Werbach

Gemeinderat Wahl von Brunntals Ortsvorsteher Ulrich Dluzak nicht unumstritten

Mit offener Kritik nicht gespart

Archivartikel

Mit etlichen Misstönen verlief die Wahl von Ulrich Dluzak zum Ortsvorsteher von Brunntal am Dienstag in der Sitzung des Werbacher Gemeinderats.

Werbach. In der konstituierenden Sitzung des Werbacher Gemeinderats stand die Wahl der Ortsvorsteher auf der Tagesordnung. Während das Votum für alle anderen Ortsteile einstimmig ausfiel, sorgte die Wahl des Brunntaler Ortsvorstehers Ulrich Dluzak doch für einigen Gesprächsstoff.

Reibungslos und jeweils einstimmig verliefen die Wahlen zum Ortsvorsteher: In Werbach ist Birgit Hörner wieder Ortsvorsteherin, ihr Stellvertreter ist Christian Freisleben. In Gamburg wurde Roland Johannes als Ortsvorsteher bestätigt, seine Stellvertreterin ist Silke Dorbath. Emil Baunach ist weiterhin der Ortsvorsteher von Wenkheim, Stellvertreter ist Björn Schmidt. Zum neuen Ortsvorsteher in Niklashausen wurde Tino Holzhauer gewählt, als sein Stellvertreter fungiert Hans-Peter Stauder. In Werbachhausen ist wieder Harald Kranz Ortsvorsteher, als Stellvertreter wurde Steffen Uher bestimmt.

Vor der Wahl des Brunntalers Ortsvorstehers meldete sich dann Albrecht Rudolf zu Wort. Man könne den Vorschlag des Brunntalers Ortschaftsrats, Ulrich Dluzak erneut als Ortsvorsteher zu wählen, so nicht mittragen, da er die Interessen von Brunntal nicht genügend vertrete und mittrage. Deshalb stellte Rudolf einen Antrag auf Vertagung der Entscheidung, der jedoch im Gremium mit Mehrheit abgelehnt wurde.

„Es gibt Gemeindeordnungen, und die sind für uns bindend“, erklärte Michael Zwingmann. Danach sei der Ortsvorsteher grundsätzlich auf Vorschlag der Ortschaftsräte zu wählen. Die Aktiven Bürger hofften, so Zwingmann, dass sich die Ortschaftsräte ihrer Verantwortung bewusst gewesen seien, eine Person vorzuschlagen, die laut der Ortschaftsratswahl nicht unbedingt den Willen der Bürger widerspiegele.

Wie in diesem Zusammenhang zu erfahren war, wurde Ulrich Dluzak nicht in den Ortschaftsrat gewählt, hierzu fehlte eine Stimme. Gleichwohl wurde Dluzak vom Brunntaler Ortschaftsrat als neuer Ortsvorsteher vorgeschlagen, was die Gemeindeordnung auch zulässt. Zudem gab es im Vorfeld der jüngsten Ortschaftsratssitzung Brunntal eine ominöse Unterschriftensammlung, mit der wohl für Dluzak als neuem Ortsvorsteher geworben werden sollte.

Man hoffe, so erklärte Michael Zwingmann weiter, dass sich durch die Vorkommnisse kein Spalt durch den Ortsteil ziehe, sondern dass alle Gruppierungen zum Wohl der Gemeinde an einem Strang ziehen, um das Beste für Brunntal umsetzen zu können. Die Aktiven Bürger erachteten es ebenso als negativ, wenn ein Ortsvorsteher nicht regelmäßig mit dem Gemeinderat kommuniziere. Und dabei sei es auch damit getan, einen Stellvertreter zu schicken. Ein Ortsvorsteher müsse Bindeglied zwischen dem Gemeinderat und seinem Ortsteil sein und sich entsprechend aktiv an den Gemeinderatssitzungen beteiligen, wenn Themen des Ortsteils anstehen. Man hoffe, dass sich das in den kommenden Jahren ändere.

Kommunikation gefordert

Ebenso gehöre es dazu, dass der Ortsvorsteher mit seinen Bürger kommuniziere, wenn es zum Beispiel um die Aufstellung eines Bebauungsplanes gehe. Hier gebe es genaue Vorgaben, über die der Ortsvorsteher die Einwohner aufklären müsse. Im Sinne der Ortschaft sei es nötig, einen gangbaren Weg zu finden. Da viele Hintergründe für die neu gewählten Gemeinderäte nicht bekannt seien, beantragte Zwingmann eine geheime Abstimmung für die Wahl des Ortsvorstehers.

Den Ausführungen Zwingmanns könne er voll zustimmen, so Albrecht Rudolf. So habe es keine Impulse vom Ortsvorsteher gegeben, und auch das Wahlergebnis mache deutlich, dass Unterstützung in der Bevölkerung fehle. Rudolf appellierte, dass dennoch alle an einem Strang ziehen sollten. Bürgermeister Ottmar Dürr sagte, dass er im Vorfeld der Wahl am Freitag mit allen Beteiligten das Gespräch gesucht habe. Bei der Ortschaftsratssitzung habe er angemahnt, wieder zusammenzurücken, um so die Weichen für eine positive Zukunft stellen zu können.

Die Abstimmung im Werbacher Gemeinderat brachte schließlich zehn Ja-Stimmen für Dluzak als Ortsvorsteher, fünf Nein-Stimmen und eine Enthaltung.

Ottmar Dürr betonte nach der Wahl, man müsse alles daran setzen, Brunntal in ruhige Fahrwasser zu bringen.

Ulrich Dluzak hatte sich in der Gemeinderatssitzung am Dienstag nicht geäußert. Gestern wollte er telefonisch gegenüber den FN keine nähere Stellungnahme abgeben, weil er „Ruhe in die Gemeinde bringen“. Mehr wolle er nicht sagen.