Weikersheim

„Fabrikkultur“ (II) Die „Schönen Mannheims“ bildeten den gelungenen Auftakt des 19. Kulturprogramms der Stadt Weikersheim

Ungebremst durchs Leben ab 40

Archivartikel

Weikersheim.Es war ein großer Spaß gewesen, den „Schönen Mannheims“ am Freitagabend zuzuhören. Sie waren im Rahmen der „Fabrikkultur“ – eine Kooperation zwischen Stadt und der Firma Ceracon – gekommen, um den Auftakt des 19. Kulturprogramm zu übernehmen. Und das machten sie mit Bravour.

In der ausverkauften Produktionshalle des Ceracon-Werks präsentierten sie ihr Programm „Ungebremst“ und gaben so richtig Gas – vor allem für Frauen jenseits der 40.

Konnte frau in jungen Jahren sich den Blicken der Männer kaum erwehren, reicht heute nicht mal mehr ein überlautes Fingerschnippen. Wo lernt man noch einen Mann kennen? Vielleicht beim Urologen oder noch schlimmer auf dem Friedhof? Bei Letzterem könnte frau doch „bei den Rosen den Friedhofsgärtner liebkosen“.

Mit großer Bühnenpräsenz und absolut hoher Stimmenqualität zogen die drei ausgebildeten Sängerinnen Susanne Back, Anna Krämer und Smaida Platais gemeinsam mit ihrer Pianistin Stefanie Titus und ihrem rabenschwarzen Humor das Publikum mit ihrer „Mannemer Gosch“ schnell in ihren Bann. Vor allem Anna entpuppte sich im Laufe des Abends als echte „Rampensau“.

Typische Frauenthemen

Immer wieder mal ging es um typische Frauenthemen wie das Leidwesen Figur, Herz und Schmerz: Was wurde den Frauen nicht alles von ihren Ex-Liebhabern, den zahlreichen „Hörstern“ und „Fritzen“ versprochen? Sterne sollten vom Himmel geholt und der Mond vom Himmel geangelt werden.

Aber sie persiflierten auch in verschiedenen Dialekten Navi-Ansagen, mal als sächselnde Mandy bis hin zum rheinischen Horst (Schlämmer). Sie ließen einen Fernsehspot aus „Der siebte Sinn“ in den 70er Jahren im Originalton einspielen, der vor Frauenfeindlichkeit nur so strotzte. Und sie sangen sich auch in die Herzen des Publikums mit einem Sologesang etwa auf Hebräisch.

Am Ende hatten sie mit ihrer letzten Zugabe „Winterzeit in Wien“, einer Persiflage auf den Wiener Schmäh, die Hape Kerkeling geschrieben hat, nochmals die komplette Produktionshalle zum Lachen gebracht.

Das Publikum honorierte ihr Können und ihren Witz mit lang anhaltendem Applaus.