Werbach

500 Jahre seit der Grundsteinlegung Konzertabend anlässlich des runden Geburtstags der evangelischen Kirche fand großen Anklang / Festschrift herausgegeben

Musik zu Ehren des Gotteshauses und des Herrn

Archivartikel

Ein Konzertabend läutete am Samstag die Feierlichkeiten anlässlich 500 Jahre seit Grundsteinlegung der evangelischen Kirche in Niklashausen ein.

Niklashausen. Die evangelische Kirche in Niklashausen feiert in diesem Jahr 500 Jahre seit der Grundsteinlegung anno 1519. Die gebührende Würdigung dieses Jubiläums geschah durch einen Konzertabend am Samstag in besagter Kirche und einem Gottesdienst mitsamt Fest tags drauf.

Bei dem Konzert, das gut besucht war, präsentierten der Arbeitergesangverein Niklashausen, das Flö-tenensemble Höhefeld, die Eiersheimer Musikanten und der Gesangverein „Frohsinn“ Höhefeld sowie die Solisten Martina Deufel (Orgel) und Manuel Dahner (Sopran-Saxophon) unterschiedliche musikali-sche Beiträge. Diese fügten sich wie ein Rädchen ins andere, boten jeweils eine prächtige künstlerische Leistung an sich und blieben insgesamt Teil eines besonderen gemeinschaftlichen schöpferischen Ausdrucks.

Raum zum Gebet

Pfarrerin Heike Dinse sagte zur Begrüßung mit Dankbarkeit könne zurückgeblickt werden auf 500 Jahre Grundsteinlegung der Kirche in Niklashausen. „Wir stehen in der Tradition der Menschen vor 500 Jahren“, so die Pfarrerin, auch der Nachfolgegeneration, die Wert gelegt habe darauf, dass die Kirche nicht verfalle. Der „kleine Niklashäuser Dom“ biete weiter Raum zum Gebet, zur Gottesbegegnung, zum still werden, zum froh und gelassen werden.

Dinse sprach an, es sei zwei Jahre lang eine Lutherfigur aus Höhefeld ausgeliehen gewesen, welche den Weg wieder zurück gefunden habe. Nun könne ein besonderes Geschenk der ortsansässigen Firma „Hofmann Naturstein“ zum Kirchenjubiläum enthüllt werden. Es sei eine Figur von Martin Luther, welche „als ein Zeichen unserer Wurzeln“ in der Kirche in Niklashausen stehen werde. Die Enthüllung der Figur erfolge umgehend.

Passende Musikstücke

Der musikalische Teil des Abends begann mit „Präludium e-moll“, welches Martina Deufel an der Orgel mit eindrucksvoll kräftigem Spiel vortrug und das den ganzen Kirchenraum erfüllte. Es folgte der Arbeitergesangverein Niklashausen (Leitung Claudiu Berberich) mit „Herr deine Liebe ist wie Gras und Ufer“, mit „Halleluja“ und mit „Vater unser“.

Das Flötenensemble Höhefeld (Leitung Christine Englert) trug „Romanze von Mozart“ vor, die Eiersheimer Musikanten (Leitung Eddy Hauck) anschließend „Feierliches Vorspiel“ sowie „Freudenklänge“. Zu hören waren neben dem mächtigen Orgelspiel zarte Flötenklänge, kräftige Blasinstrumente und vibrierend deutliche Stimmen der Gesangvereine, alles schillernd und vielseitig, einfühlsam und har-monisch auf den Punkt kommend. Die einzelnen Stücke waren in beiden Konzertabschnitten dem An-lass entsprechend trefflich ausgewählt, wie sonst ließen sich beeindruckende 500 Jahre fassen.

Die Pfarrerin bedeutete in ihrer Andacht, die Niklashäuser Kirche sei über Generationen hinweg ge-schaffen worden zur Ehre Gottes, auf dessen Liebe und Zuwendung die Menschen im Leben und beim Sterben bauten. Diese Kirche sei kulturgeschichtlich interessant, jedoch kein Museum. Sie diene immer noch Menschen bei deren Suche nach Gottes Nähe, Liebe und Hilfe. Hier werde, so Dinse, die gute Botschaft von Menschen an Menschen verkündet, mit Liedern, Orgelmusik, Lesungen, Gebeten und Predigten, mit Lächeln und Zugewandtsein, mit dem „ins Gespräch kommen“ miteinander. Gottes Liebe werde spürbar, wenn diese als Geschenk empfangen, aber auch geteilt werde.

Die Protagonisten überzeugten auch im zweiten musikalischen Abschnitt. Martina Deufel (Orgel) spiel-te „Sonatina aus der Kantate Nr.106“, das Flötenensemble Höhefeld „Freude schöner Götterfunken“ und „Lobe den Herrn meine Seele“, der Gesangverein „Frohsinn“ Höhefeld (Leitung Christiane Modes) „Das wünsch ich Dir“, „Wo ich auch stehe“ und „Oh Happy Day“, die Eiersheimer Musikanten „Gloria Dei“ und „Lux Domini“, Manuel Dahner (Sopran-Saxophon) einen ebenso beseelten Beitrag.

Den vorgetragenen Werken des Konzerts wohnte der Respekt vor den Jahrhunderten inne, gleichzeitig strahlten sie die Würde des gewaltigen Zeitraums aus, vereinten Empfindungen zu Lobpreisungen. Beim Schlusslied „Großer Gott wir loben dich“ brachten sich unter der musikalischen Führung der Blasmusiker alle gesanglich ein, was zu einer beeindruckenden gemeinsamen Krönung des Abends geriet.

Herrliche Klänge

Marlise Düx dankte „für die herrlichen Klänge“ eines wunderschönen Konzerts. Sie informierte zur Festschrift „500 Jahre Evangelische Kirche Niklashausen 1519 – 2019“. Diese sei eine Gemeinschaftsarbeit und es gelte Dank zu sagen an alle, die mit Bildern oder Wissen oder sonst wie geholfen hätten. In dieser Festschrift gebe es eine Chronik ebenso wie neue Erkenntnisse.

So habe Papst Sixtus IV. Bürgermeister und Rat der Reichsstadt Nürnberg 1478 belobigt, die Wall-fahrt nach Niklashausen unterbunden zu haben. Das Wirken des Pfeifers habe also auch den Papst in Rom erreicht. Düx verwies auf weitere Inhalte der Festschrift wie die zahlreichen Bilder bis hin zur jüngsten Vergangenheit. Das allerletzte Wort hatte schließlich die Pfarrerin: „Es war ein überwältigend schöner Abend“.