Werbach

Jagdgenossenschaft Neubrunn Nichtöffentliche Versammlung / Steigende Zahl bei den Wildschäden

Ansgar Navratil scheidet nach 30 Jahren aus

Archivartikel

Neubrunn.Bei der nichtöffentlichen Versammlung der Jagdgenossenschaft Neubrunn berichtete Jagdvorsteher Ansgar Navratil über die Wildschäden in den Jagdrevieren.

Die Jäger hatten ihre Wildschäden detailliert gemeldet, bei der Schadensregulierung mit den Landwirten gab es keine Schwierigkeiten. Bei keinem Jäger waren die Schäden höher als die im Jagdpachtvertrag verankerte Wildschadensdeckelung von 800 Euro.

Anschließend berichtete Navratil aus den Hegeringversammlungen in Helmstadt. Weiter zeigte er auf, dass Wölfe auch in Unterfranken gesichtet wurden und nannte einige Regeln, die beim Zusammentreffen mit einem Wolf sinnvoll sein könnten.

Der Jagdvorsteher gab bekannt, dass es immer mehr Wildschweine gebe. Laut des Deutschen Jagdverbands wurden in der Jagdsaison 2017/18 bundesweit rund 840 000 Wildschweine erlegt, knapp 42 Prozent mehr als im Vorjahr (in Unterfranken waren es rund 27 500).

Aber auch die Waschbären vermehren sich rasant. Im Jagdjahr 2004/05 wurden 335 Tiere gezählt. 2016/17 waren es 1892 und jetzt sind es 2.725.

Dadurch hat auch die Zahl der Wildunfälle in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Allein in Unterfranken habe es 8724 Zusammenstöße, das ist eine Steigerung von vier Prozent zum Vorjahreszeitraum, gegeben. Es wird zwar viel geforscht, aber ob Reflektoren, Duftsäckchen, akustische Signale, Warnschilder oder auch die blauen Reflektoren an den Straßenstickeln, nichts hilft wirklich. Der Deutsche Jagdverband schätzt die Zahl der jährlich getöteten Wildtiere auf mehr als eine Million.

Nachdem die Kassenprüfer dem Kassierer Norbert Dengel eine einwandfreie Kassenführung bescheinigten, wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt.

Jäger Walfried Seidenspinner stellte einen Antrag auf vorzeitige Jagdpachtverlängerung bis 31. März .2031. Die Versammlung stimmte der Verlängerung zu.

Jagdvorsteher Ansgar Navratil stellte sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl. Er scheidet nach 30 Jahren aus dem Vorstand aus. Navratil vor von 1989 bis 1992 Beisitzer, von 1992 bis 2004 stellvertretender Jagdvorsteher und von 2004 bis 2019 Jagdvorsteher.

Der stellvertretende Jagdvorsteher Wolfgang Kemmer bedankte sich bei Navratil für seinen unermüdlichen Einsatz für die Jagdgenossenschaft und die gute, harmonische Zusammenarbeit. Er überreichte ihm ein Präsent.

Anschließend wurde folgender Vorstand einstimmig gewählt: Jagdvorsteher: Martin Stieber, Stellvertreter: Wolfgang Kemmer, 1. Beisitzer: Leonhard Stieber, 2. Beisitzer: Burkhard Fries, Schriftführer: Jürgen Rösch, Kassenführer: Norbert Dengel, 1. Rechnungsprüfer: Peter Dengel und 2. Rechnungsprüfer: Gerhard Holtröhr.

Navratil bedankte sich bei der Gemeinde und dem Bauhof, dass die Brücken am Peiselsgraben und am Schornickelsgraben so erweitert wurden, dass die Landwirte mit ihren großen Gerätschaften problemlos fahren können. Anschließend verlas er den vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vorgelegten Drei-Jahres-Abschussplan für Rehwild für 2019 bis 2021 mit den darin vorgegebenen Soll-Abschusszahlen für alle vier Jagdbögen und die Planung der Jäger.

Die Jagdversammlung beschloss den Jagdschilling als Rücklage für die Wildschadensregulierung sowie den Feldwegebau zu verwenden. So soll die Gemeinde wieder eine Teilsumme des Jagdschillings für den weiteren Ausbau des Brübelsweges erhalten. ank