Weikersheim

Leserbrief Zu „Jetzt Anschluss an die Daten-Autobahn“ (FN 21. September)

Vor Vertragsabschluss informieren

Archivartikel

In Ihren Berichten über die Versorgung mit Glasfaserkabel und den Anschluss der hiesigen Gebiete an die schnelle Daten-Autobahn wird immer wieder die Telekom erwähnt, die für die Verlegung der Glasfaserkabel verantwortlich zeichnet.

Am Ende der Berichte werden die Leser in Fettdruck aufgefordert, selbst aktiv zu werden und einen neuen Vertrag abzuschließen, da die neue Bandbreite nicht automatisch zur Verfügung steht.

Das könnte bei manchem Leser den Eindruck erwecken, dass nur die Telekom höhere Bandbreiten zur Verfügung stelle.

Deshalb möchte ich darauf hinweisen, daß z.B. alle Haushalte mit einem TV-Kabelanschluss (wurde im Main-Tauber-Kreis in den 80er Jahren von der Deutschen Bundespost verlegt und später von Kabel BW, heute Unitymedia, übernommen) jetzt schon höhere Bandbreiten als von der Telekom angeboten in Anspruch nehmen können. Ich selbst nutze seit Mai 2010 einen Telefon-/Internetanschluss von Kabel BW/Unitymedia, der damals bereits 25 Mbit/s für den Download ermöglichte.

Im Februar 2013 habe ich den Anschluss auf 120 Mbit/s und im April 2018 auf 400 Mbit/s umstellen lassen. Im Vergleich hierzu bietet die Telekom über das moderne Glasfasernetz zunächst lediglich das sogenannte Basiskonzept mit mindestens 50 Mbit/s im Download an, das später (in wieviel Jahren?) auf 100 Mbit/s aufgerüstet werden soll.

Der Unterschied zwischen beiden Anschlusstechnologien besteht darin, dass die Telekom bei den meisten Kunden das letzte Stück der Glasfaser-Datenautobahn über die alte Zwei-Draht-Telefonleitung ins Haus liefert, die die Downloadgeschwindigkeit erheblich drosselt, so dass sie derzeit keine höheren Geschwindigkeiten anbieten kann. Nur in den aktuell entstehenden Neubaugebieten werden echte FTTH-Anschlüsse verlegt (Glasfaser bis ins Haus). Der Internetanschluss von Unitymedia kommt jedoch über ein Koaxialkabel ins Haus und an den Router, so dass heute schon Geschwindigkeiten bis zu 400 Mbit/s für den Download verfügbar sind. Ein Breitbandtest auf der Webseite der Bundesnetzagentur (https://breitbandmessung.de/test) hat mir sogar den Download mit 427,49 Mbit/s und den Upload mit 19,92 Mbit/s bestätigt. Über Glasfaserkabel werden in Zukunft zwar noch schnellere Datenraten möglich sein, aber hierfür müsste die Telekom die Verteilerstationen auf die nötige Bandbreite aufrüsten. Wie in Ihrer Berichterstattung erwähnt, hat die Telekom hierfür in unserer Region zunächst nur 100 Mbit/s vorgesehen, die von Unitymedia derzeit schon mit einer Downloadgeschwindigkeit von 400 Mbit/s übertrumpft werden.

Wer also in seinem Haus bzw. seiner Wohnung über einen TV-Kabelanschluss verfügt und eine höhere Bandbreite wünscht, sollte sich überlegen, ob ein Wechsel von Telekom zu Unitymedia sinnvoll wäre. Auf den Webseiten aller Diensteanbieter lässt sich schnell überprüfen, welche Downloadgeschwindigkeiten an dem jeweiligen Haus-/Wohnungsanschluss zur Verfügung gestellt werden können.

Allerdings empfehle ich allen Nutzern, ihren bisherigen Anschluss bei dem jeweiligen Vertragspartner per Einschreiben/Rückschein rechtzeitig selbst zu kündigen und sich nicht darauf zu verlassen, dass der neue Dienstleister die Kündigung übernimmt.

Ansonsten könnte es passieren, dass der bisherige Dienstleister aufgrund einer Klausel im Telekommunikationsgesetz der Kündigung widerspricht und der Kunde ein weiteres Jahr bzw. eine weitere Vertragsperiode an seinen bisherigen Vertragspartner gebunden bleibt.