischtennisspielen abzuholen. Sie hatten herausgefunden, dass im ehemaligen Präses-Mohn-Heim, das sich im heutigen Gasthof „Traube“ befand, noch eine alte Tischtennisplatte stand. Zwei Schüler mit einem Handwagen wurden für ein kleines Entgelt verpflichtet, die Platte vom Mohn-Heim zur Schule zu bringen. „Dort schafften wir diese in die Aula und los ging‘s mit den ersten Spielen. Es dauerte nicht lange, bis es sich herumsprach, dass sich da oben etwas tut.“

Neugierige trafen ein und fragten, ob sie mitspielen dürften. Schon bald reichte die eine Platte nicht mehr aus. Eine zweite aus Privatbesitz wurde angeschafft. Ende des Jahres 1968 wurde dann auch der Antrag auf Aufnahme als Tischtennisabteilung in den TSV Laudenbach gestellt.

Seit 1969 wird in Laudenbach Tischtennis als Wettkampfsport betrieben. In Freundschaftsspielen gewöhnten wir uns an den Mannschaftswettkampf der kommenden Verbandsrunden.

1970 fand das erste Ortsturnier im Hirschensaal statt. Bürgermeister Stitz und der Schreinermeister Mühleck standen damals im Endspiel. Der Schreinermeister verließ als Sieger den Tisch.

Scherer setzte seine Ausführungen mit den Worten „Ich glaube nicht, dass ich übertreibe, wenn ich behaupte, Laudenbach hat in den vergangenen 50 Jahren dem Tischtennissport im Altkreis Mergentheim starke Impulse gegeben, vor allem in der Jugend und Schülerarbeit“ fort.

Die Erfolge der Jugendarbeit blieben nicht aus. Seit Bestehen errang der Verein, zuerst als Abteilung des TSV, ab 1975 dann als selbständiger Verein „Tischtennis-Freunde Laudenbach“ (TTF) 33 Mannschaftsmeisterschaften, 42 Einzelmeisterschaften auf Kreis- und Bezirksebene (in Einzel und Doppel).

1994 spielte die erste Mädchenmannschaft in der höchsten Klasse in der Verbandsliga. Man war sehr stolz auf die Leistung der Mädchen und ihrer Betreuer (Andrea Hofmann, Kerstin Wildermuth, Rita Schäfer, Christina Denninger und Betreuer Paul Gölz und Paul Stumpp). Sie schafften den Klassenerhalt.

Um die Kameradschaft und Zusammenhalt vor allem auch mit unseren passiven Mitgliedern zu erhalten und zu stärken organisierte man Wanderungen, Bergtouren, Radausfahrten, Ausflüge, Zeltlager, Sport- und Spielnächte, Nikolausfeiern, Federweißer und Zwiebelkuchen und andere gesellige Veranstaltungen.

Alle Anwesenden hatten die Möglichkeit an einem „Schätz-Gewinnspiel“ teilzunehmen. Die Anzahl von Tischtennis-Bällen an einem Kranz befestigt, musste erraten werden. Gewinner waren Walter Gölz, Josef Vorholzer, Wolfgang Silberzahn und Arno Krämer.

Nach dem offiziellen Teil unterhielt die Musikkapelle Laudenbach/Weikersheim noch die Anwesenden mit einer musikalischen Darbietung. pg