Werbach

Synagoge Heinrich Mayer und Mirjam Pressler kommen zu Vorträgen ins Welzbachtal

Erinnerung an jüdische Mitbürger und den Widerstand

Archivartikel

Wenkheim.Gleich zwei interessante Vorträge gibt es in der Synagoge Wenkheim.

Am Freitag, 5. Oktober, berichtet Heinrich Mayer aus München von seinen Forschungen zum „Vergessenen Widerstand“ und in diesem Rahmen über den jüdischen Mitbürger Bernhard Bravmann. Bravmann wurde 1871 in Unteraltertheim geboren, arbeitete in Regensburg und heiratete 1906 – inzwischen konvertiert – „katholisch“ nach Ergoldsbach in der Nähe von Landshut. Dennoch wird er ab 1941 von den Nationalsozialisten gezwungen, den „Judenstern“ zu tragen. Als Rentner ist er in einen geheimen Widerstand eingebunden: Mit von der Partie sind eine Bäuerin und ein Polizist. So verstecken sie in den letzten Kriegstagen 13 jüdische KZ-Häftlinge.

Es werden Persönlichkeiten vermittelt, die bislang kaum von der Forschung registriert wurden, die 1933 bis 1945 nicht zu den politisch/militärischen Eliten gehörten, einfache Menschen. Der Weg in den Widerstand ist gleichbedeutend mit einer langen persönlichen Entwicklung. Niedrigschwellige Formen von Widerstand, das heißt selbst unscheinbare und spontane Handlungen von kurzer Dauer hatten lebensrettende Wirkung. Bestimmte Formen von Widerstand waren selbst in nahezu aussichtsloser Situation möglich.

Wie das Leben also nicht nur schwarz und weiß kennt und wie sich die Lebenslinien unterschiedlichster Menschen kreuzen und für andere wichtig werden, darüber berichten Heinrich Mayer und zwei seiner Mitstreiter aus Ergoldsbach ab 19 Uhr im Betsaal der Synagoge. Der Eintritt ist frei.

Nur drei Tage später, am Montag, 8. Oktober, ebenfalls um 19 Uhr hat sich die bekannte Autorin Mirjam Pressler zu einer Lesung aus ihrem neusten Buch „Grüße und Küsse an alle“ angekündigt.

Viele kennen nicht nur Mirjam Pressler, sondern auch Anne Frank, deren Tagebücher weltberühmt wurden. Auf dem Dachboden des Basler-Hauses der Familie Frank sind nun weitere Briefe, Dokumente und Fotos aufgetaucht, die Mirjam Pressler zu einem Buch verarbeitet hat. Da sie aus privatem Interesse nach Wenkheim kommt, ist auch hierzu der Eintritt frei.