Werbach

Forstwirtschaftsjahr Auf der Gemeinderatssitzung am Montag wurden die Ergebnisse 2017 vorgestellt / Planung und Ausblick auf die Entwicklung für das Jahr 2019

Käferkatastrophe beeinflusst Holzmarkt

Freut sich der Werbacher Gemeinderat im Forstwirtschaftsjahr 2017 über einen großen Überschuss, sehen die Prognosen für die Zukunft kritischer aus.

Werbach. Erfreuliche Zahlen nannte Revierförster Martin Sauer, als er bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend in Werbach das Ergebnis des Forstwirtschaftsjahrs 2017 vorstellte. Mit fast 80 000 Euro wurde der geplante Überschuss in Höhe von knapp 33 000 Euro um mehr als 50 Prozent übertroffen.

Der größte Teil der Einnahmen – rund 170 00 Euro – wurde durch den Verkauf von Holz erwirtschaftet. Weitere Gelder erzielte man durch die Jagdpacht im Gemeindewald und den Förderbescheid des Landes. Die höchsten Ausgaben gab es wiederum bei der Holzernte, außerdem im Bereich von Kulturen und Waldschutz wie etwa Zaunbauten sowie bei der Erschließung. In Form von Fortbildungen wurde zudem in das Personal investiert.

Der große Überschuss lasse sich vor allem auf mehr Einnahmen als geplant zurückführen, stellte Martin Sauer rückblickend fest. In geringem Maß sei allerdings auch eine Einsparung bei den Ausgaben dafür verantwortlich. Vollzug und Ergebnis des Forstwirtschaftsjahres 2017 wurden vom Gremium gebilligt.

Folgen der Käferkatastrophe

Bevor es an die konkrete Planung für 2019 ging, machte der Revierförster darauf aufmerksam, dass man im kommenden Jahr nicht mit dem gleichen Überschuss wie in vergangenen Perioden rechnen könne. Die Planzahlen habe man Ende August erstellt, bevor man das gesamte Ausmaß des Borkenkäferbefalls und die damit verbundenen Folgen absehen konnte.

An dieser Stelle schaltete sich Forstdirektorin Dagmar Wulfes ein, die schon zu Beginn angekündigt hatte, noch ein paar Worte zum Holzmarkt und der Forststrukturreform zu sagen.

Sie führte an, dass im Zusammenhang mit der Käferkatastrophe als europaweites Problem Holz aus Ländern wie Tschechien den Markt überschwemme und in Konkurrenz zum heimischen Holz stehe. Der Preis für Fichtenholz habe sich mittlerweile etwa halbiert.

„Wir werden bei der Fichte kein Frischholz verkaufen können.“, kündigte Wulfes an. Dies sei aber noch im bisherigen Plan mit eingerechnet. Das Käferholz, das sie momentan schlagen, sei nur einen Bruchteil dessen wert, was man sonst erwirtschaftet hätte.

Das man wie in vergangenen Jahren die Planung um bis zu 50 Prozent übertreffen würde, hielt sie für sehr unwahrscheinlich. An den festgelegten Zahlen werde man jedoch nichts ändern.

Auf aktuelle Situation reagieren

Um auf die aktuelle Situation auf dem Markt zu reagieren, wird mehr Laubholz geschlagen. Der Preis für Buchenholz steige zwar, sei allerdings immer noch deutlich geringer, als der für Fichte. Auf Nachfrage erklärte Wulfes dazu, dass es bei der Fichte mehr Stammholz gebe und dieses allgemein wertvoller sei.

Trotz diesem eher kritischen Ausblick stimmten die Gemeinderäte dem Finanzplan für das Forstwirtschaftsjahr 2019 zu. Dieser sieht Einnahmen in Höhe von knapp 170 000 Euro, Ausgaben in Höhe von knapp 130 000 Euro und somit einen Ertrag von 40 000 Euro vor.

Abschließend nahm Dagmar Wulfes noch zur Forststrukturreform Stellung.

Es würde sie sehr freuen, wenn die Kommune die Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt fortsetzten würde, sagte die Forstdirektorin. Man habe ein „Schlagkräftiges Team“.