Weikersheim

Gesangswettbewerb Debut Spannung in Qualifikationsrunden und im Semifinale / Galakonzert am 29. September in der Wandelhalle

Stimmgewaltige Arien bis in alle Höhen

Archivartikel

Klassik-Gesangswettbewerb Debut: In der vergangenen Woche war Spannung pur in den Qualifikationsrunden und dem Semifinale geboten.

Weikersheim/Bad Mergentheim. Rund ums Weikersheimer Schloss läuft seit Anfang der Woche der internationale Klassik-Gesangswettbewerb Debut. Die hochkarätige Jury und die Teilnehmer aus aller Welt begeistern die Gäste aus nah und fern.

Nervosität, gespannte Erwartung und Vorfreude liegen in der Luft im Gewehrhaus des Weikersheimer Schlosses. Während sich die Fachjury im Saal nochmals bespricht, hört man, wie sich die Sängerinnen und Sänger, die gleich ihr Können präsentieren, in Nebenzimmern einsingen. Die zahlreichen Gäste unterhalten sich angeregt in den Gängen, andere gehen noch eine Runde durch den Park des Schlosses spazieren – bis es losgeht.

Clarry Bartha, die künstlerische Leiterin von Debut, begrüßt endlich die Gäste und erklärt die Abläufe des Wettbewerbs. Dann erscheint der erste Teilnehmer des diesjährigen Klassik-Gesangswettbewerbes JeongMeen Ahn aus Südkorea im Saal. Er hat bereits Erfahrung bei anderen internationalen Wettbewerben gesammelt und war dort auch als Preisträger erfolgreich. Gekonnt und professional zeigt der Bariton sein Können.

Gewiss ein super Einstieg in den Wettbewerb, der von hoher Qualität an Sangeskunst der internationalen Teilnehmer geprägt ist. Später an diesem Morgen kommen noch Brigitta Simon aus Ungarn an die Reihe sowie Katharina Woesner und Svenja Schicktanz aus Deutschland. Stimmgewaltige Arien bis in alle Höhen präsentieren die selbstbewussten Sopranistinnen, aber auch melancholische Lieder wie „Der Himmel hat eine Träne geweint“ von Robert Schumann.

Begleitet werden die Sänger abwechselnd von vier Pianisten, die von Debut auserwählt wurden. Jeder der Teilnehmer muss zwei Lieder und zwei Arien vorstellen, um die ganze Bandbreite ihres Gesangs zu zeigen. Zirka zwanzig Minuten dauert der Beitrag eines Künstlers.

„Ich bin schon immer als Zuhörer bei Debut dabei“, erzählt eine Igersheimerin im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. In ihrer Freizeit singt sie im Kammerchor von Bad Mergentheim. „Es ist so spannend, die tollen Sänger zu hören und mal selbst einzuschätzen, welchen Teilnehmer die Jury in die nächste Runde kommen lässt“, so die opernbegeisterte Dame weiter.

Meistens liege sie dabei richtig, aber manchmal auch vollkommen daneben. Man wisse eben nicht, worauf die Jury am meisten Wert lege. Sei es der Gesang, die Bühnenpräsenz, Gestik und Mimik während des Vortragens, Technik oder Aussprache – es gebe unwahrscheinlich viele Nuancen, die bewertet werden können, neben dem persönlichen Geschmack.

Hoch dotiert

Bereits zum neunten Mal wird dieses Jahr der Klassik-Gesangswettbewerb „Debut“ ausgetragen. In der malerischen Kulisse des Weikersheimer Schlosses mit prachtvoller Gartenanlage, fanden am Montag und Dienstag die Qualifikationsrunden für die 25 Teilnehmer aus aller Welt im Gewehrhaus des Schlosses statt. Aus knapp 400 Bewerbungen wurden sie ausgewählt, sich der renommierten Fachjury vorzustellen und zu präsentieren.

Am Mittwoch wurden dann die sechs Finalisten im Semifinale aus den 15 besten gewählt. Ob aus Deutschland, Südkorea oder Ungarn – alle Teilnehmer buhlen mit ihrem Können um die hoch dotierten Preise. Es gilt, die goldene Viktoria zu ergattern, deren Preisgeld mit 10 000 Euro verknüpft ist.

Doch auch die anderen, zahlreichen Preise wie ein Engagement im Philharmonischen Orchester Würzburg, ein Stipendium des Jeunesses Musicales Deutschland oder dem Publikumspreis von 1000 Euro können sich sehen lassen. Insgesamt schüttet der Wettbewerb mit seinen Sponsoren 32 000 Euro an Preisgeldern aus.

Weltweites Netzwerk

Doch nicht allein die Preise, die Fachjury und das schöne Schloss ziehen die Teilnehmer aus aller Welt nach Weikersheim.

Debut bedeutet für junge Sänger darüber hinaus, sich mit anderen talentierten Künstlern ihres Fachs weltweit zu vernetzen und vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch für ihre weitere Karriere zu profitieren.

Am Samstag, 29. September um 19 Uhr wird die goldene Viktoria schließlich in einem Galakonzert in der Wandelhalle Bad Mergentheims verliehen. Unter der Mitwirkung und Begleitung des Philharmonischen Orchester Würzburgs wird die Finalrunde von Fernsehmoderator Felix Seibert-Daiker moderiert. Hier entscheidet sich auch, welcher der Sänger den Publikumspreis erhalten wird. Während des Galakonzertes haben die Zuhörer nämlich Gelegenheit für ihren Favoriten abzustimmen. pm