Werbach

Gedenkstein-Aufstellung Feier am Samstag, 13. Oktober

Jüdisches Leben endet 1940

Wenkheim.Aus früheren Aufzeichnungen geht hervor, dass schon während der schlimmen Verfolgungszeit im 14. Jahrhundert unter Ritter Arnold von Uissigheim auch in Wenkheim Juden lebten.

Bis ins 20. Jahrhundert war dort eine jüdische Gemeinde mit steigenden und fallenden Mitgliederzahlen. Höhepunkt war die Zeit um 1870, als rund 17 Prozent der Wenkheimer Bevölkerung jüdischen Glaubens waren.

Mit der Deportation der letzten Wenkheimer Juden nach Gurs in Südfrankreich 1940 durch die Nationalsozialisten endete die Zeit der jüdischen Gemeinde, die sich 1840 eine große Landsynagoge gebaut hat.

Diese überlebte die Reichspogromnacht 1938 und wurde in 80er Jahren des letzten Jahrhunderts renoviert und als Gedenk- und Dokumentationsstätte ausgestattet.

Ein Mahnmal in Neckarzimmern (Neckar-Odenwald-Kreis) erinnert an die Deportation nahezu aller Menschen jüdischen Glaubens in Baden, der Pfalz und des Saarlandes. Das Mahnmal besteht aus einer großen Bodenskulptur in Form eines Davidsterns. Dort hat es Platz für die 138 Gedenksteine der Orte, die von der Deportation betroffen waren. Wenkheim fehlte bisher. Ein Doppel des Gedenksteines, der von Jugendlichen der evangelischen Kirchengemeinde mitgestaltet wurde, wird nun zuerst in Wenkheim am Samstag, 13. Oktober, ab 16 Uhr unweit der ehemaligen Synagoge aufgestellt. Interessierte können der Feier beiwohnen. Der Gedenkstein in Neckarzimmern wird am 21. Oktober aufgestellt. rei