Weikersheim

Vertreterversammlung Volksbank Vorbach-Tauber zog in der Laudenbacher Zehntscheune Bilanz / Langjährige Mitglieder ausgezeichnet

Volksbank „prägend und unverzichtbar“

Archivartikel

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen hat die Volksbank Vorbach-Tauber 2017 ein ordentliches Ergebnis erzielt, wie bei der Vertreterversammlung zu vernehmen war.

Weikersheim. Im näheren Umfeld der Laudenbacher Zehntscheune war kaum noch ein Parkplatz zu entdecken: Die Volksbank Vorbach-Tauber (VVT) hielt am Montag ihre 27. Vertreterversammlung ab. Der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Wick begrüßte dazu neben den knapp 160 Mitgliedervertretern zahlreiche Gäste.

Zu Ehren der im vergangenen Geschäftsjahr insgesamt 80 verstorbenen Mitglieder, namentlich der langjährigen Aufsichtsratsmitglieder Willy Hermann aus Nassau und Friedrich Preuß aus Waldmannshofen erhob sich die Versammlung von den Plätzen. Erst in diesem Jahr verstarben Reinhold Horn (Vorbachzimmern), Sigfried Hammel (Elpersheim) und Ernst Summa (Freudenbach), die in langjährigem Engagement die Entwicklung der Bank prägten.

Anschließend informierten die Vorstände Jürgen Fricke und Dirk Schlenker über die Entwicklung der Bank. Wie gewohnt ordnete Vorstandsvorsitzender Jürgen Fricke dabei die lokalen und regionalen Entwicklungen ins globale Umfeld ein, während Dirk Schlenker das Geschäftsfeld in Zahlen und Daten (siehe dazu nebenstehenden Infoblock) präsentierte.

Zwar fiel der Jahresüberschuss 2017 geringer aus als im Vorjahr, doch sowohl die Bilanzsumme als auch das von der Bank betreute Kundenvolumen, das Betriebsergebnis vor Bewertung und das Eigenkapital der Bank sind 2017 angestiegen. Es sei ein erfolgreiches Jahr gewesen, fasste Schlenker das Ergebnis zusammen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, wie sie der drohende US-amerikanische Protektionismus und der angekündigte harte Brexit skizzieren, setzte sich in Deutschland der seit 2013 andauernde, deutlich durch steigende Konsumausgaben geförderte, konjunkturelle Aufschwung fort, erläuterte Jürgen Fricke. Wie die IHK Heilbronn-Franken, die die Region in kräftigem Aufschwung sieht, erwarten die Experten für 2018 einen weiteren Aufschwung in Deutschland und weltweit. Wenn im Herbst 2019 die Amtszeit von EZB-Präsident Draghi abläuft, dürften auch bei der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank die Karten neu gemischt werden, schätzt Fricke und verwies auf die noch in diesem Jahr zu erwartenden zwei bis drei Zinsanhebungsschritte in den USA. Bis zum Jahresende halten die Volksbank-Fachleute beim DAX ein Kursniveau von gut 13 000 Punkten für realistisch.

Auch über gesellschaftliche Aktivitäten der VVT informierte Fricke: Skifreizeit im Montafon, Busreisen nach Italien, eine Flugreise nach Russland und für die jungen Kunden unter anderem eine Fahrt zum Nürnberger Zoo ermöglichten persönliche Begegnungen; Vorträge und Informationsveranstaltungen boten manch neuen Impuls, und die insgesamt 26 000 Euro an Spenden für die Bereiche Kultur, Sport, Kinder- und Jugendarbeit dokumentieren Verwurzelung und halfen Ortschaften, Organisationen und Vereinen in der Region, Wünsche zu erfüllen. Auch das ist Element des genossenschaftlichen Denkens, das der Ende März vor 200 Jahren geborene Neuerer Friedrich-Wilhelm Raiffeisen prägte. Dass heute den rund 8000 Genossenschaften und genossenschaftlichen Unternehmen in Deutschland rund 22 Millionen Mitglieder angehören, hätte sich Raiffeisen wohl kaum träumen lassen.

Als „gestaltende Kraft und für die heimische Wirtschaft prägendes und unverzichtbares mittelständisches Unternehmen“ würdigte Weikersheims Bürgermeister Klaus Kornberger die eng und unverbrüchlich mit dem Oberen Bezirk verbundene Genossenschaftsbank. Die VVT spiele in der Unternehmens- und Kommunalfinanzierung eine wichtige Rolle und sichere außerdem Beschäftigung und Ausbildung, so Weikersheims Bürgermeister auch im Namen der Kollegen Uwe Hehn (Creglingen) und Heike Naber (Niederstetten).

Klaus Kornberger beantragte die von der Versammlung einstimmig erteilte Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, nachdem die Versammlung bereits zuvor jeweils einstimmig dem Prüfbericht des baden-württembergischen Genossenschaftsverbandes, der Feststellung des Jahresabschlusses und der vorgeschlagenen Ergebnisverwendung zugestimmt hatte.

Die turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Aufsichtsräte Otto Busch (Münster), Hans-Richard Haas (Pfitzingen) und Ulrich Wolfarth (Neubronn) wurden von der Versammlung einstimmig wieder gewählt, ehe sich die Vertreterversammlung mit den überwiegend redaktionellen Formulierungen der anstehenden Satzungsänderung befasste. Die Änderungen setzen die im Juni 2017 in Kraft getretenen Änderungen des Genossenschaftsgesetzes um und pflegt etwa die Gleichstellung eingetragener Lebenspartner mit Ehegatten ein. Auch den Satzungsänderungen stimmte die Versammlung einstimmig zu.

Beifall gab es für die anstehenden Jubiläums-Ehrungen langjähriger Mitglieder: Seit sieben Jahrzehnten gehört die Dreschvereinigung Archshofen zu den derzeit 8142 Mitgliedern der Bank, immerhin seit bereits sechs Jahrzehnten zählen neben der Evangelischen Kirchengemeinde Freudenbach und den Jeunesses Musicales aus Weikersheim die Einzelmitglieder Willi Boas (Finsterlohr), Rudolf Döffinger (Oberstetten), Friedrich Frank sen. (Vorbachzimmern), Albert Mathes (Honsbronn), Karl Moll (Nassau), Albert Schmidt (Oberstetten) und Hermann Schmidt (Nassau) zu den Volksbank-Anteilseignern.

Die Vorstände Jürgen Fricke und Dirk Schlenker überreichten neben den Ehrenurkunden auch kleine Geschenke.