Weikersheim

Krankenpflege-Seelsorge Kurzweilige Jubiläumsfeier / Start Ende des 19. Jahrhunderts

Zehn Jahre sind eigentlich über einhundert

Weikersheim.„ Zehn Jahre, was ist das“? fragte Dekanin Renate Meixner bei der Jubiläumsfeier des Krankenpflege-Seelsorge-Fördervereins Weikersheim. Eigentlich sind es 116 Jahre, war ihre umgehende Antwort auf die Frage, und schon sah alles anders aus.

Die Initiative zur Bildung von Krankenpflegevereinen und zur Einrichtung von ambulanten Pflegestationen ging im Hohenlohischen Ende des 19. Jahrhunderts von dem evangelischen Pfarrer Hermann Faulhaber aus. Diese Vereine waren früher eine Solidargemeinschaft, Arme wurden dadurch unterstützt, Wohlhabende haben selbst bezahlt, der Verein hatte die Verantwortung für die Schwestern. Dies änderte sich durch die Pflegeversicherung und daher wurde aus rechtlichen Gründen 2008 aus dem Krankenpflegeverein der Krankenpflegeseelsorge-Förderverein. Für Meixner ist besonders erfreulich, dass dieser in Weikersheim ökonomisch und kommunal geführt wird.

Bürgermeister Klaus Kornberger zeigte sich sehr stolz, dass Weikersheim mit großer Tradition eine sehr erfolgreiche, anerkannte und kompetente Sozialisation habe und im interkommunalen Verbund tätig ist.

Eine Sozialstation muss sich selbst finanzieren, wie jedes Unternehmen. „Die Sozialstation fördert, unterstützt das Miteinander, das ist ein wichtiges Zeichen und ist auf dem Weg zu einer Institution, so Kornberger.

Dekan Ulrich Skobowsky, der kommissarisch katholischer Pfarrer von Weikersheim ist, bedauerte, dass Pflege sehr teuer geworden ist und nach Pflegegrad und nach Minutenpflege eingestuft wird. Unterhaltsam blickte Oberin Bärbel Koch-Baisch (Schwäbisch Hall) im fast voll besetzten Saal des evangelischen Gemeindehauses von den Anfängen um das Jahr 1886 mit Pfarrer Faulhaber bis zur Weikersheimer Gründung zurück. Abschließend stellte Dekanin Meixner nochmals die Wichtigkeit des 103 Mitglieder zählenden Fördervereins heraus, ist ihm doch die finanzielle Unterstützung stets gelungen, hat bei der Gründung der Demenzgruppe geholfen und begleite finanziell Schulungen.

Der Verein gebe Rückhalt, werden die Menschen doch immer älter und benötigen immer mehr Hilfe. „Wir werden die Arbeit weiter vorantreiben“, rief sie den Geburtstagsgästen zu und bedankte sich bei den Mitgliedern. Unter großem Beifall bedankte sich Dekanin Meixner bei den Mitarbeitern der Sozialstation östlicher Main-Tauber-Kreis mit Geschäftsführerin Monika Wiehl an der Spitze und Karl Pflüger, die die sehr kurzweilige Jubiläumsfeier organisiert und durchgeführt haben. brun