Weikersheim

Stadt-Kirchen-Lauf Michael Heitbrock und Gerald Faust schaffen dreißig Kilometer bei 35 Grad / Tolle Leistung von zwei Läufern / Unter den rund 350 Teilnehmern waren auch 60 Kinder

Trotz Hitzerekord tolles Ergebnis für die Kirchensanierung

Archivartikel

Weikersheim.Auf über 35 Grad Celsius stieg das Thermometer am Nachmittag an. Schon die ersten Läufer, die Werner Frick und Moderator Lukas Schäfer ab 11 Uhr unter den Bäumen der Stadtgartenallee an den Start schickten, kamen bei gut 30 Grad schnell ins Schwitzen. Schattig blieb es längst nicht auf der ganzen Strecke; rund um den Schlossgarten drohte Sonnenbrand.

Trotz regelrechter Affenhitze ließen sich die Läufer nicht davon abhalten, auf dem rund anderthalb Kilometer langen Rundkurs ihre Runden zu drehen – teilweise höchst sportlich, teilweise im gemütlichen Zockeltempo.

Als Extremsportler erwiesen sich der Weikersheimer Michael Heitbrock und Gerald Faust aus Niederstetten. Beide kamen mit jeweils 20 Runden auf 30 Laufkilometer zugunsten der Stadtkirchen-Sanierung. Faust, Jahrgang 1963, ist regelrechter Laufprofi, der bis heute ein wöchentliches Laufpensum von 130 bis 150 Kilometer absolviert. Noch vor ein paar Jahren waren es um die 200 Kilometer pro Woche – Voraussetzung für Superleistungen über die 50-Kilometer Distanz. Die meisterte er als deutscher Rekordhalter aller Altersklassen.

Mit gleich zwei Runden-Königen sei nicht zu rechnen gewesen, so Volksbankchef Jürgen Fricke: Die Bank hatte als Preis für den laufstärksten Teilnehmer ein flauschiges Badehandtuch vorgesehen. Tuch zwei wird nachgereicht, versprach Fricke. Auch der Preis für die größte Teilnehmergruppe wird nachgereicht. Rektor Peter Pflüger, der selbst einige Runden um den Schlosspark drehte, hatte nicht bis zur Preisverleihung ausgeharrt. Der vom TSV gesponserte Geschenkkorb mit jeder Menge Süßigkeiten dürfte bei den engagierten Schülerinnen und Schülern der Gemeinschaftsschule, die bereits beim 1. Stadt-Kirchen-Lauf die läuferstärkste Mannschaft aufgeboten hatten, für Jubel sorgen.

Auf insgesamt rund 350 Aktive schätzt Organisator Walter Frick das Teilnehmerfeld – darunter etwa 60 Kinder. 42 Kinder des evangelischen Kindergartens, 15 aus der Kita Schatzinsel und ein paar zwei- bis dreijährige Winzlinge der Badminton-Abteilung legten sich auf dem Mini-Parcours im Stadtgarten kräftig für ihre Stadtkirche ins Zeug.

Bestens besucht war das ökumenische Gemeindefest den ganzen Tag über: Etwa 60 Garnituren hatte das Orgateam aufgestuhlt, Tische und Bänke mehrfach dem Schatten folgend umgestellt. Fast durchgehend dürften rund 400 Menschen den Luxus des schattigen Sitzplatzes genutzt haben. Speisen und vor allem Getränke vom Weißwurstfrühstück bis zur Kaffeetafel waren gefragt, kurz vorm Ende der Veranstaltung war auch die letzte Wasserflasche geleert.

Den Verkaufserlös der Stände und das Opfer des Ökumentischen Gottesdienstes teilen sich evangelische und katholische Kirchengemeinde, die Start- und Sponsorengelder des Stadt-Kirchen-Laufs – Bareinnahmen, Direktspenden und Spendenzusagen für den Lauf dürften sich grob überschlägig auf aktuell gut 6000 Euro belaufen – kommen ohne Abzug der Sanierung von St. Georg zugute.

Auch die anderen Stände und Aktionen konnten sich über mangelnden Zulauf nicht beklagen. Ab 14 Uhr, also kurz vor Erreichen der Maximaltemperatur, bildete sich ein großer Zuschauerkreis, um ja nichts von den Aufführungen der beiden Kindergärten zu verpassen. Die „reisten“ symbolisch, bunt und passend zum Gottesdienstmotto „Die Welt ist bunt“ rund um die ganze Welt.

Nach dem gemeinsamem Begrüßungs- und Bewegungslied startete der katholische Kindergarten zu heißen Rhythmen mit quietschbunten Cheerleader-Tanzwedeln zum Tänzchen in Amerika, der evangelische Kindergarten griff mit „Grün, grün grün sind alle meine Kleider“ das Farbmotto auf. Einen Flug über Amerika, Russland, Japan und Österreich zurück nach Hause präsentierten die Kids im mintgrünen Shirt des katholischen Kindergarten, nach Afrika entführte die in ihren sonnengelb leuchtenden Kindergartenshirts weithin erkennbaren Minis des Fürstin Margarita Kindergartens.

Mit Fähnchen zahlreicher Nationen verabschiedete sich die in der Kanalstraße beheimatete Mint-Fraktion, mit echtem Kosaken-Kasatschok sagten die „Gelben“ Tschüss und schickten dann ihre Chefin Christiane Geier zur Einrichtung in der benachbarten Karl-Ludwig-Straße, um das versprochene Eis für alle aufgetretenen Kinder abzuholen. Vorher hatte das Publikum sie alle bereits mit mächtig Beifall belohnt.

Kräftig beklatschte auch Barbara Hofmann, die den gut besuchten Weltladen-Stand betreute, die Leistung der Kleinen. Auch Roland Kroneisen, dessen Flohmarkt bei keinem Gemeindefest fehlen darf, hatte aus seinem schattigen Stand einen guten Blick auf die Kindergartenaufführungen.

Susann Grauel-Fischer und Adrian Schraub, die Sportler und Gemeindefestgäste mit Wellness- und Entspannungsmassagen verwöhnten, mussten dagegen ihren Schattenstand verlassen, um die Aufführung genießen zu können.

Anschließend lockten Planschbecken und Rasensprenkler Groß und Klein zur Abkühlung – und die mittlerweile in den Schlossparknahen Schatten umgezogene Hüpfburg die Kleinen zum Toben.