Werbach

Besonderer Gast Gwen Smith aus Australien besuchte das Dorf an der Tauber und reiste so zurück in der Geschichte der Familie Hergenhan

Auf den Spuren der Vorfahren gewandelt

Archivartikel

Niklashausen.Für drei Tage reiste Gwen Smith von der Central Coast of New South Wales in Australien ins Taubertal, um mehr über ihre Ahnen aus der Familie Hergenhan zu erfahren.

Nach Australien ausgewandert

Ihr Ur- Urgroßvater Johann Kilian Hergenhan (1838 bis 1925) war ein Sohn von Johann Peter Hergenhan (1774 bis 1865) und von Regina Barbara Betzel (1800 bis 1850), welche am 20. Februar 1821 geheiratet hatten und in Niklashausen lebten.

Bis etwa 1588 hatten Gwen Smith und ihre Verwandten die Familie zurückverfolgen können.

Die drei Söhne von Johann Peter und Regina Barbara wanderten zwischen 1852 und 1860 nach Australien aus und siedelten in Bega New South Wales. Lediglich eine Tochter, Eva Katharina, blieb beim verwitweten Vater in Niklashausen.

Noch heute leben die Nachfahren der drei Brüder auf verschiedenen großen Anwesen recht eng nebeneinander, wobei „eng“ bei der Weite Australiens relativ ist für deutsche Verhältnisse, wie Gwen Smith erzählt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten sehr viele Menschen aus dem Taubertal vor allem nach Australien aus, weil sie sich dort ein besseres Leben erhofften und meist auch erreichten. Immer wieder kommen heute auch Gäste von dort nach Niklashausen auf der Suche nach ihren Wurzeln.

Gwen Smith hatte schon vor einiger Zeit Kontakt aufgenommen mit Marlise Düx, der Vorsitzenden des Geschichts- und Kulturvereins „Der Pfeifer“ in Niklashausen.

Mit ihr zusammen besuchte sie das Museum in Niklashausen und war begeistert von den vielen Informationen. Sie hatte das Buch „The Drummer of Niklashausen“ bereits zu Hause gelesen. Niklashausen entstand aus einem im Besitz der Wertheimer Grafen befindlichen Fronhof, den diese an ritterliche Lehensträger vergaben. Im 14. Jahrhundert war der Fronhof bereits in vier Teile zerschlagen.

Vermutlich einst Hofbesitzer

Die vier Höfe, dann als Baumanns-, Hergenhans-, Hörners- und Spinnershof bezeichnet, sind noch anlässlich der endgültigen Zehntablösung 1842 nachweisbar.

Es mögen die Vorfahren Hergenhan von Gwen Smith gewesen sein, denen einer der Höfe gehörte. Heute gibt es alle vier Namen in Niklashausen nicht mehr.

Allerdings gibt es den Namen „Hergenhan“ unter anderem in Wertheim und Umgebung noch recht häufig. Natürlich schloss sich auch ein Besuch in der Niklashäuser Kirche an, von welcher Gwen Smith sehr begeistert war. Vielleicht hatte einer ihrer Vorfahren Geld für eines der Kirchenfenster gespendet? Ein Rundgang durch das Dorf, in dem ihre Ahnen lebten, beeindruckte den Gast auch gefühlsmäßig sehr stark. Eine Cousine von Gwen Smith wird ein Buch über ihre Vorfahren verfassen und will ebenfalls nach Niklashausen kommen.

Den Tag beschloss man gemeinsam mit einem Besuch des Weinfestes von Gregor Michel in den Werbacher Weinbergen, wo bei herrlichem Wetter ein wunderschöner Ausblick ins Welzbachtal nach Werbach möglich war und wo die Australierin dem örtlichen Schwarzriesling und der deutschen Bratwurst hohes Lob zollte.

Gwen Smith umriss die kurze Zeit in Niklashausen im Taubertal mit den Worten „It was wonderful here“. madü