Werbach

Faible für historische Fahrzeuge Raimund Kemmer restaurierte zwei Goggomobile / Schwierige Ersatzteilversorgung

Ein Herz für besondere Oldtimer

Wenn man bei Raimund Kemmer den Hof und die Werkstatt betritt, stellt man schnell fest, dass der 80-jährige ein Liebhaber von Sammelobjekten ist.

Brunntal. Am Scheunentor hängen ein KFZ-Schild aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg mit AW für Amerikanisch Württemberg und jede Menge emaillierte Werbeschilder aus früheren Zeiten. Zu ihrem 50. Geburtstag hat er seine zwei Goggos im Hof positioniert. Beide zugelassen und fahrbereit.

Stolz berichtet er, dass er am Wochenende mit Partnerin mit einer rasanten Geschwindigkeit von 70 bis 80 Stundenkilometern durch die nähere Umgebung „gekurvt“ ist und bei Fahrten durch die Ortschaften Aufmerksamkeit erregt hat. Favorit seiner zwei „Nachkriegsmodelle“, die jetzt zusammen 100 Jahre alt sind, ist die „Normalausführung“.

Das Coupé, damals „Arbeiterporsche“ genannt, bewegt er seltener. Erstzulassung des dunkelblauen Gefährts war in der Nähe von Osnabrück. Danach war es einige Jahre im Münsterland stationiert. 1982 kam es nach Marktbreit bei Ochsenfurt, dann nach Neuses bei Igersheim. Von dort wurde es mit Anhänger und Traktor nach Brunntal befördert und in einer Zeit von drei Jahren liebevoll wieder hergerichtet.

Heute haben beide Fahrzeuge 30 000 Kilometer auf dem Tacho. Insgesamt wurden rund 280 000 Goggos verschiedenster Modelle in der Zeit von 1955-1969 gebaut. Dann ging die Firma Glas in Dingolfing in den BMW Werken auf. Die Limousinen haben rund 3500 Mark gekostet, die Coupés rund 4000 Mark, bei den damaligen Löhnen eine stattliche Summe. Unter der Haube arbeiten 13,6 PS mit fünf Litern auf 100 Kilometern Zweitaktgemisch für das Vorwärtskommen.

Die weiteste Entfernung, die Raimund Kemmer mit seinem Goggo zurückgelegt hat, waren rund 100 Kilometer Hin- und 100 Kilometer Rückweg. Es gab keinerlei Probleme, außer der Zeit. aber die hat der aktive Rentner, der sein Handwerk bei der Firma Opel Hörner in Wenkheim gelernt hat. Öfters fährt er auch zu verschiedenen Oldtimertreffen, wo er sich mit anderen Oldtimerfreunden austauscht.

Schwierig wird es manchmal mit den Ersatzteilen. Die kleinen Gummiräder gibt es nur noch in asiatischen Ländern wie zum Beispiel Malaysia.

Stolz ist er auch auf sein Zündapp Moped, das natürlich funktionsfähig ist. Raimund Kemmer kann viele Stories aus seinem Leben erzählen und alle sind eng verbunden mit KFZ und Technik, es ist spannend, ihm zuzuhören.