Werbach

„800 Jahre Barbarossa-Fresken“ Abwechslungsreiches Programm wird vom 10. bis 12. Mai auf der Gamburg geboten

Interessante Reise in die Zeit der Staufer

Archivartikel

Auf der Gamburg wird 2019 das Jubiläum „800 Jahre Barbarossa-Fresken“ gefeiert. Dabei erwartet die Besucher des altehrwürdigen Gemäuers vom 10. bis 12. Mai ein besonders Programm.

Gamburg. Im Jubiläumsjahr sollen die in Europa einzigartigen Wandmalereien im romanischen Saalbau der Gamburg gewürdigt werden. Auftraggeber war der 1219 verstorbene Edelfreie Beringer der Jüngere von Gamburg, der Friedrich I. Barbarossa auf den Kreuzzug begleitete. Er ließ auf seiner Burg seine Abenteuer mit dem Stauferkaiser malerisch verewigen und wollte der Pracht der Kaiserpfalzen architektonisch nacheifern.

Einer der Höhepunkte des Jubiläumsjahrs ist das Wochenende, 10. bis 12. Mai, 830 Jahre nach dem Aufbruch Barbarossas – und Beringers im Kontingent des Bischofs von Würzburg – mit dem vermutlich größten Kreuzzug, den je ein einzelner Fürst Richtung Jerusalem führte.

Das Programm auf der Burg beginnt am Freitag, 10. Mai, um 19.30 Uhr im Rittersaal mit einem Vortrag von Professor Dr. Knut Görich zum Thema „Von Gamburg bis Jerusalem – Barbarossa in Bildern seiner Zeit“. Görich habilitierte im Jahre 2000 in Tübingen mit einer Arbeit über „Die Ehre Friedrich Barbarossas“, die heute als einer „der wichtigsten Marksteine der modernen Stauferforschung“ gilt. Seit 2001 lehrt er als Professor für Geschichte des Früh- und Hochmittelalters an der Universität München. Seine Barbarossa-Biografie gilt als Standardwerk über den Stauferkaiser. Zudem ist Görich Präsident der „Gesellschaft für staufische Geschichte“ in Göppingen.

Die zeitgenössischen Bilder Kaiser Friedrichs I., wie etwa auf der Gamburg, geben Rätsel auf. Obwohl sie meistens auf keinen Auftrag des Hofes zurückgehen, liegt ihnen dennoch eine gemeinsame Auffassung von Herrscher und Amt zugrunde.

Im Vortrag werden die wichtigsten Bilder des Stauferkaisers erläutert. Dabei treten unterschiedliche Bereiche der mittelalterlichen Gesellschaft in den Blick, aber auch verschiedene Bildmedien: Siegel und Münzen, bebilderte Handschriften, Wandmalereien, Skulpturen und Werke der Metallkunst.

Nach dem Vortrag wird das Thema in einem Interview mit Knut Görich durch Goswin von Mallinckrodt, einem Mitglied der heutigen Eigentümerfamilie der Gamburg, fortgeführt. Dabei sollen allgemeine Fragen zur Stauferzeit – auch mit aktuellen Bezügen – berührt werden. Anschließend beantwortet der Referent Fragen aus dem Publikum.

Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Es wird jedoch um Anmeldung unter Telefon 09348/605 oder mail@burg-gamburg.de gebeten.

Nach der Veranstaltung können die Teilnehmer das Lagerleben der Living-History-Gruppe „Familia Swevia“ im Torgraben miterleben. Sie stellt an diesem Wochenende auf der Gamburg die Zeit der Barbarossa-Fesken dar.

Am Samstag, 11. Mai, wird auf der Gamburg unter dem Titel „Reise nach Jerusalem“ eine Schnitzeljagd für die ganze Familie angeboten. Wie Beringer von Gamburg, den ein Chronist eigens als einen „von den bedeutenderen edelfreien Herren“ auf diesem Kreuzzug erwähnte, können sich Jung und Alt ebenfalls auf eine Reise, eine „peregrinatio“ wie die Zeitgenossen die Kreuzzüge damals noch nannten, begeben.

In einer Mischung aus Schnitzeljagd und Gralssuche müssen die Akteure quer durch die verschiedenen Teile der Burg, des Burgparks und des umliegenden Geländes Zeichen finden, Rätsel lösen, Aufgaben erledigen und sonstige Bewährungsproben bestehen. Ihr Abenteuer, die „Âventiure“, führt sie zu alten Türmen, Brunnen, Fabelwesen, Rittersälen, Burggräben oder Kapellen, wo sie spielerisch einiges über das Mittelalter und die Geschichte der Gamburg erfahren. Dabei treffen die Teilnehmer erneut auf die „Familia Swevia“, die in ihrem Lager im Torgraben eine Rüstschau und im Rittersaal das gesellschaftliche Leben der Zeit um 1200 präsentieren wird. Die Veranstaltung findet von 14 bis 18.30 Uhr statt. Eine Teilnahmegebühr wird erhoben. Anmeldung ist wie für den Vortag erwünscht.

Den Muttertag am Sonntag, 12. Mai, können die Besucher der Gamburg mit der „Familia Swevia“ in den Zeichen der Zeit um 1200 verbringen. Im Torgraben wird der „herre“ und sein Gefolge ein Lager aufrichten und Interessierten die Rüstungen und Bewaffnungen vorstellen, die man auch auf den Barbarossa-Fresken des Rittersaals entdecken kann. Wer mag, darf dabei selbst ein Schwert in die Hand nehmen.

Dazu stellen weitere Mitglieder der „familia“ während der Führungen im Rittersaal ab 14 Uhr das gesellschaftliche Leben der damaligen Zeit dar. So werde ein authentisches Bild der Epoche der Ritter und Burgen präsentiert, wie die Verantwortlichen in der Ankündigung betonen.

An diesem Tag sind ab 14 Uhr auch das Café auf der Burgterrasse sowie der Shop im Alten Waschhaus geöffnet. Besucher können die Gamburg am 12. Mai von 10 bis 18.30 Uhr erkunden. Es gelten die regulären Eintritts- und Führungspreise der Burg und des Burgparks.